Von der hedonistischen Funktion des Schreibens und dem sonderbaren Erlebnis, einen Roman gleichzeitig zu schreiben und zu lesen

NaNo-2015-Winner-BannerIn diesem und letztem Jahr habe ich mich immer wieder mit dem kooperativen Schreiben befasst. Es hat mich interessiert, wie das Schreiben von Texten funktioniert, an denen mehrere AutorInnen beteiligt sind. Unter anderem habe ich einen Workshop für NachwuchswissenschaftlerInnen eines Forschungskollegs gegeben, die gemeinsam wissenschaftliche Artikel verfassen wollten, und einen Workshop für unser Schreibzentrum konzipiert, der Schreibberatende darauf vorbereiten sollte, Studierende zu unterstützen, die Hausarbeiten in Gruppen schreiben müssen. Für alle, die diese Themen interessieren, empfehle ich folgende Lektüre: Schindler & Wolfe 2014 sowie Wolfe 2010.

Allerdings werde ich an dieser Stelle NICHT verraten, worin das Geheimnis guter kooperativer Schreibprozesse im akademischen Bereich liegt, sondern möchte berichten von einem Experiment, das sich ganz außerhalb aller akademischen Vernunft bewegt hat. Dieses Experiment hat keine einzige der Empfehlungen für das kooperative Schreiben in der Wissenschaft befolgt und gehört vielleicht auch gar nicht in einen Blog wie diesen, aber es war so aufregend, dass ich trotzdem davon erzählen möchte. Wir haben nämlich zu viert, zwischenzeitlich auch zu sechst, innerhalb von vier Wochen einen Roman geschrieben, zu dem bis zum ersten November diesen Jahres nicht einmal eine Idee existierte. Wir sind vier Autorinnen, die sich aus einer seit vielen Jahren bestehenden Schreibgruppe kennen, die einzig und allein dem Zweck dient, unser Schreiben zu feiern. Anders gesagt: Es macht uns einfach Spaß. Akademisch ausgedrückt: Wir genießen die hedonistische Funktion des Schreibens. Und in diesem Jahr haben wir beschlossen, beim Nanowrimo mitzumachen, dem National Novel Writing Month, dem vermutlich größten Schreibspiel der Welt. Jedes Jahr im November nehmen daran weltweit zigtausende Menschen teil und versuchen, innerhalb eines Monats einen Roman mit 50.000 Wörtern zu schreiben – normalerweise 50.000 Wörter pro AutorIn. In unserem Fall haben wir versucht, die 50.000 Wörter gemeinsam zu schaffen, in einer gemeinsam erdachten Geschichte.

Eigentlich wollten wir uns vor dem Startschuss am ersten November treffen, uns einen Plot ausdenken und das Vorgehen besprechen. Da wir das nicht mehr geschafft haben, zog eine von uns am ersten Tag aus dem Kartenspiel „Geschichtenerfinder“ einen Ort (ein Museum), eine Handlung (eine Verwechslung passiert) und vier Figurenkarten (zwei Spione, ein Journalist, ein frisch verheiratetes Paar und eine Tänzerin). Wir haben uns dann per E-Mail kurz abgesprochen, wer aus der Perspektive welcher Figuren schreiben möchte und dann einfach losgelegt, ohne die geringste Idee, wohin das führen würde.

Als Plattform zum Schreiben haben wir google.docs benutzt. Anfangs haben wir noch festgelegt, wer wann Zeit hat zum weiter Schreiben und sind auch schön linear vorgegangen. Im Laufe der Zeit hat sich der gemeinsame Schreibprozess dann aber verselbständigt und ist so chaotisch geworden, wie Schreibprozesse nunmal sind. So haben wir teilweise gleichzeitig geschrieben (sehr lustig zu beobachten, wenn man gerade online ist und sieht, wie der Text sich wie von alleine weiter schreibt), teilweise auch zwischendurch offline geschrieben und die Szenen dann reinkopiert, und immer mehr auch wild Text produziert, der erst an spätere Stelle gehören würde (hoffentlich), bzw. an frühere Szenen anknüpfte, also in der Handlung zurück lag. Sehr praktisch war dabei, dass die Handlung in einem Museum spielt und wir daher die Gelegenheit hatten, die Texte zu schreiben, die die Ausstellungsstücke erklären, wenn uns mal nichts anderes einfiel. Unser Roman spielt in der Zukunft und das Museum ist ein Museum des vordigitalen Zeitalters, so dass wir so kuriose Dinge wie Festnetztelefone, papiererne Bücher oder Brettspiele beschreiben konnten.

Foto Plotgenerator

Hier entsteht unser Plotgenerator

Bei einem Treffen zwischendurch hat uns eine unserer Mitschreiberinnen, die eigentlich nicht am Roman beteiligt war, mit einem Plotgenerator beglückt und für unverhoffte Wendungen gesorgt: Wir erstellten gemeinsam ein Raster, das viele verschiedene Kombinationen zuließ, was unseren Figuren passieren könnte und was sie tun. Dann haben wir alle gewürfelt und mussten zu den erwürfelten Kombinationen schreiben. So passierte es dann, dass unsere Figuren auf einmal Unterwäsche tauschen oder Türen aufbrechen mussten.

In den letzten zwei Wochen haben wir uns abends oft noch kurze E-Mails geschickt, mit kurzen Andeutungen, was zuletzt wieder alles passiert ist und welche Cliffhänger wir eingebaut haben, um uns gegenseitig zum Weitermachen und Durchhalten anzufeuern. Das war fast wie eine spannende Serie zu gucken oder einen Fortsetzungsroman zu lesen, nur dass wir es zugleich selbst in der Hand hatten, den weiteren Verlauf der Geschichte zu steuern. Es war also zugleich ein Lese- und ein Schreiberlebnis.

Erst am vorletzten Abend haben wir mündlich gemeinsam überlegt, wie wir die letzten 8000 Wörter nutzen könnten, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Wir haben den anderen beiden Mitgliedern unserer Schreibgruppe die Geschichte erzählt und mit ihnen gemeinsam überlegt. Wie immer beim Schreiben hat das Reden darüber sehr geholfen und uns fiel auf einmal auf, dass unser Jungvermählter gar nicht so ein unbeschriebenes Blatt ist wie es bis dahin schien. Eigentlich ist er nämlich ein Schurke… Der Endspurt war dann auf einmal gar nicht mehr so schwierig. Zum erstem Mal im ganzen Schreibprozess hatten wir zumindest eine ungefähre Ahnung, worauf die ganze Geschichte hinauslaufen würde. Und wir haben es geschafft! Pünktlich am letzten Abend konnten wir die Geschichte dem Roman-Validierer von Nanowrimo anvertrauen und unsere Siegerinnen-Urkunde einheimsen.

