Das Schreibzentrum der Europa- Universität Viadrina- was ist das für ein Raum?

Gehen wir in das Schreibzentrum der Viadrina. An der hellbraunen Holztür hängen bunte Schilder, die auf die Öffnungszeiten, die Schreibsprechstunde, Promovierendenberatung und weitere Angebote des Schreibzentrums hinweisen. An der Tür hängen auch unser Missionstatement und verschiedene Zeitungsartikel. Ich öffne die Tür und höre das Glucksen der Kaffeemaschine. Es duftet im ganzen Raum nach Kaffee. Sebastian sitzt am Tutorencomputer und lächelt mir zu. Der Raum ist groß und in diesem Raum passiert viel.
Manchmal stelle ich mir vor, ich könnte all die Gedanken der Studierenden, der Seminarteilnehmenden, Promovierenden, der SchreibberaterInnen, der TeilnehmerInnen des Hochschulzertifikats „Schreibzentrumsarbeit und Literacy Management“ und die meines Teams sammeln. Könnten sie in ein Glas passen? Oder müsste ich Unmengen an kleinen, großen, dicken und dünnen Gläsern suchen, um all die Gedanken festzuhalten. Und würde ich sie öffnen, würde der Raum und die Gänge des Sprachenzentrums bis hin nach draußen voller Gedankenluft gefüllt werden? Es ist nämlich so: Schreibende denken nicht nur über die Textoberfläche nach sondern sie müssen sich intensiv mit ihren Schreibthemen auseinandersetzen. So waren Adorno, Ellbow, Foucault, Keynes, Mayring, Kant, Kleist … bereits in unserem Schreibzentrum.
Gestern habe ich für das Seminar „Wissenschaftliches Schreiben lernen durch Prozessschritte und Schreibberatung.“ Tische und Stühle umgestellt damit alle 25 Studierenden genügend Platz zum Arbeiten haben. Einmal kam eine Studentin und stellte verblüfft fest, jedes Mal wenn sie komme, würde der Raum anders aussehen. Ja, der Raum ist multifunktional, nicht nur wegen den beweglichen Tischen und Stühlen. Mal ist er ein Seminarraum (ich stelle alle Tische um, bilde lange Seminartische), mal Schreibberatungsraum (wir bilden mit den Tischen kleine Inseln, an denen beraten werden kann), mal bietet der Raum Platz für die TeilnehmerInnen der Weiterbildung (ich bilde lange Tafeln oder kleine Inseln), mal ist er unser Team- und Weiterbildungsraum (wir setzen uns zusammen und besprechen alles was anliegt) und mal ist er Raum für unsere Schreibevents, wie der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ oder dem „Schreibmarathon“ und mal ist das Schreibzentrum einfach nur Schreibraum, Forschungsraum oder Fachbibliothek.
Der Raum ist aber auch unser Büro. Links hinten steht mein Schreibtisch. Hier sitze ich fast jeden Tag und plane meine Seminare, schreibe, koordiniere das ganze Schreibzentrum, beantworte die tausend E-Mails, schreibe, telefoniere, schreibe….. Rechts steht der Computer der Schreibberater und Schreibberaterinnen. Sie sind oft hier, da die Schreibsprechstunde vier Mal die Wochen angeboten wird. Die SchreibtutorInnen sind aber auch hier, um Handouts zu entwickeln, Konzepte zu schreiben und mir bei der Arbeit zu helfen. Oft bleiben die TutorInnen, um einfach hier zu sein, sich zu unterhalten und an ihren eignen Arbeiten zu schreiben oder zu forschen. In unserem Schreibzentrum treffen so viele Menschen zusammen und alle haben etwas gemeinsam. Sie schreiben und interessieren sich für das Schreiben. Beispielsweise fand am Wochenende das zweite Modul des Hochschulzertifikates „Schreibzentrumsarbeit und Literacy Mangement“ statt. Viele interessierte Dorzierende, Uni- MitarbeiterInnen aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich kamen zusammen, um sich im Bereich „Schreibdidaktik und Literarcy Management“ fortzubilden. Es war ein sehr schönes Wochenende. Die gelb- und orangefarbenen Lilien stehen immer noch auf den Tischen und duften. Sie erinnern mich an das erfolgreiche Modul des Hochschulzertifikates.
Gestern kamen zur Schreibberatung Studierende. Sie tauschten sich mit den Beraterinnen und Beratern über ihre Hausarbeiten Essays oder Abschlussarbeiten aus. Sie nahmen Platz auf dem blauen Sofa und warteten geduldig, bis sie dran waren. Gestern kam außerdem Besuch von der Universität aus Kassel und ich stellte unsere gut ausgestattete Bibliothek zur Schreibdidaktik und rund um das Thema Schreiben vor.
Heute findet das Seminar zum wissenschaftlichen Schreiben und Peer Tutoring statt. Die Tische stehen schon und die bunten Blätter und Stifte warten nur darauf beschriftet zu werden. Danach wird es ein Seminar zum Schreiben für Studierende der Interkulturellen Germanistik geben. Morgen früh haben wir Teamtreffen und danach werden wir unsere Türen für die Schreibberatung öffnen und schnell kleine Beratungsinseln zaubern. Luise wird sich an meinem Schreibtisch setzen und brav die anfallenden Abrechnungen für das Hochschulzertifikat machen und ich esse derweil Mittag🙂 Am Donnerstag wird es ein wenig ruhiger und ich kann an meinem Schreibtisch konzentriert arbeiten, bis Anja und Sebastian kommen und die Schreibberatung anbieten.

Es ist ein lebendiger und ein schöner Raum.

Ein Foto vom Schreibzentrum

Bild von einem Seminar

Mittagspause AK-Treffen 2010

3 Responses to Das Schreibzentrum der Europa- Universität Viadrina- was ist das für ein Raum?

  1. Nora sagt:

    Ach wie gern würde ich doch wieder in diesem gemütlichen Raum sitzen, schreiben und arbeiten…
    Liebe Grüße von weit weg
    Nora

  2. Ja, das Schreibzentrum ist wirklich ein lebendiger Raum – in jeder Hinsicht! Ich habe ein paar Bilder eingefügt, die das noch mehr illustrieren und hab gleich ein bisschen Heimweh bekommen…
    Katrin

  3. Pingback: Writing Center Leadership Series « Schreiben im Zentrum

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: