Vorhang auf ! Eindrücke von der 10. Schreib-Peer-Tutor*innen Konferenz in Köln

von Elisabeth, Alyssa, Anja und Michał

Vom 30.09-02.10.2017 fand an der Universität zu Köln die 10. Schreib-Peer-Tutor*innen Konferenz statt. Organisiert vom Kompetenzzentrum Schreiben der Universität zu Köln trafen sich an diesem Wochenende rund 100 Schreib-Peer-Tutor*innen und Schreibzentrumsmitarbeiter*innen aus dem deutschsprachigen Raum, um sich über das Thema „Von der Rolle? Schluss mit dem Theater! Rollen(konflikte) in der Peer-Schreibberatung“ auszutauschen.

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Rollenkonflikte sind in der Schreibberatung oft präsent. Einerseits sind Schreib-Peer-Tutor*innen Expert*innen im Bereich Schreibmethoden und Schreibberatung, andererseits sind sie aber auch Kommiliton*innen. Sie sind manchmal selbst auf die Beratung der Dozierenden angewiesen, allerdings schicken dieselben Dozierenden die Studierenden zur Schreibberatung. Die Beiträge – in Form von Vorträgen, Workshops und Posterpräsentationen – näherten sich diesem Thema auf unterschiedliche Art und Weise.

Wir erlebten viele inspirierende, lebendige und lehrreiche Diskussionen. Natürlich durfte auch eine ordentliche Portion rheinländischer Humor nicht fehlen, der hilft ja bekanntlich auch beim Vernetzen. Im Anschluss an die Konferenz hielten wir einige Eindrücke, die uns besonders im Gedächtnis geblieben sind, in Form von kleinen Kurzgeschichten fest.

Vorhang auf, Sie betreten ein Schreibzentrum…

… in dieser freien wie auch wilden Bahn der Schreibbegleitenden, tummeln sich zurückhaltende, extrovertierte, gestreifte, gescheckte Exemplare; aber eines müssen sie doch gemeinsam haben: sie sind gute Schreiber*innen, nicht?! Sie haben bestimmt immer gute Noten. Die Schreibwerkzeuge Hände,Tastatur und Stift finden sich bei ihnen leicht zu einem gelungenen Konglomerat zusammen. Geistige Ergüsse sprudeln in geplanter Zeit aus der Feder und sie plaudern ungezwungen über ihr Schreiben und holen sich gerne Rückmeldung auf ihre Texte?!

So oder so ähnlich kann sich die Bühne der Schreib-Peer-Tutor*innen für die Ratsuchenden darstellen. Vor diesem Hintergrund können Ratsuchende in die Sprechstunde kommen. Ein Problem hiermit könnte unter anderem sein, dass Ratsuchende die Verantwortung für ihren Schreibprozess nicht voll annehmen, weil sie auf den Rat der vermeintlich besseren Schreibenden – der Schreibberater*innen – hoffen. Und wie ist es für die andere Seite am Tisch? Wie ist es für die Tutor*innen, sich diesen Erwartungen von Ratsuchenden oder Kolleg*innen wie auch von ihnen selbst ausgesetzt zu fühlen? Sehen sie sich als bessere Schreibende durch die Schreibausbildung?

Diesen und ähnlichen Fragen stellten wir uns in der Einheit Schreib-Peer-Tutor*innen als bessere Schreiber*innen?! Selbsteinschätzung des eigenen Schreibhandelns von Schreib-Peer-Tutor*innen von Özlem aus der Schreibwerkstatt Mehrsprachigkeit an der Universität Hamburg.

Neben den Aspekten des inneren Leistungsdrucks sowie den Erwartungen der Ratsuchenden, widmeten wir uns auch der Frage, wie im Team von Schreibberatenden mit dem Thema umgegangen wird. Beraten sich Kolleg*innen gegenseitig? Wird im Team über die eigenen Schreibprojekte gesprochen? Wird auch über schwierige Schreiberfahrungen gesprochen? Wir fanden im Gespräch heraus, dass es in Schreibteams durchaus zu einer Tabuisierung bezüglich des eigenen Schreibens kommen kann.

Erste Rückschlüsse haben wir aus dem Vergleich mit anderen Berufsgruppen gezogen: Psycholog*innen beispielsweise sehen sich mit den Erwartungen konfrontiert, besonders gut mit ihren Emotionen und ihrem sozialen Umfeld umgehen zu können, was in der Realität aber nicht der Fall sein müsse. Eine Schlussfolgerung ist außerdem, dass es einen Unterschied macht, ob man Beratungs- und Schreibtechniken auf sich selbst oder aber auf andere Schreibende anwendet: schließlich sind Schreib-Peer-Tutor*innen in dieser Situation selbst betroffen und nicht mehr distanzierte Außenstehende. Letztlich, so ein weiteres Ergebnis des Vortrags, werden Tutor*innen mit ähnlichen Herausforderungen beim Schreiben konfrontiert wie Ratsuchende.

Özlem wird das Thema weiter beforschen, anhand eines Fragebogens für Schreibpeertutor*innen. Neben den ersten Ergebnissen, die sie auf der SPTK 2017 präsentierte, möchte Özlem noch mehr Antworten von Tutor*innen gewinnen. Den Link zum Fragebogen wird sie in nächster Zeit an mehrere Schreibzentren schicken.

Rotkäppchen betritt die Theaterbühne…

Das Publikum blickt gespannt auf ihren Korb mit Kuchen und Wein. Das Mädchen mit der roten Kappe spaziert los durch den Wald und kommt vom Weg ab. Ein Wolf schleicht um sie herum. Doch noch bevor er die Großmutter in ihrem Haus fressen kann, fällt eine Kokosnuss vom Baum und erschlägt ihn. Das Publikum ist enttäuscht, die Kinder fühlen sich betrogen. Sie sind so sehr in die eigentliche Geschichte vernarrt, dass jede Alternative dazu sie nur enttäuscht.

So oder so ähnlich kann es auch Schreibberater*innen gehen, die sich zu sehr in ihre Vorstellungen und Hypothesen über ihre*n Gesprächspartner*in  verlieben, dass man das eigentliche Anliegen des Gegenüber immer schon verstanden glaubt. Und dadurch letztlich doch wieder verhindert, was wir eigentlich wollen, nämlich gute Gespräche über das Schreiben führen oder – wie beim vermeintlich falschen Rotkäppchen -Verlauf – sich  darüber zu freuen, dass der Wolf seinen Hunger nicht stillen konnte. Im Workshop zur systemischen Schreibberatung haben wir gelernt, dass es in der Schreibberatung Raum geben muss zum Erzählen, zum Kontextualisieren von Aussagen. Und selbst wenn es zum 7. Mal in dieser Woche um Literaturrecherche ging, sich trotzdem zu fragen: Warum genau spreche ich mit dieser Person darüber? Was bringt mein Gegenüber dazu, danach zu fragen? Welche Ideen sind damit verbunden?

Wichtig ist, sich nicht zu sehr in eine Hypothese über eine Person zu verlieben, dass sie fortan immer nur noch so und nicht anders verstanden werden kann und der gefühlte Erfolg nur davon abhängt. Oder eben davon, wie genau das Märchen am Ende dann doch gut ausgeht und vielleicht ist Rotkäppchens Weg durch den Wald viel spannender als die Frage nach dem Wolf. Dann ist die Vorstellung vielleicht doch ihr Geld wert.

Der Schreibprozess als Theater

Eine spannende Idee wäre es, den eigenen Schreibprozess als Theaterstück zu sehen. Plötzlich wirst du als Autor*in ein*e Held*in einer Geschichte und nimmst dich selbst auf eine Heldenreise. Woher kommst du und wo gehst du hin? Warum brichst du überhaupt auf? Was passiert, wenn du in einem unbekannten Land ankommst? Welche Torwächter und Bösewichter triffst du auf deinem Weg? Welche Helferfiguren kannst du in deine Geschichte einbauen? So wirst du zur*zum Regisseur*in und kannst deinen Schreibprozess auf eine lockere Art und Weise reflektieren.

Um Inspirationen für diese Geschichte zu finden, kannst du die selbst verfassten oder gelesenen Texte interviewen. Oder mit ihnen ins Gespräch kommen. Dein Forschungsgegenstand kannst du mit einem realen Gegenstand aus deiner Umgebung vergleichen und so zu einem Requisit in deinem Theater machen. Ein leeres Blatt wird plötzlich lebendig und beobachtet deinen Schreibprozess. Was würde es dir erzählen?

Diese kreativen Übungen kennen wir dank Deborah und Natascha von der Universität Bochum, die den Workshop “Werde der Held deiner Hausarbeit und rette die Prinzessin der Forschungslandschaft” durchgeführt haben. Inwieweit sich diese Methoden in der Beratungspraxis anwenden lassen, werden wir sehen. Eins ist aber sicher: Kreativität beim wissenschaftlichen Schreiben ist nötig und macht Spaß.

