Schreiben in der Nacht am 02.03.2017

Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten an der Viadrina

Seit Ende der Vorleshab die ganze Nacht an dir geschriebenungszeit schlummert die Hausarbeit unvollendet in einer dunklen Ecke des Schreibtisches. Nun rückt der Abgabetermin näher. Doch bevor echte Torschlusspanik einsetzt, lädt das Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina zum gemeinsamen Schreib-Endspurt in der Universitätsbibliothek ein. Bei der mittlerweile 8. Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten am 2. März 2017 können Schreibende zwischen 16 und 1 Uhr intensiv und in produktiver Atmosphäre an ihren Texten arbeiten, sich untereinander austauschen und die Nacht zum (Arbeits-)Tag machen. Eingeladen sind Studierende, Promovierende und Schreibende aller Fakultäten, egal ob es sich bei ihren Schreibprojekten um Hausarbeiten, Essays, juristische Gutachten oder Bewerbungsschreiben handelt. Allen fleißigen Nachteulen stehen dabei die Peer Tutor*innen vom Schreibzentrum unterstützend zur Seite. Sie bieten Schreibberatungen, kurze Workshops und kreative Schreibübungen. Geplant sind:

  • Schreibeinstimmer: In den Schreib-Flow kommen
  • Clustern: Effizient Überblick gewinnen
  • Lesetechniken für wissenschaftliche Texte
  • Fragestellung finden
  • Zitiere ich noch oder plagiiere ich schon?
  • Feedbackkonferenz
  • Workshop „Klausuren Schreiben“
  • Präsentation von Dr. Thomas Bode (Jura) zum Thema Prokrastination

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jede*r kann vorbeikommen, gern Hausschuhen, Laptop, Papier und Stiften im Gepäck. Weitere Infos finden sich hier.

Das Schreibzentrum der Viadrina veranstaltet die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2017 in Kooperation mit der Universitäts-Bibliothek.

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Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten – ein Rückblick

Vor etwas mehr als einem Monat, am 3. März 2016, veranstalteten wir die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten: Von 16 bis 1 Uhr luden wir Studierende aller Fakultäten der Europa-Universität Viadrina in die Bibliothek ein, um dort an ihren Schreibprojekten zu arbeiten. In der motivierenden Gesellschaft anderer Schreibender und unterstützt durch unser Begleitprogramm aus Workshops und Schreibberatungen konnte die Nacht produktiv genutzt werden. Ob Abschlussarbeit, Falllösung oder Essay – alles, was noch nicht aufgeschrieben oder gedacht wurde, konnte in dieser Nacht besprochen und auf das Papier gebracht werden.

Noch Wochen nach der Veranstaltung sehen wir Studierende, die wir in der Langen Nacht in Workshops, in Schreibberatungen oder am Empfangstisch kennengelernt haben, im Schreibzentrum zur Schreibsprechstunde wieder. Grund genug für unser Team, noch einmal zurückzublicken und unsere Eindrücke von der Langen Nacht niederzuschreiben:

2016-lange-nacht_schreibzentrum-viadrina

„Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten (LNdaH) fühlte sich für mich eher an wie eine „Lange Nacht, um nachts in der Bibliothek mal ordentlich zum Arbeiten zu kommen“. Die Themen der Schreibberatung waren demnach vielfältig; vom Schulreferat bis zur Doktorarbeit. Die Zeit verging schnell, so dass aus meiner Sicht eher eine kurze Nacht daraus wurde. Eigentlich schade, dass es die Gelegenheit zur nächtlichen Kurzweil in der Bibliothek nicht öfters gibt.“ (Pascal)

„Bereits zum 7. Mal haben wir vom Schreibzentrum die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten nun schon veranstaltet – doch es ist immer wieder so aufregend und spannend wie beim ersten Mal im Jahr 2010. Neu in diesem Jahr war für uns der Veranstaltungsort: die Uni-Bibliothek. Von der zentralen Lage auf dem Campus hat die LNdaH in diesem Jahr deutlich profitiert. Viel mehr Studierende als sonst nutzten den Abend, um mit ihren Schreibprojekten voran zu kommen. Die von den Schreib-Peer-Tutor*innen angebotenen Schreibberatungen waren restlos ausgebucht und auch die Workshops wurden sehr gut besucht.“ (Simone)

Schreibberatung LNdaH

Ideenschmiede im Lerncontainer (Foto: Franziska Liebetanz).

