Das Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina feiert seinen 10. Geburtstag – Einblicke in unser Jubiläumsprogramm

Pinguin mit KroneWir feiern unseren ersten zweistelligen Geburtstag: vor 10 Jahren, mit Beginn des Sommersemesters 2007, wurde das Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina eröffnet. Vorläufer hatte es schon gegeben, z. B. seit 2005 die studentische Schreibsprechstunde, aber mit Eröffnung des Raumes im Gebäude August-Bebel-Str. 12 war es richtig offiziell geboren, unser Schreibzentrum – und hat sich seit dem prächtig entwickelt. Das wurde entsprechend gefeiert:

mit einem Festakt

mit einer Party

mit verschiedensten Aktivitäten zum Jubiläumssemester

und

– mit einem Workshop für die Writing Center Community.

Wer mehr wissen möchte folgt den Links.

Übrigens: Auch wenn wir Jubiläumssemester feiern, finden unsere regelmäßigen internen Weiterbildungen für das Schreibzentrumsteam wie gewohnt statt. In diesem Semester ging es unter anderem darum, das Schreiben in Teams zu erproben und zu überlegen, wie wir Studierende beraten können, die gemeinsam Texte verfassen. Dieser Blogbeitrag ist ein Ergebnis dieser Weiterbildung, denn natürlich wollten wir das Schreiben in Teams auch praktisch erproben.

10th Anniversary of the Writing Center at European University Viadrina: Workshop on Writing Center Assessment with Ellen Schendel and William Macauley

bookcover

On Friday, May 5th, the writing center got had a very special birthday present: Ellen Schendel and William Macauley, writing center directors and book authors from the USA, were holding a workshop for the European writing center community. As authors of the book “Building writing center assessments that matter”, Ellen and Bill invited us to think and learn about how we can prove that our writing centers achieve the goals they aim for, like enhancing students’ writing abilities, fostering critical thinking, enjoying writing, arguing in a good way, using sources and so on.

Ellen Schendel

Ellen Schendel

About 20 people followed the invitation, coming from different German writing centers and even from Poland and Kazakhstan. After some deep insights into the designing processes of writing center assessment and different research projects that Ellen and Bill had conducted, we broke up into small groups and worked on developing ideas and building assessment plans for our own writing centers. We had very fruitful discussions and were very wisely guided by Ellen and Bill. Furthermore, the workshop was another wonderful opportunity to collaborate among writing centers on and national and international basis. And collaboration certainly is something that our writing center stands for and is known for after ten years.

William Macauley

William Macauley

Some of us could even after this workshop not get enough and stayed until Saturday: The special interest group “research” of the German association for writing didactics and writing research (gefsus) gathered on Saturday morning to talk more about writing center assessment, to give feedback on each other’s assessment plans and to start working on an outcome statement for writing for students in Germany.

More about our writing center’s anniversary here.

 

Präsente, Präsenzen, Präsentationen: Das Geburtstags-Drumherum zum 10. Jubiläum des Schreibzentrums der Viadrina

Königlich mit Krönchen startete die Werbung für das 10-jährige Jubiläum des Schreibzentrums. Die Königinnen und Könige der Tierwelt – Zebra, Pinguin, Eule, Papagei, Spinne und Marienkäfer schmücken seit Jahren unsere Werbepostkarten. Für das Jubiläumsjahr 2017 verliehen wir den Karten einen besonderen Glanz und statteten unsere tierischen Freunde mit einem royalen Accessoire aus.

Pinguin mit Krone

Doch dies war nur der Anfang eines bunten und kreativen Spektakels! Ein Glücksrad wurde aufgestellt, Lose gedruckt, Preise gekauft, Kuchen gebacken, der Kunst-Kultur-Wagen durchlüftet und Studierende mit Lehrenden zum Austausch über das Schreiben zusammengebracht. Nichts wurde dem Zufall überlassen, außer das, was durch den Zufall erst seinen ganzen Charme entfalten konnte.

Das gesamte Team des Schreibzentrums arbeitete viele Monaten voller Tatendrang und Vorfreude auf das Jubiläum hin. Trotz Ausnahmezustand herrschte eine konstruktive  und produktive Atmosphäre, die die Organisationsmaschine bestens ölte. Im Schreibzentrum der Viadrina zu arbeiten, ist nun mal auch eine Herzensangelegenheit!

Im Vorfeld grübelten wir gemeinsam, wie wir den Geburtstag auch abseits des großen Festaktes zelebrieren und für jedermann*frau am Campus zugänglich machen könnten. Eine zentrale Frage war dabei: Wie können wir auf unterhaltsame Art und Weise für uns werben und Studierende wie Lehrende weiter auf uns aufmerksam machen? Im Teamtreffen stieß ein Vorschlag direkt auf große Begeisterung: ein Glücksrad, das eine unserer Schreibtutorinnen organisierte. Es wurde also zum Herzstück unseres Werbestandes im Foyer des Mensa-Gebäudes. Jede*r war eingeladen am Glücksrad zu drehen, kleine Preise oder Lose – und damit den Zugang zur Verlosung der Hauptpreise – zu gewinnen. In die Vorbereitung involviert waren nicht nur Losebastler*innen und Glücksradbekleber*innen, sondern auch fleißige Kuchenbäcker*innen, die für  kulinarische Köstlichkeiten am Werbestand sorgten.