Insgesamt hat das Motto der Konferenz dazu geführt, dass wir uns als Schreibberatende mit den verschiedenen Erwartungen an unsere Rolle aus erfrischend neuen Perspektiven auseinandersetzen konnten. Und wir sind bereits gespannt, unter welchem Motto wir uns im nächsten Jahr wieder treffen und uns und unsere Arbeit gegenseitig durch Austausch und konstruktive Gespräche bereichern werden.

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9. Schreib-Peer-Tutor*innen- Konferenz in Freiburg

*von Diana Koppelt*

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Freiburg im Septembersonnenschein

Die 9. Schreib-Peer-Tutor*innen-Konferenz fand in Freiburg statt. Freiburg ist die Stadt mit den meisten Sonnenstunden in Deutschland, die deshalb auch das Toskana des Südens genannt wird.

Doch nicht nur das erfuhr ich zum Konferenzort: In der Straßenbahn verriet mir eine liebe Einheimische keck, dass hier der Geburtsort des Flammkuchens sei und dieser auch nur hier seine ganzes Geschmacksvolumen entfalten würde.

Sehr dankbar und voller neuer Impulse und Motivationsmomente schaue ich jetzt auf drei Konferenz- tage am Schreibzentrum der PH Freiburg zurück und möchte im Folgenden etwas genauer auf einige schöne Lernmomente eingehen.

Der Mehrwert von funktionierendem Teamwork ist und bleibt essentielle Schlüsselkompetenz eines spannenden Persönlichkeitsprofils und ein notwendiger Dauerbrenner für die Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Konferenzbeiträgen. Dies zeigte sich uns,  Jana, Juliane und mir, ganz praktisch beim Ausführen des unterhaltsamen Schreibzirkus-Events, der Einstiegsdarbietung und interaktiven, alle Teilnehmenden einbindenden, Show.

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Jana, Juliane und Diana präsentierten den Schreibzirkus

Hierbei durften wir drei moderieren und dem Publikum die einzelnen Rollen, Charaktere des Zirkus, näher bringen, sowie den Arbeitsauftrag für die nächsten 50 Minuten bis zur Show auf kreative Art und Weise rüberbringen. Besonders beim Einlaufen, dem Moment des Übergangs von der Rede des Rektors zur  Präsentation des Zirkusevents, spürte ich, wie wichtig gute Gruppendynamik ist. So konnten wir für einen kurzen Moment aus unserer Haut fahren und echtes Zirkusfeeling erzeugen, indem wir tanzend, Konfetti werfend und jauchzend zur Bühne liefen. Ab diesem Zeitpunkt lag die Aufmerksamkeit des Publikums auf unserer Seite und spätestens ab jetzt war ein Aufschwung in der Stimmung zu bemerken.

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Die Jongleur*innen haben Wörter gezähmt — alles aus dem Wort „Schreibprozess“

Die Darbietungen der sich dann passend zu den Rollen gefundenen Gruppen überzeugten uns darüber hinaus alle davon, dass ein tiefgründiger, emotionaler und gleichzeitig unterhaltsamer Einstieg in die Schreibthematik jederzeit möglich und sogar gewünscht ist.

Die von mir besuchten Workshops drehten sich um die Themen direktive vs. nicht-direktive Gesprächsführung sowie der Kunst des Fragen-Stellens. Besonders in den Rollenspielen und der daran gekoppelten gemeinsamen Reflexion und Diskussion in 3er-Teams mit jeweils einer ratsuchenden Person, einer beratenden Person sowie einer beobachtenden Person, zeigte sich mir die Wirkung und Nachhaltigkeit von folgenden Gesprächstechniken: offenen vs. geschlossenen Fragen, aktives Zuhören, Spiegeln, Paraphrasiere, Herausforderns und  Konfrontieren.  All diese Gesprächstechniken sind mir bereits aus meiner Ausbildung zur studentischen Schreib-Peer-Tutor*in bekannt. Jedoch ergaben sich nach beinahe zwei Jahren Berater*innen-Tätigkeit am Schreibzentrum der Viadrina dennoch bestärkenden Lernmomente zur Effektivität und Wirkungsreichweite dieser Techniken für mich. Indem ich mich beispielsweise noch einmal im Modus des spielerischen Ausprobierens noch einmal beraten ließ, wiederholten sich „Aha“-Momente, die ich bereits in meiner Schreibberater*innen-Ausbildung erfahren durfte. Nur lag dem Ganzen diesmal Tiefe und Erfahrung zugrunde, die in der Bestätigung zur Effizienz und Notwendigkeit der Tätigkeit abgerundet wurde. Wieder einmal zeigte sich, wie produktiv der verbale Austausch zum aktuellen Schreibprojekt sein kann, wenn es eine neutrale, zuhörende Person gibt, die nur gelegentlich durch bestimmte Gesprächstechniken in den Redefluss einwirkt und somit zur Vervielfältigung der Gedanken und eigenständig generierten Erkenntnissen der sprechenden und schreibenden Person beiträgt. Zusammenfassend lässt sich konstatieren: Die Genialität liegt im Einfachen. In diesem Fall im dynamischen Austausch einer ratsuchenden und einer geschulten beratenden Person.

Im Zusammenhang mit der Keynote von Daniel Spielmann (akademischer Mitarbeiter an der Goethe-Universität Frankfurt/Main) zur sprachsensiblen Schreibzentrumsarbeit nehme ich gekoppelt an die oben aufgeführten Workshop-Themen die Erkenntnis mit, dass ich zukünftig noch mehr auf potentiell wertende Äußerungen achten und mich dahingehend noch bewusster damit auseinander setzen will. Häufig mischen sich schnell persönliche Interpretationen und Wertungen in den verbalen Output, die potentiell zur Verengung von Beratungsmöglichkeiten führen können. Das Geheimnis einer gelungenen Beratung jedoch liegt für mich in einer sich zu einem Ziel zuspitzenden Kommunikation, die im Idealfall von Erkenntnisprozessen der ratsuchenden Person begleitet wird.

Ein wunderbarer Moment der Verselbstständigung der Teilnehmenden-Kommunikation ergab sich auch in dem von mir gegebenen Workshop zu den „(Inter-)nationalen Tandems für Schreiben und Austausch“. Zu folgenden Leitfragen und Gesprächsanregungen ergab sich wie von selbst ein langwieriger und tiefgründiger Austausch:

  • „Schreiben – ein Werkzeug …“
  • Welcher Schreibtyp bist du?
  • Was sind aktuelle Anliegen an deinem Schreibzentrum?

Kurzzeitig dachte ich anfangs mit der Frage „Welcher Schreibtyp bist du?“ ein eher bekanntes als spannendes Fass aufzumachen. Jedoch bestätigte mir die rege Gesprächsbereitschaft der teilnehmenden Personen des Workshops, dass gerade der Austausch zu Basisanliegen bis heute nicht an Relevanz eingebüßt hat. Im Gegenteil: Ich bemerke seit einiger Zeit, dass die Auseinandersetzung mit Basisthemen (z.B. Gesprächsführung, Fragen stellen etc.) verstärkt wieder gewünscht wird und plädiere zu Workshops solcher Gestalt.

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Das Lieblingsteam

Die Konferenz war auch diesmal wieder ein Raum des Lernens von meinen Team-Mitgliedern. Im informellen Rahmen eines Restaurantbesuchs mit meinem Lieblingsteam durften wir auf vergnügliche und zugleich tiefgründige Art und Weise Basislektionen zum Auftreten und Benehmen als Frau im öffentlichen Raum erhalten. Ich fühle mich darin ermutigt, meinen Platz noch bewusster einzunehmen und meiner Stimme, meinen Ideen und Kommentaren, noch proaktiver Gehör und Sichtfeld zu verleihen, was einerseits durch bewussten Sprachgebrauch und andererseits durch Mut zum Gesehen-Werden geschehen kann.

EWCA conference 2016 – in the (he)art of success(ful) writing

From 7th to 10th july, our team participated in the European Writing Centers Association’s Conference and the foregoing Peer Tutor Day.

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Looking forward to the keynote (foto: Franziska Liebetanz).

This year, the EWCA Conference was hosted by the Writing Center of the University of Łódz (Uniwersytet Łódzki). Łódz is in the middle of Poland and we went with 10 people from our Writing Center team to the conference. On Wednesday, four of us went by train from Frankfurt (Oder) to Łódz, we enjoyed taking a very slow train, seeing the countryside of Poland and having time to talk and relax. Another colleague of us came by car, because she took her baby and boyfriend with her to the conference. One day later the rest of our team came in the evening. We all stayed in a student dorm next to the University building. The student dorm was a typical old building made from prefabricated slabs, with a lot of levels but not much privacy because of a very light construction. However, it was very close to the conference and in convenient distance to town. We enjoyed being there all together.

As Writing Center of the European University Viadrina we have a special connection to our neighbours from Poland. We work at a University which has a strong partnership with the AM University in Poznan, we have many polish students and of course three of our peer tutors are from Poland. Even some of our Writing Center team speak polish or try to speak more or less. So we all were very excited to travel to Poland, to talk to our polish colleagues, to exchange our expertise with Writing Center work and to learn from our Writing Center Colleagues from all over the world. Two of our peer tutors also gave their workshop in polish to share their experiences with Writing Center work in Poland.

During the conference, the elections for the new EWCA board were hold. The new board constists of nine engaged writing center people from all over Europe and the USA. We are happy to announce that the director of our Writing Center, Franziska Liebetanz, will be the organization’s chair for the next two years. We are sure that she and the other board members will continue the great work of the former boards and help to further advance Writing Center work and the close co-operations of the European Writing Center community.

In the following blog entry, some of our team members want to share their impressions from the conference:

Exploring the Writing Center map

At the conference in Łódz, in the center of Poland, most inspiring to me was getting to know tutors with initiatives at the rather „periphery“  of the European Writing Center map.

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A former factory site in the city, now hosting a lot of alternative restaurants and bars (foto: Franziska Liebetanz).

For example, it was stimulating to hear various stories from the Writing Center of Niš, Serbia, with very committed Peer-Tutors in a kind of „start-up“-setting in the process of establishing itself. Writers coming there do not exclusively refer to an academic context, but might (also) discuss their own creative writing or a motivation letter.

Talking to people from Armenia, the Ukraine and Turkey, the importance of (external) institutional support and funding for sustainable Writing Center work became especially visible. It is good to see how the concept of (peer-)tutoring in academic writing can gain ground in academic contexts to which it (hitherto) might seem unfamiliar.

Being hosted in the center of the Polish Writing Center landscape, Michał Żytyniec and I were excited to hold a session in polish about how Writing Center work can find more ground also in Poland. Deriving partly from our experiences, an interesting discussion evolved, with people differently related and engaged in this field: Coming from a secondary school aiming to bridge the gap to universities, from the Law faculty wishing to teach students writing in English, from the Writing Centre in Łódz … We hope that this initial exchange can be a starting point for a network that helps to bring academic writing more to the center of curricula and university environments in Poland and are willing to contribute to this.

(Pascal)

The Pecha Kucha Sessions

A format that seems to be special at EWCA conferences is that of the Pecha Kucha Powerpoint Presentation. Presenters prepare a presentation with 20 slides, with an automatic change of slides every 20 seconds. The slides should show visual images rather than much text. In Łódz we enjoyed three Pecha Kuchas. In the first one, Olesya Shatunova shared her concept of quick and short writing prompt sessions that she uses to enhance the writing fluency of her students at a Japanese university. Simon Freise presented his ideas about tutoring sessions and writing center encounters that are not “normal” and brought this together with the theoretical framework of the sociologist Zygmunt Baumann about ambivalence, asking where the place of diversity in a Writing Center can be. Kelsey Monzka-Boettiger, Nevena Radulovic, Danilo Asanin, Aleksandra Jankvic, Milena Simic and Stevan Dinic introduced their community writing center in Niš, Serbia, in their Pecha Kucha session. This Writing Center is sponsored by the “American corner”, a local branch of a US-American governmental program. It is the only Writing Center in Serbia and is located outside the university, but inviting students from the university. All the tutors work on a volunteer basis. The short and visual format made these brief insights into three very different topics very inspiring and refreshing.

(Katrin)

My favourite workshop

I really enjoyed the many great talks with Writing Center colleagues from all over the world and the beautiful city of Łódz. Moreover, the conference programme, persisting of a lot of presentations and workshops, was very inspiring to me.

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Hexagonal writing (foto: Anne Kirschbaum).

On Saturday, I joined the workshop of Katja Günther and Ingrid Scherübl. The method they introduced was the strategic hexagon: Unlike the research pentagon we often use in our Writing Center, this method aims not mainly at planning texts, but is meant to sharpen ones writing process. It sets one off to think about the limitations that the assignment, the norms to follow, the time, the author and the readers set for ones writing project. After I had done the method during the workshop, it felt less painful to me to decide what my next steps would be with the article I currently work on – and to see, which priorities I want to set while working. I guess it will take me some time to go through my insights again and to put them into practice, but still I feel that I progressed some steps in the right direction.

(Anne)

 

Diana und Dilnaz

Exploring the city together with new friends (foto: Dilnaz Alhan).

What belongs into your heart of successful writing?

The EWCA in Łódz touched my heart on several dimensions.

First of all, I enjoyed the lovely and dynamic atmosphere and interactions among all participants with ever-enriching moments, conversations and unexpected happenings. I recognized how easily we can put ourselves into deep talks about our passion concerning our work as well as private things.

Secondly, I was very encouraged to stay stuck to the notion of networking, collaborative work and international tandems, due to the keynote of Brandon Hardy. In order to implement the spirit within our Writing Centers sustainably and all over the surface of the world on a long-term scale, it is essential, that we try to step out of our comfort zones and start thinking processes more outside the box, allowing ourselves to cooperate and work together internationally. I am glad for the respond towards the workshop “International tandem for writing and exchange” my colleague Alyssa and me conducted and all lovely and enthusiastic contributions towards it. It touched my heart to see how the fire of excitement started to spread among the participants of the workshop. Moreover, first blog entries and promises to involve into the project made my heart jumping.

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Our travel-activity (foto: Anne Kirschbaum).

A nice side effect of the conference was the travel together with my lovely team. We had lots of fun playing a famous German game called “Stadt-Land-Fluss” and replacing the standard categories “city”, “country” and “river” with writing center-related ones such as “type of writer” or “equipment of the writing center”. By this, we developed new types of writers and figured out what belongs into the equipment of a writing center and what not. The new type of writer named “The Radish” became popular within our team: The Radish type of writer likes to write tricky and difficult parts of his or her texts at a very first stage of his or her writing. Furthermore, he or she is in love with challenging kinds of phrases and structures of his or her text. This writer is very eloquent both in written and spoken words.

During the whole time of the conference my heart was dug into an ocean of friendship and the warm atmosphere of belonging. I spent very beautiful moments on our balcony in abstract and philosophical conversations with some team members about the power of love and it’s sometimes appearing impossibility, using the metaphor of an elephant to explain. Moreover, I was deeply touched by the amazing grasp of a hidden value catalog within people hearts. I am thankful in eternity for this conference and the nice community.

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Networking at it’s best (foto: Dilnaz Alhan).

“Don’t walk behind me – I may not lead!

Don’t walk in front of me – I may not follow!

Just walk beside me and be my friend!”

(Albert Camus)

(Diana)

 

Fünf mal fünf Worte zur 8. Peer-Tutor*innenkonferenz in Hamburg

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Bild: Schreibwerkstatt Mehrsprachigkeit

Vom 17.-19.09.2015 fand an der Universität Hamburg die 8. Peer-Tutor*innenkonferenz statt. Organisiert vom Team der Schreibwerkstatt Mehrsprachigkeit trafen sich rund 100 Schreib-Peer-Tutor*innen und Schreibzentrumsmitarbeiter*innen, um gemeinsam über das Motto „Sprache zum Schreiben – zum Denken – zum Beraten“ nachzudenken und zu diskutieren.

Die Beiträge – Vorträge, Workshops und Posterpräsentationen – näherten sich diesem Thema aus vielfältigen Perspektiven. Unter anderem wurde, so fasste das PTK-Team im Vorwort zum Konferenzprogramm zusammen, Sprache als Gegenstand des Schreibens, als Medium des Sprechens über das Schreiben und als Werkzeug des Sprechens über die Beratung thematisiert. Ein weiterer Hauptpunkt war Mehrsprachigkeit als Ressource für das Schreiben. Im Zug zurück nutzten wir die 5-Wort-Methode, um die Eindrücke der Konferenz zu reflektieren und diesen Blogbeitrag vorzubereiten. Jede*r schrieb schnell fünf Wörter auf, die er oder sie mit der Konferenz assoziierte. Im Anschluss schrieben wir zu diesen Impulsworten jeweils ein oder bis drei Sätze. Die dabei entstandene Sammlung von Eindrücken und Gedanken wollen wir im Folgenden mit Euch teilen:

Warum nicht einmal die Schreibblockade mit einem Sprachwechsel lösen? Mindmaps und Cluster lassen sich auch in anderen Sprachen als der Erst- und Muttersprache erstellen und können zu neuen Gedanken führen. Nutze deine Mehrsprachigkeit als Ressource zur Ideengenerierung, der Transfer aus der Wohlfühl- oder Fremdsprache erfolgt danach in die Zielsprache.

Ich mal mir nicht die Welt, wie sie mir gefällt, aber dafür mein Ich und wenn ja, dann viele. Also platziere ich ein Sprachmännchen auf einem weißen Blatt Papier, male in verschiedenen Farben, Motiven, Mustern und Formen meine Sprachkenntnisse hinein, die meine Identität prägen und bunt machen. Und welche Sprache spricht dein Herz?

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Mehr Informationen zum Sprachmännchen/Sprachenportrait gibt es hier. (Foto: Diana Koppelt)

Textfeedback kann so bunt sein. Mit Grün markiere ich, was mir auf der Satz- und Wortebene auffällt, mit Gelb inhaltliche Ungenauigkeiten und mit Orange gehe ich auf die Folgerichtigkeit der Argumentationskette ein. Durch die Benutzung eines Farbschemas wird die sprachliche Überarbeitung von der inhaltlichen getrennt und das Textfeedback strukturiert.

