Saturday Night Fever: Ich hab mit John Travolta getanzt, aber meine Evolution hinkt noch hinterher!

Wie findet ihr diese Überschrift? Im Blog-Workshop des Schreibzentrums ging es unter anderem darum, wie man mit Überschriften LeserInnen gewinnen kann. Es gibt bestimmt Menschen auf der Welt, die „John Travolta“ als E-Mail-Alert eingerichtet haben und jetzt auf unsere Seite kommen. Ob die sich für Schreibzentren interessieren, weiß ich nicht. Aber es ist auch nicht gelogen: Ich war am Samstag hiesigen „Freakfest“. Auf dem Beweisfoto bin ich allerdings gut getarnt:

Katrin Girgensohn und John Travolta

Was ich auch im Blog-Workshop gelernt habe, ist: „A lot of Blogging is thinking aloud“. Soll heißen, Bloggen muss nicht unbedingt kunstvoll oder großartig sein, man darf auch einfach schreiben, was einem so durch den Kopf geht. Jake Stockinger, der den Workshop mit geleitet hat, schreibt z.B. jeden Morgen einen Eintrag rund um das Thema Klassische Musik. Jeden Morgen! Das sind sozusagen öffentliche Morgenseiten. Und er hat sehr viele Leserinnen und Leser.

Ich habe gemerkt, dass ich noch nicht ganz im Web 2.0 angekommen bin. Das Bloggen macht mir Spaß und eigentlich bin ich fasziniert von der Möglichkeit, öffentlich laut zu denken. Ich finde es schön, die Gelegenheit zu haben, meine Gedanken ohne Umwege zu teilen, zum Beispiel ohne Druckkosten und Verleger. Andererseits verbringe ich unglaublich viel Lebenszeit damit, „auf leuchtende rechteckige Flächen zu starren“ – wie die hiesige Satirezeitschrift „The Onion“ neulich so schön bemerkt hat (http://www.theonion.com/articles/report-90-of-waking-hours-spent-staring-at-glowing,2747/). Ich habe keine Lust, das noch mehr auszuweiten und mich z.B. in „sozialen Netzwerken“ zu tummeln. Das würde nicht nur meine Augen überlasten, sondern auch mein Hirn. Wenn ich abends im Bett die Augen zumachen flackert es noch eine Weile weiter, falls ich vor dem Schlafen gehen am Computer saß. Meine Evolution ist noch nicht so weit wie die Technik. So waren alle begeistert von dem Twitter-Account zur Konferenz, wie ja in Limerick auch schon, aber warum sollte ich auch noch dauernd auf ein Taschen-Rechteck schauen, wenn ich irgendwo bin?

E-Learning ist aber trotzdem was Tolles. So läuft jetzt das Online-Modul unseres Zertifikats für Schreibzentrumsarbeit und Literacy Management  und ich bin begeistert, ozeanübergreifend weiter bei der Gruppe sein zu können und über die Entwicklung der vielen tollen Projekte im Austausch sein zu können. Einigen ist die Plattform zu altmodisch und sie arbeiten lieber ganz öffentlich. Das finde ich gut, kann aber genauso gut verstehen, wenn das nicht alle möchten.

Nicht missen möchte ich auch solche Tools wie Dropbox, die es möglich machen, Dateien miteinander zu teilen. Nadja Sennewald und ich haben via Dropbox transatlantisch unser Manuskript fertig gestellt und es am Freitag beim Verlag eingereicht, so dass unser Buch „Einführung in die Schreibforschung und Schreibdidaktik“ im Frühjahr bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erscheinen wird – yeah!

Wer weiß, vielleicht wird meine Evolution ja doch schneller von Statten gehen als ich das jetzt denke. Vielleicht erfindet ja auch jemand mal runde Bildschirme für mich, oder solche, die nach Papier duften?

Wie auch immer: Happy Halloween!

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