Der weite Weg an die Oder

Angekommen im Schreibzentrum trinke ich den dritten Kaffee meines zweiten Tages in Frankfurt (Oder). Den ersten trank ich traumwandlerisch in der heimischen Küche, den zweiten im Zug – eingekeilt zwischen einem grau mellierten, Bier trinkenden Franzosen aus Polen und einem Kraft strotzendem philosophierenden Spanischliebhaber; hablas Espagnol? Nein, leider nicht. Ich drehe meinen Kopf zum Fenster und die Bäume rauschen lautlos vorbei und durch meinen Kopf: RS, SB, SZ, FFO, TT. Vor mir tut sich ein neues Universum auf; samt Fremdsprache.

SB, lerne ich sodann, bin ich selbst seit Oktober; eine Schreibberaterin (oder doch PT: eine Peer Tutorin?) im SZ (Schreibzentrum). Am Bahnhof reißt mich der Strom der ausgestiegenen RE1ler mit auf den Vorplatz, benebelt der Asia-Imbiss mein Geruchsorgan. Nun bin ich also, über den Umweg Togo, wo ich mit Schülerinnen und jungen Frauen Theater spielte, wieder hier an der Oder gelandet, um die RS (Ratsuchenden) tatkräftig beim Schreiben im Studium zu unterstützen. Gleichzeitig hoffe ich auch, an und mit ihnen wachsen zu können.

Indes nehme ich mir vor, die nächsten Zugfahrten für mein ganz persönliches Schreibexperiment zu nutzen: Einen Groschenheftroman à la George Simenon in weniger als drei Wochen. Der belgische Autor und Vielschreiber brauchte, so sagt man, angeblich für seine (Kriminal-)Romane im Schnitt jeweils nur eine Woche. Vielleicht, denke ich, folgt auf den dritten also noch ein vierter und fünfter Kaffee.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s