Und dann fällt mir mein Keks in der Kaffeepause in die Tasse des*der Peer Tutor*in aus der anderen Stadt, und mir fällt ein, ihn*sie doch einmal nach seinen*ihren Lieblingsberatungsmethoden zu fragen und mit ihm*ihr ein Handout zu besprechen, das ich selbst sehr gerne in der Schreibberatung einsetze. Aus einem Keks werden drei, Kontaktdaten sind schnell ausgetauscht und die überregionale Zweierschaft, ein Peer Tutor*innen-Tandem, kann gestartet werden.

Freewriting mal anders. Falte dein Blatt, schreibe links deinen Gedankenfluss auf und gebe das Blatt an deine*n Nachbar*in. Diese*r kann dein Freewriting dann kommentieren und somit schriftlich darauf Bezug nehmen. Auf diese Weise kannst du zu neuen Aspekten und Ideen gelangen und deinen Text weiter überarbeiten.

Diana Koppelt

Neben den tollen Workshops und Vorträgen waren die vielen Gespräche, die oft ganz informell waren, unheimlich inspirierend. Bei mir hat die Konferenz Lust auf mehr geweckt, erste Ideen für die nächste (S)PTK in Freiburg sind entstanden und ich fahre voll neuer Motivation nach Hause.

Obwohl es Teilnehmer*innen gab, die sich schon kannten, entstand für mich ein Community-Gefühl: wir alle haben ähnliche Ausbildungen und Erfahrungen und sind oftmals ganz unbefangen in Gespräche gekommen.

Mir wurde deutlich bewusst, wie verhältnismäßig wenig Literatur und Forschung bzw. Publikationen es gibt und wie essentiell aktives forschendes Lernen und publizieren in der Schreibzentrumscommunity ist!

Zum ersten Mal gab es auf der PTK digital slots. Da ich selbst keine Erfahrung zu digital slots und möglicher Software und daher Berührungsängste habe, waren für mich gerade diese digital slots besonders spannend. Mein Fazit: teils erschweren technische Probleme die Präsentation, die Vortragsweise und Power Point-Gestaltung ist anders als bei analogen Vorträgen – aber eine großartige Chance! Die Frage bleibt: Wie geht’s jenen, die präsentieren?

Ein wahnsinnig spannendes Thema, mit dem ich mich zukünftig mehr auseinandersetzten möchte: Das Differenzdilemma! Danke dafür an Tina Werner.

Anne Rothärmel

Auf der Konferenz habe ich zusammen mit Juliane Homann einen Workshop zum Thema Schweigen in der Schreibberatung durchgeführt. Der darin entstehende Austausch war sehr anregend und es wurde deutlich, dass die meisten Schreib-Tutor*innen Schweigen eher als Chance denn als Problem betrachten.

So könnte die entstehende Stille beispielsweise Raum zum Weiterdenken oder Verarbeiten von Erkenntnissen bieten oder als kurze Pause vor weiteren Arbeitsschritten genutzt werden.

Vielen Dank and die Hamburger Organisatorinnen!_Foto Leonardo Dalessandro

Vielen Dank and die Hamburger Organisatorinnen! (Foto Leonardo Dalessandro)

Im Workshop zum Thema „Mündliches Feedback für heterogene Studierende“ der Tutor*innen von skript.um und PunktUm aus Bielefeld wurde mir zudem in einer lebhaften Diskussion vor Augen geführt, wie wichtig und bereichernd es ist, seine eigenen Feedbackhaltungen zu reflektieren. Unter anderem wurde die Frage aufgeworfen, ob ein Text von Schreibberater*innen anders wahrgenommen wird, wenn diese wissen, dass der*die Schreibende Nicht-Muttersprachler*in ist.

Auch zeigte sich, dass sich aus den Beratungserfahrungen an der jeweiligen Universität oder Hochschule Feedbackgewohnheiten entwickeln können, die es immer wieder zu hinterfragen gilt.

Außerdem habe ich viele neue Impulse durch die in mehreren Beiträgen stattfindende Auseinandersetzung mit dem Thema Mehrsprachigkeit erhalten.

Anne Kirschbaum

Sehr beeindruckend war der Workshop von Juliane Patz und Ramon Schroeder, die als an anderen Hochschulen ausgebildete Peer-Tutor*innen nun in Magdeburg gelandet sind, wo sie autonome Aufbauarbeit leisten mit der “Initiative wissenschaftliches Schreiben an Magdeburger Hochschulen”.

Schreibprozesse können Wasserräder sein, oder Schrebergärten, Berge, Lauftraining, Schlösser, Einkaufskörbe, Puzzle… – all das kam im Metaphern-Workshop der Peer-Tutorinnen aus Bayreuth ans Licht.

Dass man durch die Arbeit im Schreibzentrum eine Leidenschaft für Wissenschaft entwickeln kann, zeigte sich in fundierten und spannenden Vorträgen und Posterpräsentationen von Peer-Tutor*innen, die Schreibzentrumsforschung aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven angehen.

Schön zu beobachten war die allerorten stattfindende Vernetzung zwischen Peer-Tutor*innen aus verschiedenen Schreibzentren in ganz Deutschland.

Die Begeisterung, aber auch die Professionalität der Peer-Tutor*innen, hat inzwischen zu einer standortübergreifenden Verwurzelung der Schreibdidaktik in Deutschland geführt.

Katrin Girgensohn

Viele Aspekte des Schreibprozesses können wir mit Metaphern und Vergleichen bildhaft machen. In einem Workshop von Peer-Tutor*innen aus dem Schreibzentrum Bayreuth haben wir spannende Vorschläge aus solchen Bereichen wie Bauwesen, Sport oder Reisen ausgearbeitet. Sie sollen uns jetzt helfen, die Inhalte in unseren Veranstaltungen verständlicher darzustellen.

Schreiben in einem Zug_Auf dem Weg zum Blogeintrag_Foto Anne Kirschbaum

„Schreiben in einem Zug“ – Auf dem Weg zum Blogeintrag. (Foto: Anne Kirschbaum)

Auf der Konferenz hatten wir wieder die Gelegenheit, uns im Team besser kennenzulernen. Ich schätze unsere Teamkultur, die eine gute Mischung aus Mut und Demut ist. In der Freizeit hatten wir Spaß beim Lachen, Essen, und der Erkundung der Stadt Hamburg.

Den intensiven fachlichen Austausch fand ich wieder sehr bereichernd, vor allem die Diskussionen um den Begriff „Peer“. Damit konnte ich (Schein-?)Probleme unserer Arbeit identifizieren. Diskussionspotenzial besteht immer noch.

Die Peertutorenkonferenz in Hamburg war eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Schreib-Peer-Tutoren zu vernetzen. Ich hoffe, dass sich bald Wege finden, die die Vernetzung auch im Alltag ermöglichen. Und dass der Elan und die Begeisterung für die Themen „Schreiben“  und „Schreibberatung“ nicht verpuffen.

Michał Żytyniec

Lessons learned in Tallinn – a review on the EATAW Conference

A warm welcome

Welcome at the conference (Photo: EATAW 2015)

From 15.06-18.06.2015, the 8th Biennal Conference of the European Association for the Teaching of Academic Writing (EATAW) took place in Tallinn. Hosted by the Language Centre of Tallinn University of Technology, 270 delegates from 40 countries were meeting to talk, discuss and work on a wide variety of topics in line with the conference theme of “Academic Writing in Multiple Scholarly, Socio-Cultural, Instructional and Disciplinary Contexts: Challenges and Perspectives”. Our Writing Center took part with eight delegates and as many contributions. With these, we covered a wide range of topics including visualisation techniques, multilingual writing groups, alternative writing assignments and tutor to tutor consultations. In this blog entry, some of our delegates would like to give a review on this event and to share their impressions, favourite contributions and insights from the conference.

Anne Kirschbaum

A promising future

EATAW conference, as always, was a great opportunity to meet people, to connect with colleagues and to learn about academic writing in other countries. It is wonderful to see how the European community that is dedicated to academic writing is developing. Representing a new generation of writing didacts, there were also many peer writing tutors at the conference. I was impressed how naturally they acted as colleagues and how self-confident and cleverly they were presenting. This shows that there is a promising future for the field of academic writing in Europe.

I heard a lot of stimulating presentations. For example, Julie Nelson Christoph from the Writing Center at the University of Puget Sound, USA, reported about her research on personal writing: What makes academic writing personal beyond obvious markers in the language of texts? She has investigated the academic texts of several researchers throughout their careers and then interviewed those researchers about their choices with regard to personal writing. A very inspiring workshop was held by Swantje Lahm from the Writing Center at the University of Bielefeld and Paul Anderson from Elon University, USA. They made us think about the local context of our work: How do politics, governmental decision, or local developments at our university foster or hinder our work? And how could we make use of this strategically?

As I was also presenting, I reported about a seminar based on the method of inquiry-based or research-oriented learning. Our students conducted empirical research to learn more about the quality-development of other students’ texts. Since this was a fascinating teaching experience for me and because I am very convinced of this method, it was great to have a broader audience for this topic. My other presentation was about our Writing Fellow program. Together with Stephanie Dreyfürst from Frankfurt/Main writing center and Franziska Liebetanz from our writing center, we were hosting a symposium about this topic. I was lucky enough to present preliminary results from an empirical study on written feedback that our Writing Fellows gave to other students. The study is a Master thesis, conducted by Jana Gutendorf, and I am really looking forward to reading and discussing the thesis later this year. It is so valuable to have intelligent students, that are so committed to writing center work that they dedicate their final theses to empirical research and contribute to this field. Jana’s thesis will help us to understand the Writing Fellow program in depth and develop support for written feedback on students’ texts. It will be published in our series “Schreiben im Zentrum”.

Katrin Girgensohn

Listening to the Keynote

Listening to the Keynote (Photo: EATAW 2015).

New ideas for establishing a fruitful tutor-tutee relationship

I am working as a peer tutor since the winter term of 2014/2015. One of the most important issues for me is establishing a good relationship between the student and the tutor in order to have a good basis for learning from and with each other, developing ones competences and seeing more perspectives of a discussed topic. That’s why I visited the impulse-speech “A working alliance: Framing the tutor-tutee relationship” of Monica Broido and Harriet Rubin from Tel Aviv University. It made me think about three essential issues to consider while having a one-to-one-session: a respectful and friendly partnership between tutors and tutees, an agreement on goals or expected outcomes and an agreement on activities and responsibilities, designed to achieve these goals. All these aspects are necessary for the work to be fruitful, balanced, and sustainable. At the beginning of each session, the tutor discusses with the tutee what he or she wants to work on. So during the consultation they are focused on what they want to achieve till the end of their meeting. This process of finding an agreement happens orally.

Furthermore I liked the idea of an activity that could be part of writing consultations: The tutor could go for a walk with the tutee in the case a student would like to do this to make sense of their thoughts. In my mind this is an appropriate and innovative way in order to combine ones mental and physical activity: When the tutee puts his or her legs in motion, the thinking process can also be innervated. Hence, new ideas for ones writing process and/or project can be explored, discussed and evaluated. This outdoor refreshment and different kind of conversation can lead to new thoughts. Besides during the talking process a certain level of mutual trust and connection can establish between the tutor and the tutee.

Diana Koppelt

Multilingualism – a valuable writing resource

As a peer tutor I was especially interested in other peer tutors’ perspectives on the field of supporting fellow students with their academic writing. That is why I will keep in mind the presentation of Özlem Alagöz-Bakan and Marco Linguri from the Writing Centers in Hamburg and Frankfurt/Main concerning multilingualism. Students coming from a language background that is different from the standard language in their academic surrounding are often regarded as problematic or in need of special support. Certainly, this can be the case and should not be underestimated.

However, Özlem and Marco support the view that this differing background can be a valuable resource for writing and that writers should consider their (foreign-) languages as a tool. They presented their small-scale study, in which students were encouraged to use different languages during the process of academic writing. In the preparation process, doing brainstormings, freewritings or other creative methods, this turned out to be easily adaptable. Not only bilinguals, but also monolingual writers used different languages within one text and found this fruitful.

What also became clear during the presentation is that multilingual-writing was not that easy for the non-creative, more formalized part of writing. One reason is that sources are read in one specific language, and the terms are not always easily transferable into another. But I do think that the use of multiple languages can still be very valuable. Why not translate an abstract into another language? The little insecurities and shifts in terms and language structure will provoke a reflection of what the writer actually wants to say. The text can than even be retranslated, in order to check how much the versions after being translated actually correspond. This method thus makes use of synonyms and the rich vocabulary pool of multilingual speakers.

But even languages that one has a lesser command of can be valuable: If a writer tends to write too widely and complicated, a peer tutor of writing might ask him or her to formulate in a rather insecure language, for example in French as learned in school. This can force them to express basic ideas and enforces the need to find synonyms. Just the fact that the writer is limited in his or her way of verbal expression can be fruitful to broaden perspectives on one‘s own text.

Pascal Bittner

Exploring logic and Estonia

Alexander Nevsky Cathedral in Tallinn's old town

Alexander Nevsky Cathedral in Tallinn’s old town (Photo: Anne Kirschbaum).

The conference was a great chance to learn a lot more about Academic Writing and to connect with people from other Writing Centers in the world.

My colleague Anne Kirschbaum and I did a Workshop about Logic in Academic Writing. We were working on some basic argumentative structures like syllogism and logical fallacies. The aim of the workshop was to make more aware the logical structures most writers are already applying intuitively and to use this knowledge more consciously when producing their own texts. Related to this subject, I visited another interesting workshop conducted by Gamze Oncul from the School of Foreign Languages at Middle East Technical University Northern Cyprus, Turkey: “Teaching argumentation: The Toulmin model at work”. This Argumentation Model is based on the ideas of the British philosopher Stephan Toulmin. It is very helpful to plan and structure the different steps of an argumentative essay.

Besides the professional input, I had a great time with the other conference participants tasting Estonian food, listening to a choir singing traditional songs, trying to learn a few words in a lovely language-class and visiting the old town of Tallinn. All in all, it was an instructive and pleasant time!

Alma Klein

Lernen und Schreiben in Beirut: Besuch an der American University of Beirut

Bild von Beirut

Die Bucht von Beirut

Ich hatte die große Ehre, zur 5. Internationalen „Conference on Effective Teaching and Learning in Higher Education“ eingeladen zu werden, die an der American University of Beirut statt fand. Diese jährliche Konferenz wird ausgerichtet vom Center for Teaching and Learning und vom Communication Skills Department, zu dem die Schreibkurse und das Schreibzentrum gehören. Ich fand sowohl die Konferenz als auch die Möglichkeit, Beirut kennen zu lernen, sehr spannend und so bin ich letzte Woche in den Libanon geflogen.

Der Campus der Universität liegt im Stadtviertel Hamra und ist eine grüne und ruhige Oase mit hübschen

Bild vom Campus der Amercian University of Beirut

Auf dem Campus der American University of Beirut

Sandsteingebäuden und zum Teil uralten, mächtigen Bäumen. Außerhalb der Campusmauern ist die Stadt ganz schön chaotisch: Die Häuser sind zum Teil noch voller Einschusslöcher vom letzten Krieg, der erst 2006 stattfand. Es gibt aber auch viele Neubauten,wobei in den nicht ganz so schicken Vierteln der Beton dominiert. Weil es keinen öffentlichen Nahverkehr mehr gibt fahren alle Auto. Und weil dafür nicht genügend Platz ist, wälzt sich der Verkehr die meiste Zeit im Schritttempo durch die engen Straßen, wobei ständig gehupt wird. Zugleich ist überall eine Aufbruchsstimmung zu spüren, die mich an Berlin in den 1990er Jahren erinnert hat: An jeder Ecke öffnen Bars, Clubs, Restaurants, Boutiquen oder andere Läden und die LibanesInnen scheinen wild entschlossen, das Leben zu genießen. Sehr faszinierend finde ich auch die Mischung aus moderner westlicher Welt und Orient. So gibt es zum Teil die gleichen Labels, Ladenketten und Coffeeshops wie überall auf der Welt und die Mode ist entsprechend die gleiche wie bei uns. Und andererseits schallt aus den Autos orientalische Musik, überall werden Wasserpfeifen geraucht, ein Teil der Frauen kleidet sich der muslimischen Religion entsprechend und überall sieht man arabische Schrift – die ich unglaublich schön finde!

Slide bloggende Lehrende

Aus einer Präsentation von bloggenden Lehrenden

Doch zurück zum Akademischen: die Konferenz dauerte zwei Tage, wobei der ganze erste Tag nach der Keynote aus Workshops bestand. In der ersten Keynote, von Milton Cox vom Center for the Enhancement of Learning in Ohio, USA, ging es um die Frage, warum an den Universitäten weltweit noch immer überwiegend mit Methoden unterrichtet wird, die das Gegenteil von dem sind, was die Lernforschung bewiesen hat. Gelehrt wird noch immer viel mehr Lehrendenzentriert als Studierendenzentriert. Selten basiert die Lehre hauptsächlich auf peer learning, active learning oder small group learning. Eine abschließende Antwort konnte Cox natürlich nicht geben, aber er plädierte für zweierlei: Zum einen dafür, „Implementation Research“ auf die Hochschuldidaktik anzuwenden. Implementation Research hat seinen Ursprung in der Medizin und untersucht, wie es gelingen kann, medizinische Forschungsergebnisse im Alltag von PatientInnen zu implementieren. Zum zweiten sieht er in sogenannten „Faculty Learning Communities“ (FLC) einen Schlüssel. Solche FLCs bestehen aus mehreren Lehrenden, die sich zusammentun, um beispielsweise zu erforschen, wie sich das studentische Engagement in Seminaren erhöhen lässt. Einer bestimmten Struktur folgend setzen sie sich mit dem Thema auseinander mit dem Ziel, am Ende Ergebnisse zu publizieren. Innerhalb dieser Struktur praktizieren sie aktives, selbstbestimmtes Lernen in einer kleinen Gruppe, so dass sie diese Erfahrung später (hoffentlich) in ihre Lehrveranstaltungen übertragen. Ich fand das Konzept interessant und möchte das gerne mal ausprobieren, denn es erscheint mir nachhaltiger als einzelne hochschuldidaktische Workshops.