Glücksrad mit Peer-Tutor*innen

Glücksrad zum Geburtstag

An insgesamt vier Tagen präsentierten wir uns mit Kuchen, Luftballons und Glücksrad ausgestattet im Foyer. Mit unterschiedlicher Besetzung sorgte das Glücksrad nicht nur bei den Tutor*innen, sondern auch bei der Vielzahl an Studierenden und Gästen für gute Laune. Bei der Aktion ging es nicht nur um die zahlreichen kleinen und großen Gewinne, die auf die Gewinner*innen warteten. Natürlich spielte auch der informelle Austausch über Angebot und Arbeit des Schreibzentrums eine zentrale Rolle.

Das Glücksrad war jedoch nicht die einzige Aktion im Jubiläumsjahr. Auch die Schreibberatung sollte in einem ganz neuen Format aufgezogen werden, indem sie neben den Studierenden auch an die Bürger*innen Frankfurts gerichtet werden sollte.

Eine Ort dafür war bald gefunden: der KuKuWa – der Kunst- und Kultur-Wagen der Initiative Studierendenmeile e.V. Der Wagen dient als öffentlich zugängliches Bücherregal – und uns einmal in der Woche als Ort für die Schreibberatung. Immer donnerstags zwischen 13:00 Und 14:00 Uhr können sich Interessierte mit und ohne Studierendenstatus dort beraten lassen.

Wie ein farbenfrohes Raumschiff steht der KuKuWa auf dem Hof vor dem Uni-Hauptgebäude. Auf diese Weise verbindet sich bereits das Universum der Universität mit dem Frankfurter Kosmos. Warum nicht also diesen kulturellen Begegnungspunkt auch für die Schreibberatung nutzen? Nach fruchtbaren Gesprächen mit allen Interessengruppen ist es in diesem Sommersemester des Jubiläumsjahres soweit, dass wir eine Schreibsprechstunde für alle anbieten können – egal, ob junge*r Studierende*r oder Frankfurter Rentner*in. Jeden Donnerstag können Menschen, die übers Schreiben sprechen wollen, zum bunten Wohnwagen in den Innenhof des Hauptgebäudes kommen. Der erste ‘echte Frankfurter’ war schon da und in der Sonne saßen wir zusammen. Der Ankündigung der Märkischen Oderzeitung sei Dank! Wir freuen uns schon jetzt auf viele weitere spannende Textsorten abseits von Essays und Hausarbeiten.

Schreibberatung Kunst- und Kulturwagen

Mit dem großen Festakt am 4. Mai 2017 liegt das ‘Bergfest’ nun schon hinter uns. Die verbleibenden Wochen des Sommersemesters locken aber noch mit weiteren Aktionen und Veranstaltungen rund ums Schreiben. So möchten wir anlässlich unseres Geburtstages auch die Lehrenden dazu befragen, wie, wo und warum sie eigentlich schreiben. Erst recht im Jubiläumsjahr möchten wir das Schreiben in der Interaktion von Studis und Lehrenden noch präsenter machen. Am 30. Mai 2017 von 13:00 bis 14:00 Uhr werden sich Dozierende im GD07 den neugierigen und kritischen Fragen der Studierenden stellen. Seid herzlich willkommen zur Lunch Time Lesson ‘Meet and Greet mit euren Dozierenden zum Thema Schreiben’ !

Um all den Aktivitäten und Festivitäten noch die Krone der Krönchen aufzusetzen, belohnt sich das Team des Schreibzentrums mit einem krönenden Abschluss des Sommersemesters selbst für all die Anstrengungen: An einem Sommertag im Juli trifft sich das gesamte Team zu einem internen Teamausflug, begleitet von Natur, Picknick und kreativen Schreibstationen.

Ein herzliches Dankeschön geht hiermit noch einmal an alle, die mit uns das Schreibzentrums-Jubiläum ermöglicht haben!

Mehr zum zehnjährigen Schreibzentrumjubiläum 2017:

Der Festakt

Die Party

Der Workshop

Schreibzentrumsgeburtstag: Die Party

Pünktlich um 21:00 Uhr ging der feierliche Festakt zum 10. Geburtstag des Schreibzentrums der Viadrina am 4.5.2017 im Logensaal zu Ende. Alle Gäste zogen ins Gräfin-Dönhoff-Gebäude (GD). Hier wartete ein buntes Partyprogramm. Tür auf im GD und das Programm startete einem freundlichen Lächeln der dort versammelten Peer-tutor*innen und vielleicht auch einem Gläschen Sekt oder Orangensaft.

Schreibtafeln und Schreiborte

Das GD-Foyer sah total anders aus, als die meisten es aus dem Unialltag kennen. Dort standen nämlich viele weiße Stehtafeln, die zum Teil mit schönen Fotos und zum Teil mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen gefüllt waren.

Die Aufnahmen der Schreiborte stammen aus Frankfurt am Main. Das Schreibzentrum der Goethe-Universität hat ein Fotowettbewerb zu diesem Thema organisiert (#Schreiborte 2017). Aus den zugeschickten Fotos entstand eine Ausstellung, die unsere Geburtstagsparty verschönert hat. Auf dem Holzsteg in der Wiese, am rustikalen oder modernen Schreibtisch, beim Sonnenaufgang, mit Wein oder Zigaretten, in Begleitung eines Hundes oder einer Pflanze. Erstaunlich, wie viele Geschichten sich hinter diesen Orten verbergen. Und wie vielfältig schön man sich einen Schreibort einrichten kann.