„Es war schön, das Schreibzentrum für eine lange Nacht von der Peripherie der August-Bebel-Straße 12 in das Herz der Uni zu verlagern. So konnten wir (auch wenn ich es nur gefühlt habe und nicht statistisch beweisen kann) zusätzlich die Menschen ansprechen, die Tag für Tag in den Fahrstuhl steigen und bis zum Abend den Lesesaal nur für eine Kaffeepause verlassen. Ich glaube, die in die Bibliothek beheimateten disziplinierten Eigenbrötler*innen könnten wir dauerhaft als Zielgruppe gewinnen, wenn wir in Kooperation mit der Uni-Bibo einen kleinen SZ-Ableger in einem der Lerncontainer gründen würden. Quasi jede Woche einen Langen Tag der aufgeschobenen Hausarbeiten!“ (Simon)

„Auch von zu Hause konnte man sich von der Atmosphäre der Langen Nacht anstecken lassen: Auf Twitter war ziemlich viel los. Die Tweets mit dem Hashtag #LNdaH haben einen Einblick in den Ablauf der Langen Nacht in ganz Deutschland ermöglicht. Schöne Fotos wurden gepostet, auf denen einladende Schreibräume und motivierte Schreibende zu sehen waren. Die digitale Teilnahme an dieser Schreibaktion kann auch Spaß machen! Man muss nur aufpassen, Social Media wirklich zur Inspiration und nicht zum Aufschieben zu nutzen.“ (Michał)

„Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten bleibt mir in Erinnerung als ein kleiner Rausch im Land der Schreibdidaktik. Die Gesichter von Ratsuchenden sehe ich vor mir und die dazugehörigen Anliegen hängen noch in meinem Ohr; ob Zitation, Textfeedback oder Hausarbeiten schreiben in Jura. Am Infostand auf die Zielscheibe hinzuweisen – der eigene Arbeitsstand innerhalb der Nacht kann markiert werden – hat Spaß gemacht. Zu sehen, dass Teilnehmende von Workshop zu Workshop an ihren Plätzen blieben und sich eine kleine Stammgemeinschaft abzeichnete, empfand ich als sehr befriedigend. Ich hatte das Gefühl, dass die Bibliothek einen guten Veranstaltungsort bildete. Sie wird von Studierenden ohnehin mit dem wissenschaftlichem Arbeiten verbunden und die LNdaH könnte für die Teilnehmenden das i-Tüpfelchen eben dafür dargestellt haben.“ (Alyssa)

buffett-zugeschnitten

Am Büffet konnten Schreibende ihre Energiereserven auffüllen (Foto: Franziska Liebetanz).

„Mir ist eine Situation während der Langen Nacht besonders im Gedächtnis geblieben; wahrscheinlich weil sie die tolle Atmosphäre spürbar macht, die an diesem Abend herrschte. Ich saß am Begrüßungsstand vor der Bibliothek und war in ein Gespräch mit einem Promovierenden vertieft, als ein Studierender mich höflich, aber doch ungeduldig unterbrach und mich fragte, wo denn die Liste für die Anmeldung zur Schreibsprechstunde hin sei. Er komme gerade aus einer Beratung und sei so begeistert von der Offenheit des Gesprächs und den vielen interessanten Hinweisen, dass er sich sofort noch einmal eintragen wollte. Ich habe ihm die Liste schmunzelnd hingeschoben und ihm geantwortet, dass wir glücklicherweise die halbe Nacht da sind und vorher sogar noch etwas Zeit bleibt, um sich am Büffet zu bedienen. Damit war sein Glück an diesem Abend perfekt, er war von guten Gesprächen und gutem Essen gesättigt.“ (Anja)

Viele bekannte Gesichter von der Langen Nacht nun im Schreibzentrum wiederzutreffen und auch die vielen dankbaren Kommentare von Schreibenden während der Langen Nacht bestätigen unsere eigenen positiven Eindrücke und zeigen uns, dass wir mit dieser Veranstaltung immer wieder aufs Neue für eine veränderte Schreibkultur werben können: eine Schreibkultur, für die Offenheit, konstruktive Rückmeldung und Austausch zentral sind.