Bild von Beirut

Beirut – hier weniger aufgehübscht

Ein weiteres interessantes Konzept, das ich auf der Konferenz kennen gelernt habe, ist der sogenannte „Flipped classroom“, oder auch „inverted classroom“. Hier ist die Grundidee, dass jene Stufen von Lernprozessen, die der Bloomschen Lerntaxonomie folgend die Basis für Anwendung bilden, vor der Lehrveranstaltung stattfinden. Dafür designen die Lehrenden Lernmaterialien, die die Studierenden nutzen, um sich eigenständig ein Grundwissen zu erarbeiten. Dieses Grundwissen wird dann auch in irgendeiner Form getestet, um zu sehen, ob die Ausgangsbasis gegeben ist. Im Seminar geht es dann nicht mehr darum, Wissen zu erarbeiten oder zu vermitteln, sondern darum, es anzuwenden. Es geht um Lernaktivitäten

Bild von Beirut Downtown

Beirut im völlig neu wieder aufgebauten Downtown

auf höheren Levels. Und nach dem Unterricht folgt – wiederum autonom – eine Reflexionsphase. Das alles muss gut geplant, strukturiert und angeleitet werden. Darin liegt der wesentliche Unterschied zu dem bei uns viel praktizierten Konzept, Studierende im Voraus Texte lesen zu lassen – was oft genug nicht dazu führt, dass im Seminar dann wirklich von einer gemeinsamen Wissensbasis ausgegangen werden kann.

Besonders beeindruckend fand ich eine Präsentation von Maya Sfeir, die auch im Writing Center der AUB arbeitet. Sie hat in ihren Schreibkursen begonnen, auf der Basis von journalistischen, literarischen und persönlichen Texten eine Auseinandersetzung mit der

Bild von Beirut

Die Textur der Großstadt ist überall auf der Welt ähnlich

jüngsten libanesischen Geschichte anzuregen. Denn die jüngsten Konflikte und Kriege sind anscheinend noch ein Tabu. Es wird nicht darüber geredet und die jüngere Generation weiß wenig darüber und hat keine Gelegenheiten, sich auszutauschen. Das hehre Ziel des Kurses ist es, so etwas wie Konfliktresistenz bei den Studierenden zu fördern, in dem diese sich in ihren Texten kritisch und persönlich mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Die vorgestellten Beispiele zeigten sehr beeindruckend, dass Maya damit bei den Studierenden einen Nerv getroffen hat und vermutlich wirklich zu einer Konfliktresistenz beigetragen hat – die das Land unbedingt braucht!

In meiner eigenen Keynote habe ich über die Ergebnisse meiner Studie zu Implementierungs- und Führungsstrategien von Schreibzentrumsleitenden gesprochen. Es kam eine sehr interessante Diskussion zu stande. So wurde deutlich, dass die Studie auch für Lernzentren und ähnliche Einrichtungen relevant ist. Für mich war es sehr erfreulich zu sehen, dass es für viele offenbar sehr anregend war, über die Rolle von Schreibzentrumsleitenden nachzudenken.

In den folgenden Tagen hatte ich dann die Gelegenheit, mich mit KollegInnen vom Writing Center, vom

Bild vom Schreibzentrum der AUB

Im Schreibzentrum der AUB

Communication Skills Department, und vom Center for Teaching and Learning auszutauschen. Wie schon so oft war es wunderbar zu erfahren, dass wir überall auf der Welt die gleichen Anstrengungen unternehmen, die gleichen Probleme haben, aber auch die gleiche schöne Erfahrung teilen, wesentlich zur Bildung von jungen Menschen beitragen zu können. Die Peer Tutorinnen im Schreibzentrum waren sehr neugierig auf unsere Arbeit in Frankfurt (Oder) und wir stellten fest, dass wir sehr ähnlich arbeiten. Wir würden sehr gerne einen Austausch beginnen, in welcher Form auch immer.

Fazit: Der Libanon ist auf jeden Fall eine Reise wert und der Austausch mit KollegInnen überall auf der Welt erst Recht. Ich bin sehr froh, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe: Vielen Dank an das Organisationsteam!

 

Zehn Jahre Schreibcenter der Uni Klagenfurt – Herzlichen Glückwunsch!

Klagenfurt

Am 14.und 15. November 2014 hat das Schreibcenter der Alpen Adria Universität Klagenfurt sein 10jähriges Jubiläum gefeiert und aus diesem Anlass auch zu einer Tagung eingeladen, die gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftliches Schreiben (Gewiss) ausgerichtet wurde. Außerdem wurde eine Lange Nacht des Schreibens veranstaltet. Ich möchte hier ein paar Eindrücke teilen, die ich mitgenommen habe, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

In Erinnerung bleibt mir zum Beispiel der Film, den das Schreibcenter anlässlich des Jubiläums produziert hat. Darin kommen unter anderem Lehrende zu Wort, die mit dem Schreibcenter zusammenarbeiten, um die Lehre durch Schreiben aktiver und studierendenzentrierter zu gestalten. Es wird von den vielen Facetten berichtet, die den Alltag des Schreibcenters ausmachen – neben der Arbeit mit Studierenden gibt es zum Beispiel Schulkooperationen und viele weitere Kooperationen in der Region Kärnten. Gespickt wird der Film mit vielen Zitaten über das Schreiben, die Lehrende, Forschende und SchriftstellerInnen vortragen – einer sogar auf dem Kopf stehend.

Im Eröffnungsvortrag erinnerte Gerd Bräuer an die Entstehungszeit des Schreibcenters, die er begleitete. Das Motto damals war zunächst: „Mit wenig Geld viel bewirken“, denn, wie so oft in unserem Bereich, war die Anfangszeit vor allem von viel Engagement der Beteiligten getragen. Unbestritten ist sehr viel bewirkt worden und die Arbeit des Schreibcenters dreht sich keineswegs nur um das Schreiben, sondern auch sehr viel um das Lernen und Lehren. Bei dem „wenig Geld“ dürften Schreibzentren aber nicht stehen bleiben, mahnte Gerd Bräuer im Hinblick auf die vielen Schreibzentrumsgründungen der letzten Jahre an. Zu groß ist sonst die Gefahr, dass Schreibdidaktik nur zu kosmetischen Veränderungen führt und nicht zu einer nachhaltigen Entwicklung der Lehr-Lernkulturen im Sinne des Literacy Management.

Ein Workshop von Alexandra Peischer brachte die Schreibberatung zusammen mit der Systemischen Beratung. Es war für mich nicht das erste Mal, dass ich versucht habe, zu verstehen was die systemische Beratung von der nicht-direktiven, schreibendenzentrierten Beratung unterscheidet, die in vielen Schreibzentren der Beratungsansatz ist (siehe zum Beispiel den Aufsatz von Ulrike Lange und Maike Wiethoff im Band „Schreiben“ von Stephanie Dreyfürst und Nadja Sennewald). Auch dieses Mal fand ich die Unterschiede in den Beratungsansätzen theoretisch wenig fassbar. Allerdings konnten wir einige Werkzeuge der systemischen Beratung in Rollenspielen erproben. Durch diese praktische Herangehensweise konnte ich erleben, inwiefern einige dieser Werkzeuge den „Beratungskoffer“ für die Schreibberatung sinnvoll ergänzen. Das war überzeugend und hat mir Lust auf mehr gemacht.

Als Ergänzung zur Schreibberatung haben Birgit Huemer und Marcus Rheindorf ihren Ratgeber vorgestellt: „Das Betreuungsgepräch: ein Ratgeber für die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten“. Das von der Universität Luxembourg herausgegebene Booklet basiert auf den in vielen Schreibberatungen gesammelten Erfahrungen zur Betreuungsproblematik und richtet sich explizit an Lehrende, nicht an SchreibdidaktikerInnen. Es geht darin u.a. darum, das Betreuungsverhältnis zu definieren und zu klären, welche unterschiedlichen Betreuungsleistungen in den unterschiedlichen Phasen von Schreibprozessen erforderlich sind. Ein weiteres Kapitel unterstützt dabei, eine gemeinsame Sprache der Betreuenden und der Betreuten zu entwickeln, um das Sprechen über das wissenschafliche Arbeiten zu erleichtern. Die AutorInnen plädieren dabei dafür, sich bewusst mit dem Gebrauch von Metaphern auseinanderzusetzen. Ein Kapitel zum Textfeedback erläutert schließlich die verschiedenen Dimensionen des Feedbacks auf wissenschafliche Arbeiten und betont dabei, dass diese jeweils auch abhängig davon sind, in welcher Studienphase die Schreibenden sind – StudienanfängerInnen bräuchten anderes Feedback als Studierende, die ihre Abschlussarbeit schreiben.