Und wo schreiben unsere Gäste am liebsten? Das konnten sie in den Cluster (eine Art Gedanken oder Assoziationskette) auf einer Schreibtafel eintragen. Außerdem gab es Kreuzworträtsel und Wolkenblasen, die unsere Gäste mit spontanen kreativen Ideen füllen konnten. Gleichzeitig sollten sie zum spielerischen Nachdenken über das Schreiben einladen. Denn der Geburtstag des Schreibzentrums wäre doch ohne Schreiben ein Unding! Die Tafeln hat unser Schreib Peer Tutor Julius entworfen und damit auch dafür gesorgt, dass es an dem Abend nichts fehlte. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.

Schreibtafel

Die Ausstellung #Schreiborte und die Schreibtafeln sind nach der Geburtstagsparty im Foyer des Gräfin-Dönhoff-Gebäudes geblieben. Studierende der Viadrina gestalteten die Mitschreibtafeln weiter. So machen wir auf unser Schreibzentrum aufmerksam und laden die Studierenden dazu ein, in ihrem Uni-Alltag auf eine kreative Art und Weise über eigene Schreibprozesse nachzudenken.

Musik

Die Namens-Patronin des Gebäudes, in dem die Party stattgefunden hat, haben wir auch nicht vergessen. Sie hatte eine besondere Funktion. Gemeinsam mit unseren TutorInnen war DJ Dönhoff für Musik zuständig. Die Gräfin hätte wahrscheinlich nicht gedacht, dass sie zu diesem besonderen Anlass sogar die entsprechenden Klamotten geschenkt bekommt 😉

Fernseher

Zu der Geräuschkulisse gehörten auch Stimmen, die man nicht gleich zuordnen konnte. Sie kamen aus einem Fernseher, der im Raum zwischen den Tafeln stand. Alle Gäste, die vorbeikamen, konnten sich viele herzliche Glückwünsche in Form von kurzen Videobotschaften anhören, die zum 10. Jubiläum des Schreibzentrums aus Polen, Österreich und verschiedenen Städten Deutschlands sowie aus den USA zugeschickt wurden. Dabei waren sehr viele Worte der Anerkennung von Unidozierenden, anderen Schreibzentren, Institutionen aus dem Hochschulbereich oder Privatpersonen, mit denen das Schreibzentrum in verschiedenen Kontexten zusammenarbeitet oder gearbeitet hat.

Anschauen von GLückwunsch-Videos

Anschauen von GLückwunsch-Videos

Fotobox

Eine nostalgisch anmutende Fotobox wurde im Foyer drapiert. Dahinter befanden sich eine  Fotowand und Requisiten. All dies sollte die Gäste zum Posieren und selbst auslösen eines Bildes einladen, um eine unvergessliche Erinnerung zu erhalten. Mister Stift, Geburtstagskrone, Zylinder, Masken und Riesenbrille waren zur Verfügung. Wie sich positionieren? Was darstellen? Sekunden der Entscheidungsfindung über den eigenen Bezug zum Schreiben und zum Schreibzentrum. Schön ist das alles geworden. Wer hatte sich abbilden lassen? Viele. Vom Schreibzentrumsteam, von den Gästen. Einen Einblick in die entstandene Foto-Vielfalt wird in Kürze auf dem Medienportal der Europa-Universität Viadrina veröffentlicht.

Auf diese Weise kann das 10-jährige Bestehen des Schreibzentrums noch lange fortbestehen und uns beim Anschauen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Lesung

Ein Schreibzentrum wäre kein richtiges Schreibzentrum, wenn selbst produzierte und manchmal auch literarische Texte nicht einem breiten Publikum präsentiert werden würden. Aus diesem Grund war ein wichtiger Teil des Rahmenprogramms zum 10-jährigen Bestehen des Schreibzentrums eine kreative Lesung. Hierfür durften junge Autor*innen aus Berlin und der Grenzstadt Texte zum Oberthema “Geburtstag” einreichen. Diese wurden von dem Künstler Alexander Lehnert, auch bekannt für sein Feuerpudel-Programm, dem Publikum präsentiert, während eine Illustratorin Visualisierungen zu den Texten erstellte. Zwischen den einzelnen Vorlese-Blöcken durften rosa Luftballon-Pudel und Partyhüte gebastelt werden, was dem bunte Rahmenprogramm einen unverwechselbaren Charakter und der Lesung eine besondere Stimmung verliehen hat.

Feuerpudel

Fazit: ein Geburtstag mit allen Sinnen

Bienchengleich summten die Zuständigen an ihre Orte, alle wussten was zu tun ist, waren eingeteilt bei Lesung, Fotobox, Buffet, Empfang und weiteres. Man hörte aber sogar Gäste singen, wohl über das Schreiben, über das Schreibzentrum, über Geburtstage. Immer wieder ertönte das Klatschen von jene, die gerade der Lesung lauschten.  Dazu die Musik im Foyer, Stimmen aus dem Fernseher, Lachen von überall. Wie ein kleines Konzert zum 10-Jährigen Geburtstag des Schreibzentrums. Schön war es mit allen zusammen, selbst zu klingen und zu lauschen.

Es ist unvergesslich, wie das Foyer des Gräfin Dönhoff Gebäudes visuell immer mehr die Gestalt eines Schreibzentrums annahm. Schreibtafeln und Tulpen – weil Schreiben schlicht ist und doch voller Entfaltungsmöglichkeiten. Weil Schwarz und Weiß auf Papier ein Bunt im Kopf des Schreibenden und Lesenden auslösen kann. Und in diesem Sinne bereichert uns das Schreibzentrum jetzt schon seit 10 Jahren – damit das Schreiben zahlreicher Studierender zum persönlichen Meilenstein, zum Reibeisen, zur Charakterschule und zum Projekt mit Tendenz zum Glanz werden kann. Ein glanzvoller Abend, dessen Glitzerspur noch lange in unseren Gemütern und Herzen vorfindbar sein wird.

Und natürlich duftete es auch, denn selbstverständlich gab es auch ein Büffet.

Am Buffet

 Sekt sekt sekt sekt

schluck gluck gluck glück

smile smile smile

So ist der universitäre Raum zum Partyraum und zum Schreibraum geworden. Spaß und Schreiben zugleich: Eine perfekte Kombination zum Geburtstag des Schreibzentrums.

Mehr zum zehnjährigen Schreibzentrumsgeburtstag:

Der Festakt

Das Drumherum

Der Workshop

Schreibzentrums-Geburtstag 2017: Der Festakt

Im Folgenden berichten drei Stimmen vom offiziellen Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Schreibzentrums, der am 4. Mai 2017 im feierlichen Ambiente des Logensaals der Europa-Universität Viadrina stattfand.

Erste Stimme:

Alle um mich herum sind wuselig . So viele Menschen. Ich bin ganz aufgeregt. Eben waren schon einige Leute an mir dran und haben mein Mikrofon getestet, einen Laptop  angeschlossen und mich zurecht geschoben. Ich kenne das Prozedere schon – bald geht´s los. Ja! Jetzt! Jetzt geht’s los. Alles wird ruhig und die erste Rednerin tritt an mich heran: Sie stellt sich als Franziska Liebetanz vor, die Leiterin des Schreibzentrums, das heute Abend sein 10-jähriges Bestehen hier im Logensaal feiert. Sie eröffnet den Festakt sehr herzlich und voll Freude darüber, dass so viele Menschen erschienen sind. Anschließend bedankt sie sich bei den vielen Menschen, die alle zu der Organisation und Durchführung des heutigen Abends beigetragen haben. Das mag ich immer besonders! Und Frau Liebetanz macht das ganz besonders schön. Ihre Tutor*innen scheinen ihr besonders wichtig zu sein, für sie gibt es viel Lob und Dank. Schön, dass die Studierenden an diesem Abend besonders gewürdigt werden. Ach, und noch jemand hat Geburtstag: Das Zentrum für Schlüsselkompetenzen und Forschendes Lernen blickt auf sein fünf-jähriges Bestehen zurück. Frau Liebetanz überbringt Glückwünsche und überreicht Susanne Schwarz, einer Mitarbeiterin des ZSFL, stellvertretend einen Blumenstrauß. Das ZSFL ist heute die Dachorganisation des Schreibzentrums, wie ich höre. Also doppelt Grund zu feiern! Jetzt übergibt Franziska das Wort an unseren Präsidenten, Prof. Dr. Alexander Wöll.

Herrn Wöll kenne ich schon ganz gut, er spricht öfter mal bei feierlichen Anlässen. Heute spricht er Grußworte und lobt die Verdienste des Schreibzentrums, blickt auf dessen Erfolge und internationale Reichweite. Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ erwähnt er. Eine Erfindung unseres Schreibzentrums, die sich in der ganzen Welt verbreitet… Das klingt toll! Nun erzählt er etwas allgemeiner über die Viadrina – wie sie gegründet wurde, worin unser Stiftungsauftrag besteht und was unsere Universität auszeichnet. Ich glaube, für die vielen externen Gäste, die uns nicht kennen, ist das wirklich interessant. Sie hören jedenfalls gespannt zu. Überhaupt scheint das Publikum sehr aufmerksam zu sein.

Die nächste Rednerin kenne ich nicht. Sie wird angekündigt als Prof. Dr. Julie Nelson Christoph aus den USA. Oh ha! Gäste aus Übersee, welch eine Freude! Und oh, sie spricht auf Deutsch. Das ist eine Überraschung! Und sie spricht total gut! Auch das Publikum ist beeindruckt – das merke ich. Prof. Christoph berichtet, wie unser Schreibzentrum ihre Arbeit beeinflusst hat, vor allem die Arbeit von Katrin Girgensohn. Ohne die Begegnung der beiden Frauen vor einigen Jahren hätte die Amerikanerin ihren Forschungsschwerpunkt nicht auf deutsche Schreibzentren gelegt. Aus ihren Worten spricht Überzeugung und ehrlicher Dank, das Publikum belohnt sie mit eingängigem Applaus. Sie überreicht ihre mitgebrachten Geschenke: Julie hat die beiden Logos der Schreibzentren – ihres und das der Viadrina – zu einem gemeinsamen Logo zusammengeführt und dieses auf Sticker drucken lassen. Ein Geschenk von Herzen! Alle klatschen Beifall, es gibt innige Umarmungen – ein Geburtstag ganz nach meinem Geschmack. Heart warming!

Es sprach: Das Rednerinnenpult

Bevor die zweite Stimme erklingt, hören wir etwas anderes: Musik! Und auch hier wird dreistimmig gespielt. In diesem Fall sind es zwei Geigen und eine Bratsche, auf denen Musiker*innen des Uni-Orchesters „Viaphoniker“ dem Schreibzentrum ein Ständchen bringen.

Viaphoniker

 Zweite Stimme:

Es ist einfach wunderbar. Jetzt kommt mein großer Moment: Ich darf strahlen und Bilder an die Wand werfen, große Bilder, wandfüllende Bilder. Eben noch habe ich den Pinguin gezeigt, der mit seinem perfekt sitzenden Frack für guten Stil wirbt. Aber es geht gar nicht um Mode für Tiere, wie ich jetzt begreife, nein, es geht ums Schreiben! Auch dabei kann man sich mit Stilfragen beschäftigen: Man lernt doch nie aus! – Dabei habe ich als Beamer ja schon sehr viel erlebt.