Weitere Stimmen zur Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten finden Interessierte unter anderem auch hier:

http://www.wlnjournal.org/blog/2015/03/the-long-night-against-procrastination-2015-a-german-perspective/

https://schreibnacht.wordpress.com/

Peer Schreib TutorInnen Konferenz 2013

Bereits zum sechsten Mal hat am vergangenen Wochenende die Peer Schreib TutorInnen Konferenz stattgefunden. Was in Frankfurt (Oder) 2008 mit 20 Teilnehemenden begonnen hatte, ist mittlerweile zu einem großen Event geworden, für das sich 150 Peer TutorInnen und SchreibzentrumsmitarbeiterInnen angemeldet hatten. Das Team des Bochumer Schreibzentrums schuf einen wunderbaren Rahmen mit Café, zu gestaltender Deutschlandkarte und perfekter Organisation.

Am ersten Tag hielt Otto Kruse einen Keynote-Vortrag. Es war für die Teilnehmenden sehr spannend, den Autor von „Keine Angst vor dem leeren Blatt“  live zu erleben. In seinem Vortrag unterstrich Otto, wie wichtig es ist, in der prozessorientierten Schreibberatung auch Sprachwissen zu vermitteln. Unter Sprachwissen versteht er ein Wissen über Formulierungen, die in wissenschaftlichen Texte bewusst eingesetzt werden können, zum Beispiel um Vorsicht bzw. Distanz zu einer Position zu signalisieren.

Anschließend gab es zahlreiche Workshops und einige Vorträge, alle vorbereitet von verschiedenen Schreibzentren. Unser Schreibzentrum war vertreten mit einem Workshop über die Gestaltung von Konferenz-, Lehr- und Schreibzentrumspostern, den Anja Poloubotko und Michal Zytyniec durchführten. Marlene Schulze und Katrin Girgensohn erprobten in einem weiteren Workshop die „beschreibende Gliederung“, eine Methode im Rahmen der Peer TutorInnen Ausbildung nach Kenneth Bruffee. In anderen Workshops wurden kreative Methoden in der Schreibberatung erprobt und diskutiert, in eine Google+-Community für Peer Schreib TutorInnen eingeführt, Mission Statements für Schreibzentren entwickelt, Beratungsmethoden ausprobiert, Forschung zu Mehrsprachigkeit in Schreibzentren vorgestellt und vieles mehr. Wir konnten zahlreiche neue Impulse mitnehmen, uns mit anderen austauschen und gemeinsam neue Ideen entwickeln.

Der zweite Teil der Tagung war als ein Open Space gestaltet. Ein Open Space ist ein sehr offenes Format, bei dem sich mehrmals Gruppen zusammenfinden, um gemeinsam Themen zu bearbeiten. Zur Einstimmung gab Katrin Girgensohn einen Rückblick auf die Geschichte der Schreibzentren in Deutschland und auf die vielen Erfolge, die wir schon dem Engagement von Peer TutorInnen zu verdanken haben, wie zum Beispiel die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten oder die Fachzeitschrift JoSch (Journal der Schreibberatung). Dieser Rückblick machte Lust darauf, über eigene Themen und Anliegen nachzudenken und diese einzubringen. Die Themen wurden von den Anwesenden gesammelt und dann bestimmten Decken zugeteilt. Decken deshalb, weil die Gruppen sich auf Decken und Kissen gruppierten. In vielen Gruppen wurden Themen aus den voran gegangenen Workshops wieder aufgegriffen und weiter besprochen oder bearbeitet. Andere beschäftigten sich mit darüber hinaus gehenden, die Peer TutorInnen betreffenden Themen. So entstanden z.B. konkrete Pläne für ein gemeinsames Wiki mit Schreibmethoden für Schreibberatungen und Schreibworkshops. Auf einer anderen Decke überlegten Peer TutorInnen, die demnächst mit dem Studium fertig werden, wie es im Anschluss an das Studium für sie weitergehen kann: Wo lassen sich die in der Schreibberatungspraxis gewonnenen Kompetenzen im Beruf einbringen? Die Themenvielfalt war spannend und führte dazu, dass viele als „Hummeln“ von einer Decke zur anderen fliegen wollten. Das Format des Open Space erlaubt das Hummeln ausdrücklich. Doch meistens waren die Diskussionen dann doch so spannend, dass die Hummeln an den Decken hängen blieben.