Otto Kruse stellte in einem Vortrag Forschungsergebnisse aus einer Fragebogenstudie mit BA-Studierenden und deren Lehrenden vor, die in Kooperation mit der Universität Konstanz entstanden ist. Diese Studie basiert auf dem in einem EU-Projekt entwickelten, ursprünglich länderübergreifenden und mehrsprachigen „European Writing Questionnaire“. Ziel der Studie ist es, Daten zu gewinnen, mit denen ein Verständnis für Schreibkulturen an Hochschulen entwickelt wird und die z.B. Schreibzentren bei der Argumentation für ihre Arbeit unterstützen können. Die Schwerpunkte sind dabei Schreib- und allgemeine Studienkompetenzen, Schreibpraktiken, Einstellungen zum Schreiben, Genres im Studium und Interpretation der Genres, Vergleich zwischen Fächergruppen bzw. Disziplinen, Vergleich von Stufen des Studiums, Vergleich von Lehrenden vs. Studierenden (Selbst- und Fremdeinschätzung der Kompetenzen) und der Bedarf an Unterstützung für das Schreiben aus Sicht Studierender. Die Ergebnisse vorzustellen würde an dieser Stelle zu weit gehen. Das Instrument dieses Fragebogens erscheint mir jedenfalls sinnvoll, auch wenn sich gezeigt hat, dass es gar nicht so einfach ist, bestimmte Dinge zu erfragen. Zum Beispiel scheinen die Befragten unter dem Begriff „Hausarbeit“ nicht immer das gleiche zu verstehen.

An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Glückwunsch zum 10jährigen Geburtstag und vielen Dank für die gelungene Feier an alle Beteiligten!

 

 

Writing Centers in Motion EWCA Conference 2014

Special welcome from Viadrina President Gunter Pleuger for participants from South Africa

Special welcome from Viadrina President Gunter Pleuger for participants from South Africa

Thank you all for this successful conference! It has been a great pleasure and honour to host you here at European University Viadrina on the river Oder, on the German-Polish border right at the heart of Europe. During our conference from July 19th to July 22nd 2014 we could welcome you, over 200 people from 36 nations, to present, discuss and share their thoughts, ideas and opinions about this year’s main motto “Let’s peer across Borders, Writing Centres in motion”. A motto encouraging us to cross all kinds of borders: the borders of our many different home countries, language and cultural borders and not least, the metaphorical borders of the different discourse communities and writing cultures. The motto further involved peering into writing centre work as an idea of collaborative learning: A method situated right in the centre of writing center theory and practice. With a pre-conference peer tutor day, a peer tutor presentation track, workshop track and keynote, we could also gather many peer writing tutors from all over the world and so make the conference a collaborative learning event. Especially our youngest researchers so had the chance to gain some experience at an international conference and to socialise with people from all over the world.
On four days the Campus has been busy as a beehive with writing enthusiast even though subtropical summer temperatures gave us a bit of a hard time. However, as our conference team and our many helpers provided everyone with water and refreshing tissues, no one bothered too much.
Many of you enjoyed the possibility to connect with one another at our idyllic Conference Barbecue at Ziegenwerder, well prepared against cheeky insects. Others joined a trip to explore the city of Frankfurt (Oder) or took part in our history trip to „Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR“ in Eisenhüttenstadt.
We hope you had a great time participating at the conference with the academical programme we provided and the leisure time activities, we offered to give you the possibility to relax in between. We hope that you could share your ideas and visions, got inspired by each other’s research, could enrich your networks and make some new friends.
The only thing left to say regards writing centers increasing importance across the globe, stressed by your many different home countries: A rising interest in our work can make us all proud and encourage our growing community to keep developing. We are strikingly in motion!

Please scroll down for some impressions from the conference our Peer Tutors would like to share with you:

The Contribution of Peer Writing Tutors to the sustained Development of Writing Centers

It was a huge honour for me to present the process and results of my empirical research for my master thesis as a keynote at the EWCA conference 2014. My research was on the subject

Participants could post each other messages in the "conference post office"

Participants could post each other messages in the „conference post office“

of “The Contribution of Peer Writing Tutors to the sustained Development of Writing Centres“ which I conducted from September 2013 till April 2014. I developed a prezi-presentation for the international EWCA 2014 audience focusing on the background information (research questions, aim, hypothesis, and research method), the research process (data collection and analysis) and the results. The presentation is available on request. The German speaking audience can find my master thesis published here: http://opus.kobv.de/euv/volltexte/2014/92/pdf/Masterarbeit_Poloubotko.pdf

I was very moved by the elaborate introduction of Dr. Katrin Girgensohn concerning my five-years work at the writing centre at European University Viadrina and my engagement within the EWCA as a researcher and board member. Moreover was I truly touched and overwhelmed by the positive response to my keynote presentation. The standing ovation still feels like a dream. It was great to have the support from all the peer tutors which I got to know at different (peer tutoring) conferences and during the European Peer Tutor Day 2014. It was really fantastic to be in charge of organising the Peer Tutor Day and a pre-conference event for exchange and networking among peer tutors from writing centres worldwide. (For more information on the Peer Tutor Day please see another blog article.)
Anja Poloubotko

A new Method for collaborative Writing

While we tend to think that it is difficult (or at least challenging) to write a piece of text together, a group of writing tutors from Goethe Universität at Frankfurt (Main) presented an

Keynote speakers Paula Gillespie, Brad Hughes and Harvey Kail

Keynote speakers Paula Gillespie, Brad Hughes and Harvey Kail

interactive workshop to experiment with a new, self-invented method. At first, we brainstormed about what collaborative writing means (for example working on the same text together, rather than writing a chapter each), and reflected on experiences, we may have had. Next, we shifted to the experimental part of the workshop: splitting up in groups of two, we received instructions to write a page of text in any style we would like (news article, diary entry, poem, fairytale…) about how we imagine our ideal writing centre to look like, therefore only using three main ideas. Key to the exercise was the time limit of 30 minutes, during which each pair of authors had to organise themselves around which type of text to write, writing the actual text and editing a final version.
When sharing our texts back in the group, we discussed our experiences and found that this method could come in useful for future collaborative writing projects. We were surprised to find that we were able to get a lot done in the short time provided!
Juliane

 

Short Impression of the Workshop „When Tutor meets Tutor“

gd foyer

conference participants arriving

Being a Peer Tutor myself, I completely enjoyed taking part in the workshop. The two Workshop leaders started by explaining how the idea for pursuing this topic has come into their minds: At the Writing Center of the European University Viadrina, where both of them are working, it sometimes happened, that no student at all was attending the writing consultation. Hence they decided to use this time to have a tutoring session for and by themselves, i.e. a peer to peer writing consultation. They realised that this could be quite fruitful and interesting so they decided to share their experiences with us. During the Workshop we got together in pairs and had a peer-to-peer- writing consultation on our current writing projects.
In the end we summed up, that this is a really interesting experience due to our different backgrounds and due to the consciousness that we were consulting another peer tutor, who probably knew as much about writing methods and strategies as ourselves. It was different but really helpful!
Maike Tjaden

My Favourite Project

Keynote speaker Swantje Lahm

Keynote speaker Swantje Lahm

From all the interesting and inspiring presentations I listened to during the EWCA conference, there is one project I immediately thought of, when a colleague asked me to write a comment for this blog. The presentations name was „How I Write, Ireland“, a contribution by the University of Limerick in Ireland. It consisted of a series of interviews with prolific Irish writers in which the authors answered questions concerning both their individual writing process in general and the strategies they used to reach a particular writing goal.
The University of Limericks Regional Writing Center provides not only the interviews’ video recordings but further transcripts and possible outlines for a teachers lesson. That way, the interviews can be used as a learning tool by both, staff and students. Further, the Writing Center wishes to collect some data about how teachers use the interviews in their attempts to help improve students writing.
While giving information about the project in their presentation “How I Write, Ireland: Sharing the Experiences, Processes, and Strategies of Prolific Writers“, Lawrence Cleary and Aoife Lenihan were showing some sequences of the interviews. Even if these tiny snippets have only been providing the audience with small insights in the interviewees writing processes, they were really interesting for me. I was surprised to hear from professor Tom Moylan that he – after numerous published works – is still struggling with his role as a writer, feeling that his working-class background keeps him from really belonging to the scientific community he is actually writing for. This made me think of my own experiences as a student and a Peer Tutor: A lot of students feel insecure when discussing their writing projects with their lecturer – a person they expect to know everything, while they consider themselves to know nearly nothing. For this reason some of them choose to dismiss their own ideas and strictly follow the lecturers impulses instead. Doing so, they are disempowering themselves from pursuing their own style and developing new ideas and thoughts. Likewise, a lot of them, at times including myself, consider themselves to write for credit points only instead of writing for an academic audience. They simply feel to young and inexperienced to contribute to the world of science – following these trains of thoughts, a lot of them do not recognise the actual worth of their writing. In my view, this is a pity and I am sure that a lot of ideas get lost due to a lack of self-confidence from student writers. To show them that even their professors face similar problems during the writing process could be one way to improve students confidence with their work and to consider themselves as members of the academic community. At the same time, the project offers them the opportunity to hear about strategies that might help them during their own writing process. To conclude, I really like this project and I think the concept can provide students with a lot of ideas that are worth to think about.
Anne Kirschbaum

Peer Schreib TutorInnen Konferenz 2013

Bereits zum sechsten Mal hat am vergangenen Wochenende die Peer Schreib TutorInnen Konferenz stattgefunden. Was in Frankfurt (Oder) 2008 mit 20 Teilnehemenden begonnen hatte, ist mittlerweile zu einem großen Event geworden, für das sich 150 Peer TutorInnen und SchreibzentrumsmitarbeiterInnen angemeldet hatten. Das Team des Bochumer Schreibzentrums schuf einen wunderbaren Rahmen mit Café, zu gestaltender Deutschlandkarte und perfekter Organisation.

