Schreibmarathon am Schreibzentrum

– ein Bericht von  von Annemarie Bracht (Schreibzentrum Ruhr-Uni Bochum) und Michał Żytyniec (Schreibzentrum Viadrina)

„Das ist Mandy aus München, sie mag gerne Melone; ich bin Simone aus Stuttgart und esse gerne Suppe…“ – mit diesem netten „Ich-packe-meinen-Koffer“-Spiel macht kennenlernen richtig Spaß und man kann sich Namen sogar merken! So der vielversprechende Beginn einer schreibintensiven und erfolgreichen Woche beim diesjährigen Schreibmarathon der Europa-Universität Viadrina.

An fünf Tagen konnten insgesamt fünfzehn Studierende die Zeit nutzen und in der anregenden und produktiven Atmosphäre des Schreibzentrums an ihren Hausarbeiten feilen: vom Planen, übers Schreiben der Rohfassung bis hin zur Korrektur war alles dabei.

Ruhige Schreibatmosphäre im Schreibzentrum

Ruhige Schreibatmosphäre im Schreibzentrum
(Foto: Annemarie Bracht)

Während der Raum des Schreibzentrums ausschließlich zum Schreiben reserviert war, luden im Nebenraum Snackbar und zu Sitzgruppen drapierte Tische zum Austausch in der Pause ein. In beiden Räumen sorgten Blumen, ebenso wie Kekse, Papier und bunte Stifte für eine freundliche Atmosphäre.

Im Anfangsworkshop von Mandy Pydde hatten die Schreibenden eine Möglichkeit, bereits am Montag eigene Vorhaben für die Woche auf einer Zielscheibe zu markieren. Im Freewriting zum Thema „Mein Schreibprojekt erzählt …“ konnten sie gleich die erste Schreibmethode erproben, um sich dann im Austausch untereinander von der Wichtigkeit des Sprechens beim Schreiben zu überzeugen. Am Mittwoch fand auch die Beratung durch die professionellen Schreibberater statt, die mitten auf der Marathon-Strecke Hinweise und Stärkung für den weiteren Lauf angeboten haben.

Schreibberatung

Schreibberatung im Nebenraum
(Foto: Annemarie Bracht)

„Oh du meine geliebte Hausarbeit

es ist so weit

doch das Ende ist blau.

Und es entsteht ein toller Bau.

Doch kenn ich dich noch nicht genug,

Obwohl mein Vorgehen ist klug.

Ich werde alles tun, was nötig ist,

Sodass Du dann echt zufrieden bist;

Wie der Professor, der dich hoch erfreut liest J“

So lautet eines der zwei Tage später gemeinschaftlich entstandenen sogenannten „Knick-Gedichte“. Dabei geht es darum, reihum auf eine vorgegebene Zeile je zwei neue Verse zu schreiben, diese nach hinten zu knicken und an seinen Nachbarn weiterzugeben.

Aber nicht immer ging es so amüsant in den kleinen Warm-Up-Übungen zu, denn am Dienstag wurde fleißig zum Thema „Was fasziniert mich an meiner Hausarbeit?“ geclustert. Am Donnerstag half ein kleiner „Schreibeinstimmer“, sich selbst und seine gegenwärtige Stimmung zu reflektieren und sich positiv auf seine Schreibtätigkeit einzustimmen. Am letzten Tag erwartete die Teilnehmer eine kleine Überraschung: jeder durfte sich eine tolle Postkarte mit ermutigenden Sprüchen wie „Du schaffst das!“ oder „Entspann dich!“ aussuchen und freundliche Worte seines Dozenten an sich selber richten. Durch die Übungen haben sich die „Marathon-Schreiber“ mit den Strategien angefreundet, die ein spielerischer und kreativer Umgang mit Schreiben bietet.

Ziele beim Schreiben der Hausarbeit

Eine Teilnehmerin vor der Zielscheibe, auf der die Teilziele visualisert werden konnten.
(Foto: Annemarie Bracht)

Am Ende dieses fünftägigen Marathons stehen, wie die von den Teilnehmern ausgefüllten Feedbackbögen belegen, viele neugeschriebene Seiten von insgesamt fünfzehn Hausarbeiten. Zusätzlich auch die Erkenntnis, dass durch das Schreiben in der Gruppe eine produktive  Arbeitsatmosphäre entsteht, die sich jeder alleine so nicht schaffen kann. Dennoch bedeutet das nicht, Warten bis zur nächsten „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. Die weiten Strecken muss niemand mehr alleine laufen. Die anderen Kommilitonen legen die gleiche Strecke mit den gleichen Hindernissen zurück. Wegzehrung finden alle in der Anlaufstelle namens Schreibzentrum. Auf dem Weg begegnet man auch anderen Läufern, mit denen man den Frust teilen und Erfolge feiern kann.

Einen Bericht zum Schreibmarathon gibt es auch bei Spiegel Online.

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