Auch der Sonntag wurde noch einmal im Open Space Format gestaltet. Diesmal ging es dabei darum, Anliegen zu bearbeiten, die über die Peer TutorInnen Konferenz hinaus umgesetzt werden können. Dabei entstanden viele konkrete Vorhaben. So wird die Google+-Community der Peer TutorInnen weiter bestehen, sich über eine gemeinsame Ethik verständigen und auch die Erstellung eines Schreibmethoden- und Schreibworkshop-Wikis begleiten. Es fanden sich auch Peer Tutorinnen zusammen, die dafür sorgen werden, dass auf der im Juli 2014 stattfindenden Konferenz der European Writing Centers Association das Engagement der Peer TutorInnen im deutschsprachigen Raum sichtbar wird. So soll es dort einen Peer Tutor Day geben, eigene Panels für Peer TutorInnen und eine Ausstellung, die die Arbeit und Vernetzung visualisiert. Ebenfalls sehr wichtig ist die Bildung einer Speziellen Interessengruppe (SIG), die die Anliegen der Peer TutorInnen in der neu gegründeten Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung vertreten wird. Die Gruppe möchte sich zum einen der Öffentlichkeitsarbeit widmen und diese Gesellschaft insbesondere bei Peer TutorInnen bekannt machen. Zum anderen möchte sie eng mit der SIG zur Erarbeitung von Qualitätsstandards für die Peer TutorInnen Ausbildung zusammen arbeiten. Die Gruppe formulierte das Anliegen, dass Peer TutorInnen-Ausbildungen bundesweit in Umfang und Inhalten vergleichbar werden, dass verschiedene Beratungsansätze integriert und wechselseitige Hospitationen ermöglicht werden.

Die Peer TutorInnen Konferenz 2013 wird uns lange als eine Veranstaltung in Erinnerung bleiben, auf der wir nicht nur viel von- und miteinander gelernt haben, sondern auf der auch in bildungspolitischer Hinsicht Vieles in Bewegung gekommen ist. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Rahmen der EWCA Konferenz 2014 in Frankfurt (Oder) und im Rahmen der nächsten Peer Schreib TutorInnen Konferenz 2014 in Frankfurt am Main!

Weitere Eindrücke gibt es übrigens bei Twitter: #ptk13

Anja, Michal, Marlene, Josi, Franziska und Katrin

Die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten in Berlin

– von Josephin Winkler –

Bereits zum vierten Mal hat das Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten veranstaltet. Viel Herzblut hat das Schreibzentrumsteam in dieses Ereignis gesteckt: Es wurde ein Grundkonzept erstellt, Plakate und Flyer gestaltet, Rundmails verschickt, Pressemappen angefertigt, ein Rahmenprogramm ausgedacht, Snacks eingekauft, Räumlichkeiten besichtigt uvm.

Es war viel Arbeit – und es hat sich gelohnt! In Kooperation mit der Humboldt-Universität, der Bibliothek der Humboldt-Viadrina School of Governance und dem Arbeitskreis Schreibdidaktik Berlin-Brandenburg hat die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten das erste Mal in Berlin stattgefunden. Von 16- 1 Uhr konnten Studierende dort an ihren Schreibprojekten arbeiten. Nach einer Begrüßungsrede von Katrin Girgensohn, Gründerin des Schreibzentrums, gab es eine kleine Pecha Kucha Präsentation zur Langen Nacht. Daraufhin wurde fleißig geschrieben: An kleinen Tischen sitzend, war jede/r mit einem Laptop ausgerüstet, und die Tasten klapperten ordentlich. Ansonsten war die Stille in den Schreibräumen fast schon gespenstisch.

Zielscheibe SchreibzieleWer eine Pause brauchte, ging an die Snackbar oder kontrollierte noch einmal, ob sein Kärtchen an der Zielwand weiter in Richtung “Ziel” gerückt werden konnte. Auflockerungsübungen und Schreibtechniken (wie die Schreibstaffel) sorgten für Abwechslung zwischen den Schreibphasen. Bei einem Schreibtypentest konnten die Schreibenden herausfinden, welche Vorgehensweise beim Schreiben für sie am besten geeignet ist; aber auch zu neuen Techniken angeregt werden. Ein kleiner Vortrag über Plagiate und richtiges Zitieren sorgte für rege Diskussionen unter den Anwesenden – es blieben sogar einige Fragen offen.

winke-winke

Teilnehmende der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten winken bei der Live-Schaltung Schreibenden in anderen Schreibzentren zu.