Und ja, natürlich ist die Geschichte nicht druckreif geworden. Es gibt Ungereimtheiten, Sprünge, Längen und sprachliche Abgründe. Aber es ist eine Geschichte entstanden, von der im Oktober noch nicht einmal die kleinste Idee zu ahnen war. Das zu erleben und die Möglichkeit zu haben, eine Geschichte zugleich zu lesen und zu schreiben, war einfach großartig. Vielleicht werden wir irgendwann mal mehr draus machen. Aber erstmal werden wir jetzt unseren Sieg genießen und feiern. Zur Nachahmung empfohlen!

Und am Ende glaube ich sogar, dass ich auch für akademische kooperative Schreibprozesse etwas aus dieser Erfahrung mitnehmen kann. Was für unser Experiment nämlich absolut wichtig war, war die sich mit jedem Tag mehr steigernde Gewissheit, sich auf die anderen Mitschreibenden verlassen zu können. Zu wissen, dass die anderen es auch schaffen wollen und sich reinhängen und die Ideen der anderen mittragen, auch wenn sie vielleicht ganz anders sind als das, was man ursprünglich im Sinn hatte, war unbedingt notwendig für das Gelingen. Sich aufeinander verlassen zu können, ist sicherlich für jedes gemeinsame Schreibprojekt eine Grundvoraussetzung.

Literatur

Schindler, Kirsten; Wolfe, Joanna (2014): Beyond single authors: Organizational text production as collaborative writing. In: Jakobs, Eva-Maria; Perrin, Daniel (Hrsg.) Handbook of Writing and Text Production, Berlin/Boston: De Gruyter, 159-173.

Wolfe, Joanna (2010): Team writing. a guide to working in groups. Boston: Bedford/St. Martin’s.

Geschichten-Erfinder: Kartenspielerei für kreative Köpfe. Editon Büchergilde.

Fünf mal fünf Worte zur 8. Peer-Tutor*innenkonferenz in Hamburg

Logo PTK 15 Foto_ UHH_Schreibwerkstatt Mehrsprachigkeit

Bild: Schreibwerkstatt Mehrsprachigkeit

Vom 17.-19.09.2015 fand an der Universität Hamburg die 8. Peer-Tutor*innenkonferenz statt. Organisiert vom Team der Schreibwerkstatt Mehrsprachigkeit trafen sich rund 100 Schreib-Peer-Tutor*innen und Schreibzentrumsmitarbeiter*innen, um gemeinsam über das Motto „Sprache zum Schreiben – zum Denken – zum Beraten“ nachzudenken und zu diskutieren.

Die Beiträge – Vorträge, Workshops und Posterpräsentationen – näherten sich diesem Thema aus vielfältigen Perspektiven. Unter anderem wurde, so fasste das PTK-Team im Vorwort zum Konferenzprogramm zusammen, Sprache als Gegenstand des Schreibens, als Medium des Sprechens über das Schreiben und als Werkzeug des Sprechens über die Beratung thematisiert. Ein weiterer Hauptpunkt war Mehrsprachigkeit als Ressource für das Schreiben. Im Zug zurück nutzten wir die 5-Wort-Methode, um die Eindrücke der Konferenz zu reflektieren und diesen Blogbeitrag vorzubereiten. Jede*r schrieb schnell fünf Wörter auf, die er oder sie mit der Konferenz assoziierte. Im Anschluss schrieben wir zu diesen Impulsworten jeweils ein oder bis drei Sätze. Die dabei entstandene Sammlung von Eindrücken und Gedanken wollen wir im Folgenden mit Euch teilen:

Warum nicht einmal die Schreibblockade mit einem Sprachwechsel lösen? Mindmaps und Cluster lassen sich auch in anderen Sprachen als der Erst- und Muttersprache erstellen und können zu neuen Gedanken führen. Nutze deine Mehrsprachigkeit als Ressource zur Ideengenerierung, der Transfer aus der Wohlfühl- oder Fremdsprache erfolgt danach in die Zielsprache.

Ich mal mir nicht die Welt, wie sie mir gefällt, aber dafür mein Ich und wenn ja, dann viele. Also platziere ich ein Sprachmännchen auf einem weißen Blatt Papier, male in verschiedenen Farben, Motiven, Mustern und Formen meine Sprachkenntnisse hinein, die meine Identität prägen und bunt machen. Und welche Sprache spricht dein Herz?

Sprachenmännchen_Foto_Diana Koppelt

Mehr Informationen zum Sprachmännchen/Sprachenportrait gibt es hier. (Foto: Diana Koppelt)

Textfeedback kann so bunt sein. Mit Grün markiere ich, was mir auf der Satz- und Wortebene auffällt, mit Gelb inhaltliche Ungenauigkeiten und mit Orange gehe ich auf die Folgerichtigkeit der Argumentationskette ein. Durch die Benutzung eines Farbschemas wird die sprachliche Überarbeitung von der inhaltlichen getrennt und das Textfeedback strukturiert.

Und dann fällt mir mein Keks in der Kaffeepause in die Tasse des*der Peer Tutor*in aus der anderen Stadt, und mir fällt ein, ihn*sie doch einmal nach seinen*ihren Lieblingsberatungsmethoden zu fragen und mit ihm*ihr ein Handout zu besprechen, das ich selbst sehr gerne in der Schreibberatung einsetze. Aus einem Keks werden drei, Kontaktdaten sind schnell ausgetauscht und die überregionale Zweierschaft, ein Peer Tutor*innen-Tandem, kann gestartet werden.

Freewriting mal anders. Falte dein Blatt, schreibe links deinen Gedankenfluss auf und gebe das Blatt an deine*n Nachbar*in. Diese*r kann dein Freewriting dann kommentieren und somit schriftlich darauf Bezug nehmen. Auf diese Weise kannst du zu neuen Aspekten und Ideen gelangen und deinen Text weiter überarbeiten.

Diana Koppelt

Neben den tollen Workshops und Vorträgen waren die vielen Gespräche, die oft ganz informell waren, unheimlich inspirierend. Bei mir hat die Konferenz Lust auf mehr geweckt, erste Ideen für die nächste (S)PTK in Freiburg sind entstanden und ich fahre voll neuer Motivation nach Hause.

Obwohl es Teilnehmer*innen gab, die sich schon kannten, entstand für mich ein Community-Gefühl: wir alle haben ähnliche Ausbildungen und Erfahrungen und sind oftmals ganz unbefangen in Gespräche gekommen.

Mir wurde deutlich bewusst, wie verhältnismäßig wenig Literatur und Forschung bzw. Publikationen es gibt und wie essentiell aktives forschendes Lernen und publizieren in der Schreibzentrumscommunity ist!

Zum ersten Mal gab es auf der PTK digital slots. Da ich selbst keine Erfahrung zu digital slots und möglicher Software und daher Berührungsängste habe, waren für mich gerade diese digital slots besonders spannend. Mein Fazit: teils erschweren technische Probleme die Präsentation, die Vortragsweise und Power Point-Gestaltung ist anders als bei analogen Vorträgen – aber eine großartige Chance! Die Frage bleibt: Wie geht’s jenen, die präsentieren?

Ein wahnsinnig spannendes Thema, mit dem ich mich zukünftig mehr auseinandersetzten möchte: Das Differenzdilemma! Danke dafür an Tina Werner.

Anne Rothärmel

Auf der Konferenz habe ich zusammen mit Juliane Homann einen Workshop zum Thema Schweigen in der Schreibberatung durchgeführt. Der darin entstehende Austausch war sehr anregend und es wurde deutlich, dass die meisten Schreib-Tutor*innen Schweigen eher als Chance denn als Problem betrachten.

So könnte die entstehende Stille beispielsweise Raum zum Weiterdenken oder Verarbeiten von Erkenntnissen bieten oder als kurze Pause vor weiteren Arbeitsschritten genutzt werden.

Vielen Dank and die Hamburger Organisatorinnen!_Foto Leonardo Dalessandro

Vielen Dank and die Hamburger Organisatorinnen! (Foto Leonardo Dalessandro)

Im Workshop zum Thema „Mündliches Feedback für heterogene Studierende“ der Tutor*innen von skript.um und PunktUm aus Bielefeld wurde mir zudem in einer lebhaften Diskussion vor Augen geführt, wie wichtig und bereichernd es ist, seine eigenen Feedbackhaltungen zu reflektieren. Unter anderem wurde die Frage aufgeworfen, ob ein Text von Schreibberater*innen anders wahrgenommen wird, wenn diese wissen, dass der*die Schreibende Nicht-Muttersprachler*in ist.

Auch zeigte sich, dass sich aus den Beratungserfahrungen an der jeweiligen Universität oder Hochschule Feedbackgewohnheiten entwickeln können, die es immer wieder zu hinterfragen gilt.

Außerdem habe ich viele neue Impulse durch die in mehreren Beiträgen stattfindende Auseinandersetzung mit dem Thema Mehrsprachigkeit erhalten.

Anne Kirschbaum

Sehr beeindruckend war der Workshop von Juliane Patz und Ramon Schroeder, die als an anderen Hochschulen ausgebildete Peer-Tutor*innen nun in Magdeburg gelandet sind, wo sie autonome Aufbauarbeit leisten mit der “Initiative wissenschaftliches Schreiben an Magdeburger Hochschulen”.

Schreibprozesse können Wasserräder sein, oder Schrebergärten, Berge, Lauftraining, Schlösser, Einkaufskörbe, Puzzle… – all das kam im Metaphern-Workshop der Peer-Tutorinnen aus Bayreuth ans Licht.

Dass man durch die Arbeit im Schreibzentrum eine Leidenschaft für Wissenschaft entwickeln kann, zeigte sich in fundierten und spannenden Vorträgen und Posterpräsentationen von Peer-Tutor*innen, die Schreibzentrumsforschung aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven angehen.

Schön zu beobachten war die allerorten stattfindende Vernetzung zwischen Peer-Tutor*innen aus verschiedenen Schreibzentren in ganz Deutschland.

Die Begeisterung, aber auch die Professionalität der Peer-Tutor*innen, hat inzwischen zu einer standortübergreifenden Verwurzelung der Schreibdidaktik in Deutschland geführt.

Katrin Girgensohn

Viele Aspekte des Schreibprozesses können wir mit Metaphern und Vergleichen bildhaft machen. In einem Workshop von Peer-Tutor*innen aus dem Schreibzentrum Bayreuth haben wir spannende Vorschläge aus solchen Bereichen wie Bauwesen, Sport oder Reisen ausgearbeitet. Sie sollen uns jetzt helfen, die Inhalte in unseren Veranstaltungen verständlicher darzustellen.

Schreiben in einem Zug_Auf dem Weg zum Blogeintrag_Foto Anne Kirschbaum

“Schreiben in einem Zug” – Auf dem Weg zum Blogeintrag. (Foto: Anne Kirschbaum)

Auf der Konferenz hatten wir wieder die Gelegenheit, uns im Team besser kennenzulernen. Ich schätze unsere Teamkultur, die eine gute Mischung aus Mut und Demut ist. In der Freizeit hatten wir Spaß beim Lachen, Essen, und der Erkundung der Stadt Hamburg.

Den intensiven fachlichen Austausch fand ich wieder sehr bereichernd, vor allem die Diskussionen um den Begriff „Peer“. Damit konnte ich (Schein-?)Probleme unserer Arbeit identifizieren. Diskussionspotenzial besteht immer noch.

Die Peertutorenkonferenz in Hamburg war eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Schreib-Peer-Tutoren zu vernetzen. Ich hoffe, dass sich bald Wege finden, die die Vernetzung auch im Alltag ermöglichen. Und dass der Elan und die Begeisterung für die Themen „Schreiben“  und „Schreibberatung“ nicht verpuffen.

Michał Żytyniec

Learning about Writing Fellow Programs

Almost three exciting weeks are lying ahead of us. We, Franziska Liebetanz and Simone Tschirpke, two staff members of the Viadrina Writing Center (Frankfurt/Oder, Germany), are staying in the US, in order to learn more about writing fellow programs, about writing center work in general but also in order to reflect on our own practice back home.

For this educational journey, Franziska got a grant from ReiseLectureN/ VW. One important tasks is to find out, what writing fellows, teachers and the coordinators of other writing fellow programs think about the program: What works well? What needs to be improved? When can you call a writing program a writing fellow program and how flexible can a writing fellow program be? Answers to those questions can be useful in order to reflect, adjust and/or improve our own writing fellow program, that we started in 2013 in cooperation with the writing center of the Goethe University Frankfurt/Main. Furthermore, the knowledge and insights gained from other projects will also be helpful when transferring the idea of a writing fellow program to other universities.

In order to learn more about writing fellow programs and writing centers in general, we have the great opportunity to stay for a little more than a week at the writing center of the University of Wisconsin-Madison. We will meet its director Brad Hughes, from whom we learned so much about writing fellow program. Additionally, we will visit the Center for Writing-based Learning at the De Paul University in Chicago as well as the Norman H. Ott Memorial Writing Center at the Marquette University and the Writing Center of the University Wisconsin-Milwaukee, which are both located in Milwaukee. We’ll end our journey with a visit to the IWCA Conference in Pittsburgh where Franziska and Anja Poloubotko, coordinator of the Multilingual Writing Center of the Leibniz University of Hannover, will do a presentation about the history of German Writing Centers.

Schreiben in den Rechtswissenschaften – Stellenausschreibung

Die Juristische Fakultät und das Schreibzentrum der Europa-Universität
Viadrina haben eine Stelle im Bereich juristische Schreibdidaktik zu
vergeben. Wir freuen uns über zahlreiche Bewerbungen und über
Weiterleitungen dieses Gesuchs an möglicherweise interessierte
Juristinnen und Juristen.