Am ersten Tag hielt Otto Kruse einen Keynote-Vortrag. Es war für die Teilnehmenden sehr spannend, den Autor von „Keine Angst vor dem leeren Blatt“  live zu erleben. In seinem Vortrag unterstrich Otto, wie wichtig es ist, in der prozessorientierten Schreibberatung auch Sprachwissen zu vermitteln. Unter Sprachwissen versteht er ein Wissen über Formulierungen, die in wissenschaftlichen Texte bewusst eingesetzt werden können, zum Beispiel um Vorsicht bzw. Distanz zu einer Position zu signalisieren.

Anschließend gab es zahlreiche Workshops und einige Vorträge, alle vorbereitet von verschiedenen Schreibzentren. Unser Schreibzentrum war vertreten mit einem Workshop über die Gestaltung von Konferenz-, Lehr- und Schreibzentrumspostern, den Anja Poloubotko und Michal Zytyniec durchführten. Marlene Schulze und Katrin Girgensohn erprobten in einem weiteren Workshop die „beschreibende Gliederung“, eine Methode im Rahmen der Peer TutorInnen Ausbildung nach Kenneth Bruffee. In anderen Workshops wurden kreative Methoden in der Schreibberatung erprobt und diskutiert, in eine Google+-Community für Peer Schreib TutorInnen eingeführt, Mission Statements für Schreibzentren entwickelt, Beratungsmethoden ausprobiert, Forschung zu Mehrsprachigkeit in Schreibzentren vorgestellt und vieles mehr. Wir konnten zahlreiche neue Impulse mitnehmen, uns mit anderen austauschen und gemeinsam neue Ideen entwickeln.

Der zweite Teil der Tagung war als ein Open Space gestaltet. Ein Open Space ist ein sehr offenes Format, bei dem sich mehrmals Gruppen zusammenfinden, um gemeinsam Themen zu bearbeiten. Zur Einstimmung gab Katrin Girgensohn einen Rückblick auf die Geschichte der Schreibzentren in Deutschland und auf die vielen Erfolge, die wir schon dem Engagement von Peer TutorInnen zu verdanken haben, wie zum Beispiel die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten oder die Fachzeitschrift JoSch (Journal der Schreibberatung). Dieser Rückblick machte Lust darauf, über eigene Themen und Anliegen nachzudenken und diese einzubringen. Die Themen wurden von den Anwesenden gesammelt und dann bestimmten Decken zugeteilt. Decken deshalb, weil die Gruppen sich auf Decken und Kissen gruppierten. In vielen Gruppen wurden Themen aus den voran gegangenen Workshops wieder aufgegriffen und weiter besprochen oder bearbeitet. Andere beschäftigten sich mit darüber hinaus gehenden, die Peer TutorInnen betreffenden Themen. So entstanden z.B. konkrete Pläne für ein gemeinsames Wiki mit Schreibmethoden für Schreibberatungen und Schreibworkshops. Auf einer anderen Decke überlegten Peer TutorInnen, die demnächst mit dem Studium fertig werden, wie es im Anschluss an das Studium für sie weitergehen kann: Wo lassen sich die in der Schreibberatungspraxis gewonnenen Kompetenzen im Beruf einbringen? Die Themenvielfalt war spannend und führte dazu, dass viele als „Hummeln“ von einer Decke zur anderen fliegen wollten. Das Format des Open Space erlaubt das Hummeln ausdrücklich. Doch meistens waren die Diskussionen dann doch so spannend, dass die Hummeln an den Decken hängen blieben.

Auch der Sonntag wurde noch einmal im Open Space Format gestaltet. Diesmal ging es dabei darum, Anliegen zu bearbeiten, die über die Peer TutorInnen Konferenz hinaus umgesetzt werden können. Dabei entstanden viele konkrete Vorhaben. So wird die Google+-Community der Peer TutorInnen weiter bestehen, sich über eine gemeinsame Ethik verständigen und auch die Erstellung eines Schreibmethoden- und Schreibworkshop-Wikis begleiten. Es fanden sich auch Peer Tutorinnen zusammen, die dafür sorgen werden, dass auf der im Juli 2014 stattfindenden Konferenz der European Writing Centers Association das Engagement der Peer TutorInnen im deutschsprachigen Raum sichtbar wird. So soll es dort einen Peer Tutor Day geben, eigene Panels für Peer TutorInnen und eine Ausstellung, die die Arbeit und Vernetzung visualisiert. Ebenfalls sehr wichtig ist die Bildung einer Speziellen Interessengruppe (SIG), die die Anliegen der Peer TutorInnen in der neu gegründeten Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung vertreten wird. Die Gruppe möchte sich zum einen der Öffentlichkeitsarbeit widmen und diese Gesellschaft insbesondere bei Peer TutorInnen bekannt machen. Zum anderen möchte sie eng mit der SIG zur Erarbeitung von Qualitätsstandards für die Peer TutorInnen Ausbildung zusammen arbeiten. Die Gruppe formulierte das Anliegen, dass Peer TutorInnen-Ausbildungen bundesweit in Umfang und Inhalten vergleichbar werden, dass verschiedene Beratungsansätze integriert und wechselseitige Hospitationen ermöglicht werden.

Die Peer TutorInnen Konferenz 2013 wird uns lange als eine Veranstaltung in Erinnerung bleiben, auf der wir nicht nur viel von- und miteinander gelernt haben, sondern auf der auch in bildungspolitischer Hinsicht Vieles in Bewegung gekommen ist. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Rahmen der EWCA Konferenz 2014 in Frankfurt (Oder) und im Rahmen der nächsten Peer Schreib TutorInnen Konferenz 2014 in Frankfurt am Main!

Weitere Eindrücke gibt es übrigens bei Twitter: #ptk13

Anja, Michal, Marlene, Josi, Franziska und Katrin

Call for Papers: die Konferenz der European Writing Centers Association 2014 an unserem Schreibzentrum

Postkarte EWCA Konfernez 2014 2014 werden wir die Konferenz der European Writing Centers Association an der Viadrina ausrichten. Die Vorbereitungen laufen schon und wir freuen uns sehr auf das Ereignis!

Mittlerweile ist der Call for Papers draußen. Bis Ende November können Vorschläge eingereicht werden. Natürlich wollen wir keineswegs tatsächlich papers im Sinne von abgelesenen Vorträgen. Vielmehr sind wir gespannt auf lebendig vorgetragene Forschungsergebnisse, Konzepte und Ideen. Außerdem möchten wir möglichst viele Workshops anbieten, denn wenn man gemeinsam etwas ausprobiert und erarbeitet lernt man oft am Meisten. Wer Schreibzentren, Events oder Ideen vorstellen möchte kann dies auch in Form von Postern oder Pecha Kucha Sessions tun.

Um das Netzwerken vor Ort zu unterstützen werden wir Raum lassen für Special Interest Groups. Wer sich also zu bestimmten Themen oder auch zu Regionalgruppen mit anderen zusammen tun möchte, kann die SIGs dafür nutzen. Ein Open Space-Format am Ende der Konferenz soll neue Kooperationen anstiften.

Natürlich wird auch der informelle Austausch nicht zu kurz kommen. In guter EWCA-Tradition wird es zum Auftakt nicht nur einen Empfang geben, sondern auch ein kreatives Schreibevent für alle, die Lust haben auf diese Weise neue Leute kennen zu lernen oder alte Bekannte wieder zu treffen. Statt eines Konferenz-Dinners planen wir einen fröhlichen Grillabend auf der Insel Ziegenwerder in der Oder. Und wer zum Abschluss noch etwas Geschichte erfahren möchte, fährt mit uns zum Museum für DDR-Alltagskultur nach Eisenhüttenstadt. Weitgereiste können die Gelegenheit nutzen, um nach der Konferenz eine Polenreise zu machen.

Wir hoffen auf zahlreiche Beiträge! Und obwohl wir auf der Konferenz Englisch miteinander reden werden, freuen wir uns auch auf Beiträge auf Deutsch, Polnisch oder Französisch.

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