Leinwand Logensaal Viadrina

Nun wurden heute Abend schon ein paar kurze Ansprachen gehalten, aber jetzt, endlich, kommt meine große Stunde und ich kann zeigen, was ich kann: Dr. Katrin Girgensohn ist tritt ans Pult, beginnt zu erzählen, von früher und wie es mit dem Schreibzentrum losging und ich untermale ihre Rede mit Bildern von damals. Sie spricht über die Anfänge des Schreibzentrums, über die allerersten schreibdidaktischen Angebote im Wintersemester 2002/03, noch vor der Gründung des Schreibzentrums: Die ist nämlich  auf das Jahr 2007 zu datieren: Vor 10 Jahren also bekam das Schreiben einen eigenen Raum an der Viadrina, in dem von nun an Workshops und Schreibseminare stattfanden. Und natürlich zahllose Beratungsgespräche zwischen Schreibtutorinn*en und ratsuchenden Studierenden. Nach wie vor sind sie das Herzstück der Arbeit im Schreibzentrum.

Rasch werfe ich Fotos von jungen Frauen an die Wand, den ersten Studentinnen, die die Ausbildung zu Schreibberaterinnen absolvierten und den guten Ruf des Schreibzentrums mitbegründeten. Ach, was sind die süß! So jung und voller Tatendrang… Unglaublich! Wie ich nun höre, sind ein paar Akteurinnen der ersten Stunde heute Abend hier im Saal – wenn ich mal so ein bisschen nach rechts unten schiele, kann ich sie sehen. Glücklich und stolz sehen sie aus. Und auch Bilder der Rednerin präsentiere ich: Damals trug sie wohl zu besonderen Anlässen auch mal einen Cowboyhut – sehr cool! Langsam wird diese Show echt unterhaltsam…

Katrin Girgensohn

Dr. Katrin Girgensohn

Jetzt, ein neuer Meilenstein: Es gibt eine längerfristige Finanzierung, die den Aufbau einer größeren Einrichtung erlaubt, nämlich des so genannten Zentrums für Schlüsselkompetenzen und Forschendes Lernen, das 2012 um das Schreibzentrum herum entstanden ist. Diese Entwicklung steht in Verbindung mit Franziska Liebetanz – die Leiterin des Schreibzentrums, die vorhin gesprochen. Sie war eine der Schreibberaterinnen der ersten Stunde, auf den Bildern eben war sie noch sehr jung. Seit 2011 leitet sie des Schreibzentrum der Viadrina, von der Pieke auf hat sie es mit aufgebaut.

Jetzt ein neues Bild: Fröhliche Menschen in leichter Sommerkleidung; wir befinden uns im Jahr 2014 und erfahren: Das Schreibzentrum der Viadrina hat eine große Konferenz mit mehr als 240 Teilnehmer*innen ausgerichtet, die Konferenz der European Writing Centers Association (EWCA). Und damals sind offenbar eine Menge von Schreibforscher*innen und Schreibdidaktiker*innen nach Frankfurt gekommen. Aus dem In- und Ausland sind sie an die Oder gereist und haben sich ausgetauscht und weiter genetzwerkt– bei großer Hitze, wie wir hören. – Hach, mir wird langsam auch ganz schön warm…

Wir sbefinden uns jetzt in der Gegenwart. Die Prezi zeigt die Jahreszahl 2018, dahinter ein Plus. Katrin Girgensohn hofft, dass es das Schreibzentrum auch über 2020 hinaus, wenn die aktuelle Finanzierung ausläuft, bestehen wird. Außerdem wünscht sie sich, dass das Schreibzentrum bald auf den Hauptcampus ziehen kann, denn momentan ist es im etwas abseits gelegenen Seminargebäude in der August-Bebel-Str. 12 untergebracht. Also, wenn es nach mir ginge: Ich würde ihr beide Wünsche sofort erfüllen! Jetzt gibt es ordentlich Applaus vom Publikum, recht so! Die Geschichte des Schreibzentrums ist erzählt. Und ach, wie schade: Meine große Show ist beendet. Ich mache Feierabend und gebe ab an meine beiden Kollegen, die Funkmikrofone, die zur Feier des Tages im kleinen Schwarzen erschienen sind.

Es sprach: Der Beamer

Und wieder hören wir die drei Streicher*innen: Nach Stücken von Bach oder Mozart etwas von den Beatles: Was für eine schöne Überraschung! Das Publikum ist gerührt.

Viaphoniker im Logensaal der Viadrina

Dritte Stimme:

Endlich! Der Veranstaltungstechniker hat längst alles vorbereitet, mein Kollege und ich liegen seit einer Stunde einsatzbereit auf den Tischen, der Beamer und das Pult hatten ihren Auftritt und nun sind wir endlich dran! Ich darf uns kurz vorstellen: Wir, zwei adrette Herren in Schwarz, sind die beiden Funkmikrofone, die Moderatoren der Podiumsdiskussion. Nun haben wir unseren großen Auftritt! Vier Personen treten nach vorn und nehmen auf den Sesseln Platz. Frau Liebetanz schenkt Wasser ein, nimmt mich in die Hand und schon geht sie los, die Podiumsdiskussion zum Thema Schreiben an den Fakultäten. Zu Gast sind Frau Prof. Dagmara Jajeśniak-Quast als Vertreterin der Wirtschaftswissenschaften, Frau Prof. Eva Kocher von der Juristischen Fakultät und Frau Dr. Nadja Sennewald, eine Literaturwissenschaftlerin aus dem anderen Frankfurt. Vier erfolgreiche Wissenschaftlerinnen auf der Bühne und ich habe die Ehre… Es beginnt sogleich ein angeregtes Gespräch über den Stellenwert des Schreibens an den verschiedenen Fakultäten. Mein Kollege und ich wandern von Hand zu Hand, werden herumgereicht. Ohne uns würde hier gar nichts gehen. Auch das Publikum lassen wir sprechen und Fragen stellen.
Besonders spannend findet das Publikum die Frage nach den Schreibritualen der Wissenschaftlerinnen. Frau Prof. Jajeśniak-Quast begeistert alle mit ihren offenen und ehrlichen Schilderung zu ihrem „Schreibanzug“ und ihrer Dachstube, in der sie zum Schreiben die Einsamkeit sucht. Frau Prof. Eva Kocher hingegen beginnt bei jeder Schreibeinheit am Anfang eines Textes und geht diesen komplett durch, bevor sie daran weiterschreibt. Wir erfahren, dass das Schreiben auch für Jurist*innen an der Uni eine zentrale Tätigkeit im Job ist. Diese Erzählungen werden mir sicher lange im Gedächtnis bleiben.

Podiumsdiskussion_Schreibzentrum

Podiumsdiskussion

Am Ende diskutiert die Runde noch die Frage, wie Texte geschrieben sein sollten, damit man sie gern liest. Dr. Nadja Sennewald meldet sich zu Wort: Klarheit!, das ist für sie das wichtigste Merkmal eines guten Texts. Auch das Schreibinterview vergeht wie im Flug. Franziska lädt die Gäste zum Abschluss des offiziellen Teils ein, sich ins Gräfin-Dönhoff-Gebäude zu begeben, wo auf den runden Geburtstag angestoßen werden darf und ein paar Geburtstagsüberraschungen warten. Wir zwei haben unseren Dienst jetzt zwar getan und werden uns nun zurückziehen. Was die Gastgeber*innen sich aber für die Gäste ausgedacht haben, würde ich dennoch gern wissen…

Es sprachen: Die Funkmikrofone

Mehr zum Schreibzentrumsgeburtstag:

Die Party

Das Drumherum

Der Workshop

Besuch von der Åbo Akademi und der Universität Turku aus Finnland

finnlandWir sind eine Gruppe von 15 Studierenden des Faches Deutsche Sprache an der Universität Turku sowie der Germanistik an der Åbo Akademi aus Finnland. Vom 12. bis 21.05.2017 haben wir an der DAAD-Studienreise „Sprache, Kultur und Studieren in Deutschland“ teilgenommen. Im Mittelpunkt der Studienreise stand die Vermittlung von fachbezogenen Kenntnissen zur Germanistik sowie die Bildung eines Netzwerkes mit Studierenden und Dozierenden aus Finnland und Deutschland. Vielfältige Besuche von Vorträgen, Workshops und kulturellen Veranstaltungen verdeutlichten Forschungsfelder sowie Anwendungsfelder der Germanistik. Neben dem Besuch von vier verschiedenen Hochschulen in Berlin und Brandenburg haben wir den Potsdamer Tag der Wissenschaften, den Deutschen Bundestag, das Finnland-Institut in Berlin sowie das Berliner Theater-Festivals besucht.

Am Montag, dem 15.5.2017 sind wir von Berlin mit dem Zug nach Frankfurt (Oder) gefahren, um die Europa-Universität Viadrina zu besuchen.

Dort wurden wir sehr herzlich vom Zentrum für Schlüsselkompetenzen und Forschendes Lernen begrüßt und durften mit großer Begeisterung an zwei interaktiven Workshops teilnehmen: „Interkulturelles Lernen an der Viadrina“ und „Bloggen – Schreiben fürs Netz“. Im ersten Workshop diskutierten wir über kulturelle Unterschiede in der Kommunikation zwischen Deutschen und Finnen. Wir haben einen Film angeschaut und über diesbezügliche Probleme und Konflikte diskutiert. Im zweiten Workshop haben wir überlegt, welche Eigenschaften Texte im Internet haben. Außerdem erhielten wir viele nützliche Tipps für das Schreiben im Netz.

Nach den Workshops und dem Mittagessen auf dem Campus sind wir entlang des Ufers der Oder zum Collegium Polonicum gelaufen. Dort haben wir einen sehr interessanten Vortrag über den Studiengang Interkulturelle Germanistik gehört. Im Rahmen einer kleinen Campusführung durften wir von der Dachterrasse „Slubfurt“ von oben sehen.

Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen wunderbaren und sehr informativen Tag an der Viadrina!

Schreiben in der Nacht am 02.03.2017

Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten an der Viadrina

Seit Ende der Vorleshab die ganze Nacht an dir geschriebenungszeit schlummert die Hausarbeit unvollendet in einer dunklen Ecke des Schreibtisches. Nun rückt der Abgabetermin näher. Doch bevor echte Torschlusspanik einsetzt, lädt das Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina zum gemeinsamen Schreib-Endspurt in der Universitätsbibliothek ein. Bei der mittlerweile 8. Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten am 2. März 2017 können Schreibende zwischen 16 und 1 Uhr intensiv und in produktiver Atmosphäre an ihren Texten arbeiten, sich untereinander austauschen und die Nacht zum (Arbeits-)Tag machen. Eingeladen sind Studierende, Promovierende und Schreibende aller Fakultäten, egal ob es sich bei ihren Schreibprojekten um Hausarbeiten, Essays, juristische Gutachten oder Bewerbungsschreiben handelt. Allen fleißigen Nachteulen stehen dabei die Peer Tutor*innen vom Schreibzentrum unterstützend zur Seite. Sie bieten Schreibberatungen, kurze Workshops und kreative Schreibübungen. Geplant sind:

  • Schreibeinstimmer: In den Schreib-Flow kommen
  • Clustern: Effizient Überblick gewinnen
  • Lesetechniken für wissenschaftliche Texte
  • Fragestellung finden
  • Zitiere ich noch oder plagiiere ich schon?
  • Feedbackkonferenz
  • Workshop „Klausuren Schreiben“
  • Präsentation von Dr. Thomas Bode (Jura) zum Thema Prokrastination

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jede*r kann vorbeikommen, gern Hausschuhen, Laptop, Papier und Stiften im Gepäck. Weitere Infos finden sich hier.

Das Schreibzentrum der Viadrina veranstaltet die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2017 in Kooperation mit der Universitäts-Bibliothek.

9. Schreib-Peer-Tutor*innen- Konferenz in Freiburg

*von Diana Koppelt*

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Freiburg im Septembersonnenschein

Die 9. Schreib-Peer-Tutor*innen-Konferenz fand in Freiburg statt. Freiburg ist die Stadt mit den meisten Sonnenstunden in Deutschland, die deshalb auch das Toskana des Südens genannt wird.

Doch nicht nur das erfuhr ich zum Konferenzort: In der Straßenbahn verriet mir eine liebe Einheimische keck, dass hier der Geburtsort des Flammkuchens sei und dieser auch nur hier seine ganzes Geschmacksvolumen entfalten würde.

Sehr dankbar und voller neuer Impulse und Motivationsmomente schaue ich jetzt auf drei Konferenz- tage am Schreibzentrum der PH Freiburg zurück und möchte im Folgenden etwas genauer auf einige schöne Lernmomente eingehen.

Der Mehrwert von funktionierendem Teamwork ist und bleibt essentielle Schlüsselkompetenz eines spannenden Persönlichkeitsprofils und ein notwendiger Dauerbrenner für die Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Konferenzbeiträgen. Dies zeigte sich uns,  Jana, Juliane und mir, ganz praktisch beim Ausführen des unterhaltsamen Schreibzirkus-Events, der Einstiegsdarbietung und interaktiven, alle Teilnehmenden einbindenden, Show.

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Jana, Juliane und Diana präsentierten den Schreibzirkus

Hierbei durften wir drei moderieren und dem Publikum die einzelnen Rollen, Charaktere des Zirkus, näher bringen, sowie den Arbeitsauftrag für die nächsten 50 Minuten bis zur Show auf kreative Art und Weise rüberbringen. Besonders beim Einlaufen, dem Moment des Übergangs von der Rede des Rektors zur  Präsentation des Zirkusevents, spürte ich, wie wichtig gute Gruppendynamik ist. So konnten wir für einen kurzen Moment aus unserer Haut fahren und echtes Zirkusfeeling erzeugen, indem wir tanzend, Konfetti werfend und jauchzend zur Bühne liefen. Ab diesem Zeitpunkt lag die Aufmerksamkeit des Publikums auf unserer Seite und spätestens ab jetzt war ein Aufschwung in der Stimmung zu bemerken.

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Die Jongleur*innen haben Wörter gezähmt — alles aus dem Wort „Schreibprozess“

Die Darbietungen der sich dann passend zu den Rollen gefundenen Gruppen überzeugten uns darüber hinaus alle davon, dass ein tiefgründiger, emotionaler und gleichzeitig unterhaltsamer Einstieg in die Schreibthematik jederzeit möglich und sogar gewünscht ist.

Die von mir besuchten Workshops drehten sich um die Themen direktive vs. nicht-direktive Gesprächsführung sowie der Kunst des Fragen-Stellens. Besonders in den Rollenspielen und der daran gekoppelten gemeinsamen Reflexion und Diskussion in 3er-Teams mit jeweils einer ratsuchenden Person, einer beratenden Person sowie einer beobachtenden Person, zeigte sich mir die Wirkung und Nachhaltigkeit von folgenden Gesprächstechniken: offenen vs. geschlossenen Fragen, aktives Zuhören, Spiegeln, Paraphrasiere, Herausforderns und  Konfrontieren.  All diese Gesprächstechniken sind mir bereits aus meiner Ausbildung zur studentischen Schreib-Peer-Tutor*in bekannt. Jedoch ergaben sich nach beinahe zwei Jahren Berater*innen-Tätigkeit am Schreibzentrum der Viadrina dennoch bestärkenden Lernmomente zur Effektivität und Wirkungsreichweite dieser Techniken für mich. Indem ich mich beispielsweise noch einmal im Modus des spielerischen Ausprobierens noch einmal beraten ließ, wiederholten sich „Aha“-Momente, die ich bereits in meiner Schreibberater*innen-Ausbildung erfahren durfte. Nur lag dem Ganzen diesmal Tiefe und Erfahrung zugrunde, die in der Bestätigung zur Effizienz und Notwendigkeit der Tätigkeit abgerundet wurde. Wieder einmal zeigte sich, wie produktiv der verbale Austausch zum aktuellen Schreibprojekt sein kann, wenn es eine neutrale, zuhörende Person gibt, die nur gelegentlich durch bestimmte Gesprächstechniken in den Redefluss einwirkt und somit zur Vervielfältigung der Gedanken und eigenständig generierten Erkenntnissen der sprechenden und schreibenden Person beiträgt. Zusammenfassend lässt sich konstatieren: Die Genialität liegt im Einfachen. In diesem Fall im dynamischen Austausch einer ratsuchenden und einer geschulten beratenden Person.