Das Handwerkszeug eines jeden Juristen und einer jeden Juristin ist die
Sprache; und die Abfassung von Texten ist Ihr tägliches Brot. Nicht
umsonst besteht ein Hauptteil des Leistungsnachweises im Ersten Examen
deshalb im Schreiben von Klausuren. Oftmals unterschätzt wird von den
Kandidatinnen und Kandidaten, dass der berüchtigte „Korrektor“ nicht nur
ein juristischer Fachmann oder eine juristische Fachfrau ist, sondern
vor allem eines bleibt: eine Leserin bzw. ein Leser.

Die Kunst, sich möglichst klar und verständlich auszudrücken, eine
stringente Gedankenführung zu verfolgen, sinnstiftend Schwerpunkte zu
setzen und technisch überzeugend zu argumentieren, sind deshalb
notwendige, wenn auch unausgesprochene Teile der Prüfungsleistung und
müssen bewusst geübt werden.

Um unsere Studierenden dabei zu unterstützen, suchen die Juristische
Fakultät und das Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina eine/n
engagierte/n Juristin/en als akademische Mitarbeiter/in. Detaillierte
Informationen entnehmen Sie bitte der Stellenausschreibung unter
folgendem Link:
http://www.europa-uni.de/de/struktur/verwaltung/dezernat_2/stellenausschreibung/3300-15-13.pdf

Beste Grüße
Franziska Liebetanz & Katrin Girgensohn

Lessons learned in Tallinn – a review on the EATAW Conference

A warm welcome

Welcome at the conference (Photo: EATAW 2015)

From 15.06-18.06.2015, the 8th Biennal Conference of the European Association for the Teaching of Academic Writing (EATAW) took place in Tallinn. Hosted by the Language Centre of Tallinn University of Technology, 270 delegates from 40 countries were meeting to talk, discuss and work on a wide variety of topics in line with the conference theme of “Academic Writing in Multiple Scholarly, Socio-Cultural, Instructional and Disciplinary Contexts: Challenges and Perspectives”. Our Writing Center took part with eight delegates and as many contributions. With these, we covered a wide range of topics including visualisation techniques, multilingual writing groups, alternative writing assignments and tutor to tutor consultations. In this blog entry, some of our delegates would like to give a review on this event and to share their impressions, favourite contributions and insights from the conference.

Anne Kirschbaum

A promising future

EATAW conference, as always, was a great opportunity to meet people, to connect with colleagues and to learn about academic writing in other countries. It is wonderful to see how the European community that is dedicated to academic writing is developing. Representing a new generation of writing didacts, there were also many peer writing tutors at the conference. I was impressed how naturally they acted as colleagues and how self-confident and cleverly they were presenting. This shows that there is a promising future for the field of academic writing in Europe.

I heard a lot of stimulating presentations. For example, Julie Nelson Christoph from the Writing Center at the University of Puget Sound, USA, reported about her research on personal writing: What makes academic writing personal beyond obvious markers in the language of texts? She has investigated the academic texts of several researchers throughout their careers and then interviewed those researchers about their choices with regard to personal writing. A very inspiring workshop was held by Swantje Lahm from the Writing Center at the University of Bielefeld and Paul Anderson from Elon University, USA. They made us think about the local context of our work: How do politics, governmental decision, or local developments at our university foster or hinder our work? And how could we make use of this strategically?

As I was also presenting, I reported about a seminar based on the method of inquiry-based or research-oriented learning. Our students conducted empirical research to learn more about the quality-development of other students’ texts. Since this was a fascinating teaching experience for me and because I am very convinced of this method, it was great to have a broader audience for this topic. My other presentation was about our Writing Fellow program. Together with Stephanie Dreyfürst from Frankfurt/Main writing center and Franziska Liebetanz from our writing center, we were hosting a symposium about this topic. I was lucky enough to present preliminary results from an empirical study on written feedback that our Writing Fellows gave to other students. The study is a Master thesis, conducted by Jana Gutendorf, and I am really looking forward to reading and discussing the thesis later this year. It is so valuable to have intelligent students, that are so committed to writing center work that they dedicate their final theses to empirical research and contribute to this field. Jana’s thesis will help us to understand the Writing Fellow program in depth and develop support for written feedback on students’ texts. It will be published in our series “Schreiben im Zentrum”.

Katrin Girgensohn

Listening to the Keynote

Listening to the Keynote (Photo: EATAW 2015).

New ideas for establishing a fruitful tutor-tutee relationship

I am working as a peer tutor since the winter term of 2014/2015. One of the most important issues for me is establishing a good relationship between the student and the tutor in order to have a good basis for learning from and with each other, developing ones competences and seeing more perspectives of a discussed topic. That’s why I visited the impulse-speech “A working alliance: Framing the tutor-tutee relationship” of Monica Broido and Harriet Rubin from Tel Aviv University. It made me think about three essential issues to consider while having a one-to-one-session: a respectful and friendly partnership between tutors and tutees, an agreement on goals or expected outcomes and an agreement on activities and responsibilities, designed to achieve these goals. All these aspects are necessary for the work to be fruitful, balanced, and sustainable. At the beginning of each session, the tutor discusses with the tutee what he or she wants to work on. So during the consultation they are focused on what they want to achieve till the end of their meeting. This process of finding an agreement happens orally.

Furthermore I liked the idea of an activity that could be part of writing consultations: The tutor could go for a walk with the tutee in the case a student would like to do this to make sense of their thoughts. In my mind this is an appropriate and innovative way in order to combine ones mental and physical activity: When the tutee puts his or her legs in motion, the thinking process can also be innervated. Hence, new ideas for ones writing process and/or project can be explored, discussed and evaluated. This outdoor refreshment and different kind of conversation can lead to new thoughts. Besides during the talking process a certain level of mutual trust and connection can establish between the tutor and the tutee.

Diana Koppelt

Multilingualism – a valuable writing resource

As a peer tutor I was especially interested in other peer tutors’ perspectives on the field of supporting fellow students with their academic writing. That is why I will keep in mind the presentation of Özlem Alagöz-Bakan and Marco Linguri from the Writing Centers in Hamburg and Frankfurt/Main concerning multilingualism. Students coming from a language background that is different from the standard language in their academic surrounding are often regarded as problematic or in need of special support. Certainly, this can be the case and should not be underestimated.

However, Özlem and Marco support the view that this differing background can be a valuable resource for writing and that writers should consider their (foreign-) languages as a tool. They presented their small-scale study, in which students were encouraged to use different languages during the process of academic writing. In the preparation process, doing brainstormings, freewritings or other creative methods, this turned out to be easily adaptable. Not only bilinguals, but also monolingual writers used different languages within one text and found this fruitful.

What also became clear during the presentation is that multilingual-writing was not that easy for the non-creative, more formalized part of writing. One reason is that sources are read in one specific language, and the terms are not always easily transferable into another. But I do think that the use of multiple languages can still be very valuable. Why not translate an abstract into another language? The little insecurities and shifts in terms and language structure will provoke a reflection of what the writer actually wants to say. The text can than even be retranslated, in order to check how much the versions after being translated actually correspond. This method thus makes use of synonyms and the rich vocabulary pool of multilingual speakers.