Auch in anderen Städten Deutschland gab es zeitgleich die Lange Nacht. So haben wir uns nicht lange bitten lassen und eine Live-Schaltung in die anderen Schreibzentren aufgebaut; das stärkte das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation  zum Weiterschreiben.

Für die 37 Schreibenden, die aus 5 Universitäten kamen, standen 10 ausgebildete Schreibberater zur Verfügung. Bei einem Beratungstermin konnten die Studierenden dann ungestört über ihren Text reden, Fragen stellen sowie natürlich auch von eventuellen Schwierigkeiten beim Schreiben berichten und sich Hilfe zur Selbsthilfe holen.

Da wir die Lange Nacht das erste Mal in Berlin veranstalteten, erwarteten wir mehr Andrang, doch insgesamt sind wir sehr zufrieden. Wir freuten uns über positive Resonanz bei der Presse, wie z.B. von der ZEIT online. Die Schreibenden gaben uns durchgängig positives Feedback – viele haben ihre gesetzten Ziele geschafft, einige sind sich jetzt über ihre Schreibgewohnheiten bewusster, andere wollen jetzt gerne öfter Schreibtechniken einsetzen. Viele wollen gerne nächstes Jahr wiederkommen!

Kein Blatt blieb unbeschrieben

Motivierendes Motto bei der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2012

Foto: Schreibzentrum Viadrina

Nach dem das Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ 2010 erstmalig ins Leben gerufen hatte, veranstaltete es auch in diesem Jahr in der Nacht vom 1. zum 2. März 2012 gemeinsam mit 13 deutschen und 2 US-amerikanischen Schreibzentren eine gemeinschaftliche Schreibnacht. Das Event ist ein gutes Beispiel dafür, dass gemeinschaftliche Aktionen von Schreibzentren dazu beitragen, deren Arbeit und Wirken öffentlich sichtbar zu machen. Bei Studierenden als auch in den Medien stieß es auf große Resonanz.

Am Schreibzentrum der EUV waren es ca. 35 Studierende, die während der Langen Nacht kein Blatt unbeschrieben ließen. Unter den TeilnehmerInnen befanden sich neben Studierenden der kulturwissenschaftlichen, rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der EUV diesmal auch Studierende anderer Universitäten aus Berlin, die extra zur Langen Nacht angereist waren. Pünktlich um 20 Uhr trafen die meisten Teilnehmer ein. Die Hausarbeitennacht hatte begonnen:

Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2012 an der Europa-Universität Viadrina

Foto: Schreibzentrum Viadrina

20:00-20:30: Begrüßung und Startschuss, alle lernten sich kennen und stellten sich ihre Schreibprojekte vor. An der Pinwand reihten sich ausgefüllte Zettel aneinander:“ Ich bin Ania, heute Nacht beschäftige ich mich mit dem Thema: ‚Industrialisierung und Verstädterung in deutschen Städten um 1900’ und wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann gönne ich mir vieeeeeeel Schlaf!“

20:30-23:00: Das große Schreiben hatte begonnen. Mit ihren Laptops, Büchern und Hausschuhen suchten sich die Teilnehmer einen Schreibplatz in einem von den SchreibtutorInnen gemütlich dekorierten Räumen. Für die 35 Schreiber gab es zwei große Schreibräume, ein Computerkabinett, einen Ess- und Beratungsraum, sowie einen Ruheraum.

Hausschuhe bei der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2012

Foto: Schreibzentrum Viadrina

23:00-02:00: Die Schreibberatung wurde rege in Anspruch genommen. Entstandene Texte und offene Fragen konnten hier gleich besprochen werden. Die Schreibberaterinnen nahmen sich viel Zeit, um mit den Teilnehmern über Schreibprozesse zu sprechen und Texte zu reflektieren. Gemeinsam mit den Ratsuchenden probierten sie unterschiedliche Schreibmethoden aus, die helfen, ein geeignetes Thema zu finden, einzugrenzen, die Hausarbeit besser zu strukturieren oder zu überarbeiten. Schreibtutorin Anja besprach mit einer

Studierenden die Hausarbeit zum Thema „Freewriting als Methode des wissenschaftlichen Schreibens“. Nachts beraten machte Spaß, davon war zumindest Schreibtutorin Julie überzeugt, ihre letzte Beratung endete um 4:30 Uhr.

Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2012 Europa-Universität Viadrina

Foto: Schreibzentrum Viadrina

2:00-04:00 Zwischendurch gab es abwechslungsreiches Programm und viele Muntermacher: Kurz nach Mitternacht, während die meisten Studierenden intensiv an ihren Hausarbeiten tüftelten, rief Tutor Jovan zumNachtspaziergang auf. Um munter zu bleiben leitete Tutorin Luise Schreibtischjoga an und Simone rief um 03:30 Uhr zu einer Kissenschlacht auf. Wer schlafen wollte suchte sich einen Platz im Ruheraum, wo Decken und Schlafsäcke bereit lagen.

04:00-06:00 Was machen denn die anderen beteiligten Schreibzentren? Über Twitter und einer Live-Video- Schaltung standen wir mit anderen beteiligten Schreibzentren in Verbindung. Hierdurch konnten wir uns untereinander austauschen und bekamen Einblicke in die Nachtaktivitäten der anderen Schreibzentren.

Schreibende bei der langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

Foto: Schreibzentrum Viadrina

06:00 Es wurde langsam hell, der Tag begann. Am Freitagmorgen sind dann tatsächlich viele Texte entstanden, Ideen umgesetzt und Fragen beantwortet worden. Eine Studierende hatte ihre Hausarbeit sogar zu Ende geschrieben. Es ging zum Frühsport in den Nebenraum.

07:00-08:00 Durchhalten bis zum Sonnenaufgang wird belohnt. Es warten Sekt, Obst und frische Brötchen: Am gemeinsamen Frühstück nahmen immerhin noch 15 Studierende teil. Hier wurden die Erfolge der Nacht gefeiert und der Morgen begangen.

08:00 Die letzten Studies verließen zufrieden aber auch sichtlich ermüdet das gelbe Backsteingebäude in der August-Bebel-Straße und das Schreibzentrumsteam konnte auf eine ereignisreiche Nacht zurückblicken.

Unser Fazit: Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten ist eine gute Möglichkeit, Studierende auf das Angebot des Schreibzentrums aufmerksam zu machen und Gespräche über das Schreiben anzuregen. Außerdem hat das Event deutlich gezeigt, dass die Nachfrage nach Aktionen der Universität, die das wissenschaftliche Schreiben mal anders gestalten, in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Auch für unser Team war das Event wieder eine bereichernde Erfahrung, indem wir Teamspirit er- und gelebt haben. Die nächsten langen Nächte könnten jedoch früher beginnen und enden, so dass Schreibende und TutorInnen noch konzentrierter und aufmerksamer arbeiten können. Die gemeinschaftliche Aktion mit den anderen Schreibzentren hat gezeigt, dass wir zusammen vieles erreichen können und weitere Aktionen gemeinsam in Angriff nehmen sollten.

Anja Schulz und Simone Tschirpke

Eine lange Nacht (der aufgeschobenen Hausarbeiten)

2.3.2012, 6:30 Uhr, Gedicht am Ende der Langen Nacht

Juliane Patz:

Eine lange Nacht (der aufgeschobenen Hausarbeiten)

 

Ich habe rote Kürbisse mit Pfirsichen geküsst,

als helle Lampen ernste Forschertexte fanden,

habe aus dem süßen Saft der ehrlichen Recherchen getrunken

und freundlich die Tropfen aufgefangen.

Ja, ich war da –

und ihr weisen Augen

und ihr treuen Augen

und ihr jungen Augen

habt mich gesehen.

Und ich war stolz,

dass ich euch geben konnte nächtliche Energie,

Stunden, die ich nicht zähle

und Worte, die ich nicht wäge.

Ich lehnte mich an mein Kissen,

als mein Herz zu ticken begann.

Es klappern Tastaturen

und die Uhren

haben ihren eigenen Takt

nach so einer Nacht.

Schon gähnen die Weckergeweckten, die arbeiten gehen,

auch im Radio sitzt wieder jemand bereit,

doch hier ist noch und nöcher

und jetzt erst recht

eine Hausarbeitendurchhaltezeit.

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