Im Zusammenhang mit der Keynote von Daniel Spielmann (akademischer Mitarbeiter an der Goethe-Universität Frankfurt/Main) zur sprachsensiblen Schreibzentrumsarbeit nehme ich gekoppelt an die oben aufgeführten Workshop-Themen die Erkenntnis mit, dass ich zukünftig noch mehr auf potentiell wertende Äußerungen achten und mich dahingehend noch bewusster damit auseinander setzen will. Häufig mischen sich schnell persönliche Interpretationen und Wertungen in den verbalen Output, die potentiell zur Verengung von Beratungsmöglichkeiten führen können. Das Geheimnis einer gelungenen Beratung jedoch liegt für mich in einer sich zu einem Ziel zuspitzenden Kommunikation, die im Idealfall von Erkenntnisprozessen der ratsuchenden Person begleitet wird.

Ein wunderbarer Moment der Verselbstständigung der Teilnehmenden-Kommunikation ergab sich auch in dem von mir gegebenen Workshop zu den „(Inter-)nationalen Tandems für Schreiben und Austausch“. Zu folgenden Leitfragen und Gesprächsanregungen ergab sich wie von selbst ein langwieriger und tiefgründiger Austausch:

  • „Schreiben – ein Werkzeug …“
  • Welcher Schreibtyp bist du?
  • Was sind aktuelle Anliegen an deinem Schreibzentrum?

Kurzzeitig dachte ich anfangs mit der Frage „Welcher Schreibtyp bist du?“ ein eher bekanntes als spannendes Fass aufzumachen. Jedoch bestätigte mir die rege Gesprächsbereitschaft der teilnehmenden Personen des Workshops, dass gerade der Austausch zu Basisanliegen bis heute nicht an Relevanz eingebüßt hat. Im Gegenteil: Ich bemerke seit einiger Zeit, dass die Auseinandersetzung mit Basisthemen (z.B. Gesprächsführung, Fragen stellen etc.) verstärkt wieder gewünscht wird und plädiere zu Workshops solcher Gestalt.

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Das Lieblingsteam

Die Konferenz war auch diesmal wieder ein Raum des Lernens von meinen Team-Mitgliedern. Im informellen Rahmen eines Restaurantbesuchs mit meinem Lieblingsteam durften wir auf vergnügliche und zugleich tiefgründige Art und Weise Basislektionen zum Auftreten und Benehmen als Frau im öffentlichen Raum erhalten. Ich fühle mich darin ermutigt, meinen Platz noch bewusster einzunehmen und meiner Stimme, meinen Ideen und Kommentaren, noch proaktiver Gehör und Sichtfeld zu verleihen, was einerseits durch bewussten Sprachgebrauch und andererseits durch Mut zum Gesehen-Werden geschehen kann.

Writers‘ Circus

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Jana, Juliane and Diana presenting the writers‘ circus at the peer writing tutor conference 2016 in Freiburg, Germany

 

The Writers‘ Circus is a writing event developed at the writing center at European University Viadrina in Germany. The writers‘ circus invites big groups to exchange ideas about writing in a playful and creative way. Participants come together in small groups and create circus performances, each group orientated at one circus character. Eventually, all groups come together and share their results by creating a common circus show.

The writers‘ circus is fun and a meaningful warm-up for conferences as well as for writing center team meetings.

We had fun with the writers‘ circus at several events:

Would you like to run a writers‘ circus? Download here:

English Version: writers-circus_cc_license

German version: schreibzirkus_deutsche_version_cc-license

Have fun!

Creative Commons License
Writers‘ Circus by Schreibzentrum Europa-Universität Viadrina is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License.

 

Schreibzirkus

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Jana, Juliane und Diana präsentieren den Schreibzirkus 2016

Der Schreibzirkus oder Writers‘ Circus ist ein Schreibevent, das wir am Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina entwickelt haben. Es eignet sich besonders gut, um in großen Gruppen auf kreative und spielerische Art und Weise miteinander in einen Austausch über das Thema Schreiben zu kommen. Die Teilnehmenden erarbeiten in Kleingruppen verschiedene Zirkusdarstellungen rund um das Thema Schreiben und orientieren sich dabei an verschiedenen Zirkusfiguren. Schließlich kreieren alle gemeinsam eine große Zirkusshow mit verschiedensten Nummern: Großer Spaß und ein tolles Warm-Up für Konferenzen, Tagungen oder auch als Teambuilding-Maßnahme im Schreibzentrum!

Erprobt haben wir den Writers‘ Circus äußerst erfolgreich auf folgenden Konferenzen:

Wer den Schreibzirkus ausprobieren möchte kann sich das Material als pdf herunterladen: schreibzirkus_deutsche_version_cc-license . Es steht unter creative commons license, d.h. es darf genutzt, weiter verbreitet und auch weiter entwickelt werden. Wichtig ist nur, dass es nicht für kommerzielle Zwecke genutzt wird und dass auf unsere Urheberschaft verwiesen wird. Viel Spaß!

Und hier gibt es das Material zum Schreibzirkus zum Download auf Englisch: writers-circus_cc_license
Creative Commons License
Schreibzirkus by Schreibzentrum Europa-Universität Viadrina is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License.

Creative Commons License
Writers‘ Circus by Schreibzentrum Europa-Universität Viadrina is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License.

 

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