But even languages that one has a lesser command of can be valuable: If a writer tends to write too widely and complicated, a peer tutor of writing might ask him or her to formulate in a rather insecure language, for example in French as learned in school. This can force them to express basic ideas and enforces the need to find synonyms. Just the fact that the writer is limited in his or her way of verbal expression can be fruitful to broaden perspectives on one‘s own text.

Pascal Bittner

Exploring logic and Estonia

Alexander Nevsky Cathedral in Tallinn's old town

Alexander Nevsky Cathedral in Tallinn’s old town (Photo: Anne Kirschbaum).

The conference was a great chance to learn a lot more about Academic Writing and to connect with people from other Writing Centers in the world.

My colleague Anne Kirschbaum and I did a Workshop about Logic in Academic Writing. We were working on some basic argumentative structures like syllogism and logical fallacies. The aim of the workshop was to make more aware the logical structures most writers are already applying intuitively and to use this knowledge more consciously when producing their own texts. Related to this subject, I visited another interesting workshop conducted by Gamze Oncul from the School of Foreign Languages at Middle East Technical University Northern Cyprus, Turkey: “Teaching argumentation: The Toulmin model at work”. This Argumentation Model is based on the ideas of the British philosopher Stephan Toulmin. It is very helpful to plan and structure the different steps of an argumentative essay.

Besides the professional input, I had a great time with the other conference participants tasting Estonian food, listening to a choir singing traditional songs, trying to learn a few words in a lovely language-class and visiting the old town of Tallinn. All in all, it was an instructive and pleasant time!

Alma Klein

Lernen und Schreiben in Beirut: Besuch an der American University of Beirut

Bild von Beirut

Die Bucht von Beirut

Ich hatte die große Ehre, zur 5. Internationalen „Conference on Effective Teaching and Learning in Higher Education“ eingeladen zu werden, die an der American University of Beirut statt fand. Diese jährliche Konferenz wird ausgerichtet vom Center for Teaching and Learning und vom Communication Skills Department, zu dem die Schreibkurse und das Schreibzentrum gehören. Ich fand sowohl die Konferenz als auch die Möglichkeit, Beirut kennen zu lernen, sehr spannend und so bin ich letzte Woche in den Libanon geflogen.

Der Campus der Universität liegt im Stadtviertel Hamra und ist eine grüne und ruhige Oase mit hübschen

Bild vom Campus der Amercian University of Beirut

Auf dem Campus der American University of Beirut

Sandsteingebäuden und zum Teil uralten, mächtigen Bäumen. Außerhalb der Campusmauern ist die Stadt ganz schön chaotisch: Die Häuser sind zum Teil noch voller Einschusslöcher vom letzten Krieg, der erst 2006 stattfand. Es gibt aber auch viele Neubauten,wobei in den nicht ganz so schicken Vierteln der Beton dominiert. Weil es keinen öffentlichen Nahverkehr mehr gibt fahren alle Auto. Und weil dafür nicht genügend Platz ist, wälzt sich der Verkehr die meiste Zeit im Schritttempo durch die engen Straßen, wobei ständig gehupt wird. Zugleich ist überall eine Aufbruchsstimmung zu spüren, die mich an Berlin in den 1990er Jahren erinnert hat: An jeder Ecke öffnen Bars, Clubs, Restaurants, Boutiquen oder andere Läden und die LibanesInnen scheinen wild entschlossen, das Leben zu genießen. Sehr faszinierend finde ich auch die Mischung aus moderner westlicher Welt und Orient. So gibt es zum Teil die gleichen Labels, Ladenketten und Coffeeshops wie überall auf der Welt und die Mode ist entsprechend die gleiche wie bei uns. Und andererseits schallt aus den Autos orientalische Musik, überall werden Wasserpfeifen geraucht, ein Teil der Frauen kleidet sich der muslimischen Religion entsprechend und überall sieht man arabische Schrift – die ich unglaublich schön finde!

Slide bloggende Lehrende

Aus einer Präsentation von bloggenden Lehrenden

Doch zurück zum Akademischen: die Konferenz dauerte zwei Tage, wobei der ganze erste Tag nach der Keynote aus Workshops bestand. In der ersten Keynote, von Milton Cox vom Center for the Enhancement of Learning in Ohio, USA, ging es um die Frage, warum an den Universitäten weltweit noch immer überwiegend mit Methoden unterrichtet wird, die das Gegenteil von dem sind, was die Lernforschung bewiesen hat. Gelehrt wird noch immer viel mehr Lehrendenzentriert als Studierendenzentriert. Selten basiert die Lehre hauptsächlich auf peer learning, active learning oder small group learning. Eine abschließende Antwort konnte Cox natürlich nicht geben, aber er plädierte für zweierlei: Zum einen dafür, „Implementation Research“ auf die Hochschuldidaktik anzuwenden. Implementation Research hat seinen Ursprung in der Medizin und untersucht, wie es gelingen kann, medizinische Forschungsergebnisse im Alltag von PatientInnen zu implementieren. Zum zweiten sieht er in sogenannten „Faculty Learning Communities“ (FLC) einen Schlüssel. Solche FLCs bestehen aus mehreren Lehrenden, die sich zusammentun, um beispielsweise zu erforschen, wie sich das studentische Engagement in Seminaren erhöhen lässt. Einer bestimmten Struktur folgend setzen sie sich mit dem Thema auseinander mit dem Ziel, am Ende Ergebnisse zu publizieren. Innerhalb dieser Struktur praktizieren sie aktives, selbstbestimmtes Lernen in einer kleinen Gruppe, so dass sie diese Erfahrung später (hoffentlich) in ihre Lehrveranstaltungen übertragen. Ich fand das Konzept interessant und möchte das gerne mal ausprobieren, denn es erscheint mir nachhaltiger als einzelne hochschuldidaktische Workshops.

Bild von Beirut

Beirut – hier weniger aufgehübscht

Ein weiteres interessantes Konzept, das ich auf der Konferenz kennen gelernt habe, ist der sogenannte „Flipped classroom“, oder auch „inverted classroom“. Hier ist die Grundidee, dass jene Stufen von Lernprozessen, die der Bloomschen Lerntaxonomie folgend die Basis für Anwendung bilden, vor der Lehrveranstaltung stattfinden. Dafür designen die Lehrenden Lernmaterialien, die die Studierenden nutzen, um sich eigenständig ein Grundwissen zu erarbeiten. Dieses Grundwissen wird dann auch in irgendeiner Form getestet, um zu sehen, ob die Ausgangsbasis gegeben ist. Im Seminar geht es dann nicht mehr darum, Wissen zu erarbeiten oder zu vermitteln, sondern darum, es anzuwenden. Es geht um Lernaktivitäten

Bild von Beirut Downtown

Beirut im völlig neu wieder aufgebauten Downtown

auf höheren Levels. Und nach dem Unterricht folgt – wiederum autonom – eine Reflexionsphase. Das alles muss gut geplant, strukturiert und angeleitet werden. Darin liegt der wesentliche Unterschied zu dem bei uns viel praktizierten Konzept, Studierende im Voraus Texte lesen zu lassen – was oft genug nicht dazu führt, dass im Seminar dann wirklich von einer gemeinsamen Wissensbasis ausgegangen werden kann.

Besonders beeindruckend fand ich eine Präsentation von Maya Sfeir, die auch im Writing Center der AUB arbeitet. Sie hat in ihren Schreibkursen begonnen, auf der Basis von journalistischen, literarischen und persönlichen Texten eine Auseinandersetzung mit der

Bild von Beirut

Die Textur der Großstadt ist überall auf der Welt ähnlich

jüngsten libanesischen Geschichte anzuregen. Denn die jüngsten Konflikte und Kriege sind anscheinend noch ein Tabu. Es wird nicht darüber geredet und die jüngere Generation weiß wenig darüber und hat keine Gelegenheiten, sich auszutauschen. Das hehre Ziel des Kurses ist es, so etwas wie Konfliktresistenz bei den Studierenden zu fördern, in dem diese sich in ihren Texten kritisch und persönlich mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Die vorgestellten Beispiele zeigten sehr beeindruckend, dass Maya damit bei den Studierenden einen Nerv getroffen hat und vermutlich wirklich zu einer Konfliktresistenz beigetragen hat – die das Land unbedingt braucht!

In meiner eigenen Keynote habe ich über die Ergebnisse meiner Studie zu Implementierungs- und Führungsstrategien von Schreibzentrumsleitenden gesprochen. Es kam eine sehr interessante Diskussion zu stande. So wurde deutlich, dass die Studie auch für Lernzentren und ähnliche Einrichtungen relevant ist. Für mich war es sehr erfreulich zu sehen, dass es für viele offenbar sehr anregend war, über die Rolle von Schreibzentrumsleitenden nachzudenken.

In den folgenden Tagen hatte ich dann die Gelegenheit, mich mit KollegInnen vom Writing Center, vom

Bild vom Schreibzentrum der AUB

Im Schreibzentrum der AUB

Communication Skills Department, und vom Center for Teaching and Learning auszutauschen. Wie schon so oft war es wunderbar zu erfahren, dass wir überall auf der Welt die gleichen Anstrengungen unternehmen, die gleichen Probleme haben, aber auch die gleiche schöne Erfahrung teilen, wesentlich zur Bildung von jungen Menschen beitragen zu können. Die Peer Tutorinnen im Schreibzentrum waren sehr neugierig auf unsere Arbeit in Frankfurt (Oder) und wir stellten fest, dass wir sehr ähnlich arbeiten. Wir würden sehr gerne einen Austausch beginnen, in welcher Form auch immer.

Fazit: Der Libanon ist auf jeden Fall eine Reise wert und der Austausch mit KollegInnen überall auf der Welt erst Recht. Ich bin sehr froh, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe: Vielen Dank an das Organisationsteam!

 

Hochschulperle für Writing Fellow Programme – bitte bis 26.1. abstimmen!

WF Zeichnung 2Wir freuen uns über Unterstützung beim Wettbewerb um die “Hochschulperle des Jahres 2014”. Im August 2014 haben wir die „Hochschulperle des Monats“ für die Writing Fellows Programme der Goethe Universität Frankfurt/Main und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) gewonnen:

http://www.stifterverband.info/wissenschaft_und_hochschule/hochschulperle/2014/2014-08/index.html

Writing Fellows sind schreibdidaktisch ausgebildete Studierende, die mit Lehrenden verschiedener Fächer eng zusammen arbeiten und schriftliches und mündliches Feedback auf die studentischen Schreibaufgaben geben. Im April letzten Jahres hatte Writing Fellow Anne hier über ihre Erfahrungen berichtet. Bis 26. Januar 2015, 11.00 Uhr darf nun darüber abgestimmt werden, ob die Writing Fellows Programme auch die Jahresperle gewinnen. Wir würden uns sehr über Unterstützung freuen, um die Idee der Writing Fellows und damit auch Schreibzentren bekannter zu machen.

Hier geht es zum Voting zur Unterstützung der Writing Fellows Programme:

http://www.stifterverband.info/wissenschaft_und_hochschule/hochschulperle/2014/voting/index.html

Für weitere Informationen:

Writing Fellows Europa-Universität Viadrina: http://www.europa-uni.de/de/struktur/zfs/schreibzentrum/Angebote/fuer_Studierende/writing_fellows/index.html

Writing Fellows der Goethe Universität Frankfurt/Main: http://www.uni-frankfurt.de/48203334/writingfellows

Herzlichen Dank für’s Abstimmen und für’s Weiterleiten!

Zehn Jahre Schreibcenter der Uni Klagenfurt – Herzlichen Glückwunsch!

Klagenfurt

Am 14.und 15. November 2014 hat das Schreibcenter der Alpen Adria Universität Klagenfurt sein 10jähriges Jubiläum gefeiert und aus diesem Anlass auch zu einer Tagung eingeladen, die gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftliches Schreiben (Gewiss) ausgerichtet wurde. Außerdem wurde eine Lange Nacht des Schreibens veranstaltet. Ich möchte hier ein paar Eindrücke teilen, die ich mitgenommen habe, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

In Erinnerung bleibt mir zum Beispiel der Film, den das Schreibcenter anlässlich des Jubiläums produziert hat. Darin kommen unter anderem Lehrende zu Wort, die mit dem Schreibcenter zusammenarbeiten, um die Lehre durch Schreiben aktiver und studierendenzentrierter zu gestalten. Es wird von den vielen Facetten berichtet, die den Alltag des Schreibcenters ausmachen – neben der Arbeit mit Studierenden gibt es zum Beispiel Schulkooperationen und viele weitere Kooperationen in der Region Kärnten. Gespickt wird der Film mit vielen Zitaten über das Schreiben, die Lehrende, Forschende und SchriftstellerInnen vortragen – einer sogar auf dem Kopf stehend.

Im Eröffnungsvortrag erinnerte Gerd Bräuer an die Entstehungszeit des Schreibcenters, die er begleitete. Das Motto damals war zunächst: „Mit wenig Geld viel bewirken“, denn, wie so oft in unserem Bereich, war die Anfangszeit vor allem von viel Engagement der Beteiligten getragen. Unbestritten ist sehr viel bewirkt worden und die Arbeit des Schreibcenters dreht sich keineswegs nur um das Schreiben, sondern auch sehr viel um das Lernen und Lehren. Bei dem „wenig Geld“ dürften Schreibzentren aber nicht stehen bleiben, mahnte Gerd Bräuer im Hinblick auf die vielen Schreibzentrumsgründungen der letzten Jahre an. Zu groß ist sonst die Gefahr, dass Schreibdidaktik nur zu kosmetischen Veränderungen führt und nicht zu einer nachhaltigen Entwicklung der Lehr-Lernkulturen im Sinne des Literacy Management.

Ein Workshop von Alexandra Peischer brachte die Schreibberatung zusammen mit der Systemischen Beratung. Es war für mich nicht das erste Mal, dass ich versucht habe, zu verstehen was die systemische Beratung von der nicht-direktiven, schreibendenzentrierten Beratung unterscheidet, die in vielen Schreibzentren der Beratungsansatz ist (siehe zum Beispiel den Aufsatz von Ulrike Lange und Maike Wiethoff im Band „Schreiben“ von Stephanie Dreyfürst und Nadja Sennewald). Auch dieses Mal fand ich die Unterschiede in den Beratungsansätzen theoretisch wenig fassbar. Allerdings konnten wir einige Werkzeuge der systemischen Beratung in Rollenspielen erproben. Durch diese praktische Herangehensweise konnte ich erleben, inwiefern einige dieser Werkzeuge den „Beratungskoffer“ für die Schreibberatung sinnvoll ergänzen. Das war überzeugend und hat mir Lust auf mehr gemacht.

Als Ergänzung zur Schreibberatung haben Birgit Huemer und Marcus Rheindorf ihren Ratgeber vorgestellt: „Das Betreuungsgepräch: ein Ratgeber für die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten“. Das von der Universität Luxembourg herausgegebene Booklet basiert auf den in vielen Schreibberatungen gesammelten Erfahrungen zur Betreuungsproblematik und richtet sich explizit an Lehrende, nicht an SchreibdidaktikerInnen. Es geht darin u.a. darum, das Betreuungsverhältnis zu definieren und zu klären, welche unterschiedlichen Betreuungsleistungen in den unterschiedlichen Phasen von Schreibprozessen erforderlich sind. Ein weiteres Kapitel unterstützt dabei, eine gemeinsame Sprache der Betreuenden und der Betreuten zu entwickeln, um das Sprechen über das wissenschafliche Arbeiten zu erleichtern. Die AutorInnen plädieren dabei dafür, sich bewusst mit dem Gebrauch von Metaphern auseinanderzusetzen. Ein Kapitel zum Textfeedback erläutert schließlich die verschiedenen Dimensionen des Feedbacks auf wissenschafliche Arbeiten und betont dabei, dass diese jeweils auch abhängig davon sind, in welcher Studienphase die Schreibenden sind – StudienanfängerInnen bräuchten anderes Feedback als Studierende, die ihre Abschlussarbeit schreiben.

Otto Kruse stellte in einem Vortrag Forschungsergebnisse aus einer Fragebogenstudie mit BA-Studierenden und deren Lehrenden vor, die in Kooperation mit der Universität Konstanz entstanden ist. Diese Studie basiert auf dem in einem EU-Projekt entwickelten, ursprünglich länderübergreifenden und mehrsprachigen „European Writing Questionnaire“. Ziel der Studie ist es, Daten zu gewinnen, mit denen ein Verständnis für Schreibkulturen an Hochschulen entwickelt wird und die z.B. Schreibzentren bei der Argumentation für ihre Arbeit unterstützen können. Die Schwerpunkte sind dabei Schreib- und allgemeine Studienkompetenzen, Schreibpraktiken, Einstellungen zum Schreiben, Genres im Studium und Interpretation der Genres, Vergleich zwischen Fächergruppen bzw. Disziplinen, Vergleich von Stufen des Studiums, Vergleich von Lehrenden vs. Studierenden (Selbst- und Fremdeinschätzung der Kompetenzen) und der Bedarf an Unterstützung für das Schreiben aus Sicht Studierender. Die Ergebnisse vorzustellen würde an dieser Stelle zu weit gehen. Das Instrument dieses Fragebogens erscheint mir jedenfalls sinnvoll, auch wenn sich gezeigt hat, dass es gar nicht so einfach ist, bestimmte Dinge zu erfragen. Zum Beispiel scheinen die Befragten unter dem Begriff „Hausarbeit“ nicht immer das gleiche zu verstehen.

An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Glückwunsch zum 10jährigen Geburtstag und vielen Dank für die gelungene Feier an alle Beteiligten!

 

 

Neuer Durchgang Weiterbildung „Schreibzentrumsarbeit und Literacy Management“ 2015

coverflyer_hpLiebe Kolleginnen und Kollegen,

wir bieten ab 2015 eine neue Runde der Weiterbildung „Schreibzentrumsarbeit und Literacy Management“ für externe Interessierte an. Das Angebot reagiert auf verschiedene Anfragen und auf den wachsenden Bedarf an schreibdidaktisch ausgebildeten Menschen, die an Schreibzentren an Schulen und Hochschulen, in hochschuldidaktischen Einrichtungen, Graduate Schools oder auf dem freien Markt als SchreibberaterInnen, SchreibtrainerInnen und Literacy ManagerInnen arbeiten möchten. Unsere Weiterbildung unterstützt die Implementierung und Institutionalisierung schreibdidaktischer Angebote. Sie umfasst fünf dreitägige Präsenz-Module sowie Online-Arbeit zum Literacy-Management mit der E-Portfolio-Software Mahara.

Die Weiterbildung wird in Kooperation mit der PH Freiburg am Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina durchgeführt. Sie bringt außerdem die Expertise von Expertinnen und Experten weiterer universitärer Schreibzentrum und freiberuflich tätiger SchreibberaterInnen ein. Die Weiterbildung kostet 4.000 Euro incl. Lehrmaterialien sowie für die Präsenzmodule jeweils zwei Übernachtungen und Verpflegung. Übernachtungen und Verpflegung gehören zum Konzept der Ausbildung, da wir langfristige kollegiale Netzwerke initiieren wollen und die gemeinsam verbrachte Zeit dafür wichtig finden.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten gibt es auf unserer Homepage: www.europa-uni.de/schreibzentrumsweiterbildung und in unserem Flyer (Flyer_Schreibzentrum_web).
Bis zum 01.02. 2015 ist die Anmeldung möglich.

Wir freuen uns, wenn diese Informationen weiter geleitet werden!

Mit den besten Grüßen
Franziska Liebetanz & Katrin Girgensohn

 

 

 

 

 

Writing Centers in Motion EWCA Conference 2014

Special welcome from Viadrina President Gunter Pleuger for participants from South Africa

Special welcome from Viadrina President Gunter Pleuger for participants from South Africa

Thank you all for this successful conference! It has been a great pleasure and honour to host you here at European University Viadrina on the river Oder, on the German-Polish border right at the heart of Europe. During our conference from July 19th to July 22nd 2014 we could welcome you, over 200 people from 36 nations, to present, discuss and share their thoughts, ideas and opinions about this year’s main motto “Let’s peer across Borders, Writing Centres in motion”. A motto encouraging us to cross all kinds of borders: the borders of our many different home countries, language and cultural borders and not least, the metaphorical borders of the different discourse communities and writing cultures. The motto further involved peering into writing centre work as an idea of collaborative learning: A method situated right in the centre of writing center theory and practice. With a pre-conference peer tutor day, a peer tutor presentation track, workshop track and keynote, we could also gather many peer writing tutors from all over the world and so make the conference a collaborative learning event. Especially our youngest researchers so had the chance to gain some experience at an international conference and to socialise with people from all over the world.
On four days the Campus has been busy as a beehive with writing enthusiast even though subtropical summer temperatures gave us a bit of a hard time. However, as our conference team and our many helpers provided everyone with water and refreshing tissues, no one bothered too much.
Many of you enjoyed the possibility to connect with one another at our idyllic Conference Barbecue at Ziegenwerder, well prepared against cheeky insects. Others joined a trip to explore the city of Frankfurt (Oder) or took part in our history trip to „Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR“ in Eisenhüttenstadt.
We hope you had a great time participating at the conference with the academical programme we provided and the leisure time activities, we offered to give you the possibility to relax in between. We hope that you could share your ideas and visions, got inspired by each other’s research, could enrich your networks and make some new friends.
The only thing left to say regards writing centers increasing importance across the globe, stressed by your many different home countries: A rising interest in our work can make us all proud and encourage our growing community to keep developing. We are strikingly in motion!

Please scroll down for some impressions from the conference our Peer Tutors would like to share with you:

The Contribution of Peer Writing Tutors to the sustained Development of Writing Centers

It was a huge honour for me to present the process and results of my empirical research for my master thesis as a keynote at the EWCA conference 2014. My research was on the subject

Participants could post each other messages in the "conference post office"

Participants could post each other messages in the “conference post office”

of “The Contribution of Peer Writing Tutors to the sustained Development of Writing Centres“ which I conducted from September 2013 till April 2014. I developed a prezi-presentation for the international EWCA 2014 audience focusing on the background information (research questions, aim, hypothesis, and research method), the research process (data collection and analysis) and the results. The presentation is available on request. The German speaking audience can find my master thesis published here: http://opus.kobv.de/euv/volltexte/2014/92/pdf/Masterarbeit_Poloubotko.pdf

I was very moved by the elaborate introduction of Dr. Katrin Girgensohn concerning my five-years work at the writing centre at European University Viadrina and my engagement within the EWCA as a researcher and board member. Moreover was I truly touched and overwhelmed by the positive response to my keynote presentation. The standing ovation still feels like a dream. It was great to have the support from all the peer tutors which I got to know at different (peer tutoring) conferences and during the European Peer Tutor Day 2014. It was really fantastic to be in charge of organising the Peer Tutor Day and a pre-conference event for exchange and networking among peer tutors from writing centres worldwide. (For more information on the Peer Tutor Day please see another blog article.)
Anja Poloubotko

A new Method for collaborative Writing

While we tend to think that it is difficult (or at least challenging) to write a piece of text together, a group of writing tutors from Goethe Universität at Frankfurt (Main) presented an

Keynote speakers Paula Gillespie, Brad Hughes and Harvey Kail

Keynote speakers Paula Gillespie, Brad Hughes and Harvey Kail

interactive workshop to experiment with a new, self-invented method. At first, we brainstormed about what collaborative writing means (for example working on the same text together, rather than writing a chapter each), and reflected on experiences, we may have had. Next, we shifted to the experimental part of the workshop: splitting up in groups of two, we received instructions to write a page of text in any style we would like (news article, diary entry, poem, fairytale…) about how we imagine our ideal writing centre to look like, therefore only using three main ideas. Key to the exercise was the time limit of 30 minutes, during which each pair of authors had to organise themselves around which type of text to write, writing the actual text and editing a final version.
When sharing our texts back in the group, we discussed our experiences and found that this method could come in useful for future collaborative writing projects. We were surprised to find that we were able to get a lot done in the short time provided!
Juliane

 

Short Impression of the Workshop „When Tutor meets Tutor“

gd foyer

conference participants arriving

Being a Peer Tutor myself, I completely enjoyed taking part in the workshop. The two Workshop leaders started by explaining how the idea for pursuing this topic has come into their minds: At the Writing Center of the European University Viadrina, where both of them are working, it sometimes happened, that no student at all was attending the writing consultation. Hence they decided to use this time to have a tutoring session for and by themselves, i.e. a peer to peer writing consultation. They realised that this could be quite fruitful and interesting so they decided to share their experiences with us. During the Workshop we got together in pairs and had a peer-to-peer- writing consultation on our current writing projects.
In the end we summed up, that this is a really interesting experience due to our different backgrounds and due to the consciousness that we were consulting another peer tutor, who probably knew as much about writing methods and strategies as ourselves. It was different but really helpful!
Maike Tjaden

My Favourite Project

Keynote speaker Swantje Lahm

Keynote speaker Swantje Lahm

From all the interesting and inspiring presentations I listened to during the EWCA conference, there is one project I immediately thought of, when a colleague asked me to write a comment for this blog. The presentations name was „How I Write, Ireland“, a contribution by the University of Limerick in Ireland. It consisted of a series of interviews with prolific Irish writers in which the authors answered questions concerning both their individual writing process in general and the strategies they used to reach a particular writing goal.
The University of Limericks Regional Writing Center provides not only the interviews’ video recordings but further transcripts and possible outlines for a teachers lesson. That way, the interviews can be used as a learning tool by both, staff and students. Further, the Writing Center wishes to collect some data about how teachers use the interviews in their attempts to help improve students writing.
While giving information about the project in their presentation “How I Write, Ireland: Sharing the Experiences, Processes, and Strategies of Prolific Writers“, Lawrence Cleary and Aoife Lenihan were showing some sequences of the interviews. Even if these tiny snippets have only been providing the audience with small insights in the interviewees writing processes, they were really interesting for me. I was surprised to hear from professor Tom Moylan that he – after numerous published works – is still struggling with his role as a writer, feeling that his working-class background keeps him from really belonging to the scientific community he is actually writing for. This made me think of my own experiences as a student and a Peer Tutor: A lot of students feel insecure when discussing their writing projects with their lecturer – a person they expect to know everything, while they consider themselves to know nearly nothing. For this reason some of them choose to dismiss their own ideas and strictly follow the lecturers impulses instead. Doing so, they are disempowering themselves from pursuing their own style and developing new ideas and thoughts. Likewise, a lot of them, at times including myself, consider themselves to write for credit points only instead of writing for an academic audience. They simply feel to young and inexperienced to contribute to the world of science – following these trains of thoughts, a lot of them do not recognise the actual worth of their writing. In my view, this is a pity and I am sure that a lot of ideas get lost due to a lack of self-confidence from student writers. To show them that even their professors face similar problems during the writing process could be one way to improve students confidence with their work and to consider themselves as members of the academic community. At the same time, the project offers them the opportunity to hear about strategies that might help them during their own writing process. To conclude, I really like this project and I think the concept can provide students with a lot of ideas that are worth to think about.
Anne Kirschbaum

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